Africamuseum, Tervuren

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Benutzerfoto: MHoge

MHoge

Kiel

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Beitrag zu Africamuseum vom 30 März 2009

Letzten Samstag habe ich mir mit drei Freunden, die in Brüssel arbeiten, dieses Museum angeschaut und ich muß sagen - ich war echt begeistert. Es beginnt schon mit der wunderschönen Anfahrt vom Brüsseler Verkehrsknotenpunkt Montgomery mit der Tram durch die Nobelvororte - hier reiht sich eine edle Botschaft an die andere und natürlich fehlt auch die deutsche nicht in diesem Ensemble. Total schön ist auch das Museumsgebäude selbst - ein Schloss, das König Leopold ausschliesslich zu diesem Museumszweck 1909 erbauen ließ. 1910 war dann die feierliche Eröffnung und so kann man gespannt sein wie sich dieses Museum im nächsten Jahr zu seinem 100sten Geburtstag präsentieren wird. Die Außenanlage mit Park, Springbrunnen im künstlichen See und Elefantendarstellungen ist ebenfalls sehr hübsch. Merkwürdig wird es dann wenn man die Ausstellung selber betritt. Denn man lernt hier nicht etwa was Neues über Afrika sondern vielmehr mit welch herrlich kolonial verklärten Blick die Belgier “ihr” Afrika - sprich das alte Kongo - damals gesehen haben. Lediglich in einem Raum ist sowas ähnliches wie moderne Museumspädagogik vorhanden. Hier kommen Zeitzeugen des letzten Jahrhunderts mit Videobotschaften zu Worte und in diesem Raum gibt es auch die einzigen halbwegs kritischen Stimmen zur belgischen Kolonialpolitik zu hören. Ansonsten fühlt man sich eher an die ehemaligen “Ausstellungen” von exotischen Völkern in Hagenbecks Tierpark in Hamburg erinnert!
Alles in allem ein Museum, das allein deshalb schon den Besuch lohnt!

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Benutzerfoto: Verfassungsschützer

Verfassun...

Berlin

48 Beiträge

 
 
 
 

Beitrag zu Africamuseum vom 17 Juni 2008

Die Fahrt mit der Straßenbahn 44 von Brüssel nach Tervuren (Aussprachetip: Terführen) ist ein Event für sich. Es geht eine herrliche Allee entlang, durch weitläufige Parks und Grünanlagen. Das tut in dieser betonlastigen Großstadt zwischendurch mal richtig gut.
Das Museum ist in einem ehemligen Schloss untergebracht und war sicherlich einmal eines der besten seiner Art. Das ist es aber nun nicht mehr: Zu sehr ist es noch das Kolonialmuseum als das es einst gegründet wurde. Die Afrikaner werden als in der Stienzeit stecken gebliebene Primitivlinge dargestellt, der belgische Kolonialismus rechtfertigt sich mit imposanten Produktionszahlen in Kakao- und Zuckeranbau.
Als Besucher ist man hin- und hergerissen. Zum einen ist es spannend, sich vor Augen zu halten, dass noch vor wenigen Jahrzehnten so ein Museum state of the art war, zum anderen möchte man irgendeinen Wandel erkennen, denn so, wie es ist, kann das Museum unmöglich bleiben.

6Kraska6 Genau! Zumal wenn man die ungeheuerlichen Verbrechen bedenkt, die die belgischen Kolonialisten im Kongo begangen haben und die 10 Mio. Menschenleben kosteten. Tip: Guckt mal bei Wikipedia unter dem Stichwort: “Kongogräuel”! (Josef Conrads “Herz der Finsternis” spielt vor dem Hintergrund, übrigens…)

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