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Benutzerfoto: Lucie

Lucie

Kompliment Lucie (29.06.2008) ••••

Lucie Dobermann

Mein Name ist Lucie Dobermann, ich bin ein tibetanischer Spaniel und ich möchte euch meine Geschichte erzählen.
Ich wurde in Griechenland geboren. Woran ich mich erinnern kann - als ich ca. 3 Monate alt war, zog ich mit einem jungen Typ durch die Gegend, der kaum Geld hatte - keine Arbeit. Dann kam Vassili - der hatte für 1 Monat Arbeit auf der Insel Kalymnos, wo ich mit diesem Typen rumlief. Diesem Vassili gefiel es wohl, wenn ich ihn mit meinen großen Kulleraugen flehend ansah, weil ich so einen Hunger hatte. Er gab mir ganz leckeres Fleisch - hatte ich vorher noch nie gegessen. Vor Dankbarkeit tanzte ich für ihn.
Dann sagte er dem jungen Typen, daß er ein besonderes Geschenk für seine Frau braucht und die würde sich bestimmt in mich verlieben… Da mein Typ kein Geld hatte und mich kaum ernähren konnte, verkaufte er mich an Vassili.
Und so kam ich zu meiner Mami.
Als Vassili mit mir auf dem Arm wieder zu Hause ankam und Mami und ich uns ansahen - es war gegenseitige Liebe auf den ersten Blick. Mami hatte aber schon Ringo - einen Schäferhundmischling - der wurde mein großer Bruder. Wir spielten zusammen – gingen zusammen spazieren – schliefen zusammen.

Wie aber nun kam ich zu dem Namen Dobermann? Den hatte ich ja nun nicht von Anfang an …

Da wir zu Hause nur Liebe erfuhren, war es uns fremd, sich mit anderen Hunden zu streiten.
Eines Tages nun wurde Ringo von dem Nachbarshund angegriffen. Einer „Straßenköter“-Promenadenmischung. Halb so groß wie Ringo, aber fast 3 mal so groß wie ich.
Er verbiss sich in Ringos Hals. Mein großer Bruder Ringo war fassungslos und wußte sich kaum zu helfen, außer diesen Hund zu versuchen abzuschütteln. Wir kannten so etwas ja nicht.

In meiner Verzweiflung Ringo helfen zu wollen, rannte ich hinter den Beiden her, die sich immer im Kreis drehten und schaffte es mich in ein Bein dieses Hundes zu verbeissen.
Nachdem auch er Schmerz verspürte, lies er von Ringo ab.
Unsere Menschen standen da und lachten und applaudierten.
Und Papi sagte: „Guck Dir die kleine Maus an, mutig wie ein Dobermann!“ Ja seitdem heiße ich nun Lucie Dobermann.
Seit der Zeit hielten Ringo und ich noch mehr zusammen. Ringo wurde ein richtiger Gentleman mir gegenüber. Er hielt mir die Türen auf, überlies mir die saftigsten und größten Kotelettknochen. Ja wir waren ein tolles Team.

Mami hat mir auch schwimmen beigebracht. Ringo hat ja schon immer das Meer geliebt und gerne darin rumgetobt. Aber der ist ja viel größer als ich. Ich hatte Angst vor diesem großen endlosen Wasser. Aber Mami ging gerne hinein. Ich bin dann immer ganz aufgeregt am Strand entlang gelaufen, um sie nicht aus den Augen zu verlieren.
Aber einmal ist Mami um eine Ecke verschwunden und schwamm immer weiter hinaus. Ich konnte sie kaum noch sehen und bekam Panik. Was sollte ich nur tun? Und was wenn Mami etwas passiert war? Ich mußte sie doch beschützen. Also entschloss ich mich meine Angst vor dem Wasser zu überwinden und sprang ins Wasser um Mami hinterher zu paddeln.

Als Mami mich entdeckte, schwamm sie ganz schnell auf mich zu und nahm mich auf den Arm. Sie hat wohl die Panik in meinen Augen gesehen. Und dann küsste sich mich ab und lobte mich für meinen Mut und dankte mir für meine Liebe zu ihr. Seit dieser Zeit sind wir öfter mal zusammen schwimmen gegangen. Ich trau mich zwar immer noch nicht weit raus, aber inzwischen empfinde auch ich das Meer im Sommer als angenehm kühlend.

Und Mami hat immer ein großes Herz für uns Tiere gehabt. Wie oft haben wir vorübergehend Zuwachs bekommen … Sie hat verletzte Hunde gepflegt, bis sie wieder gesund waren … Katzenbabys groß gezogen, Hundebabys, deren Mutter überfahren wurde aufgenommen und und und … egal ob sie wenig Geld hatte … Mami hat alles für uns Tiere getan.

Mein schlimmste Erlebnis war, als Mami mal ganz furchtbar krank wurde und für viele Wochen nach Deutschland flog. Je länger sie weg blieb, um so größer wurde meine Angst, daß sie nicht mehr wieder kommt. Ich konnte nichts mehr essen und hatte zu nichts mehr Lust. Nur Warten auf Mami – nur hoffen, daß sie wiederkommt. Papi hat mir dann von Zeit zu Zeit kleine Häppchen in den Mund geschoben, damit ich nicht sterbe.

Irgendwann nach vielen Wochen kam Mami dann wieder und erschrak über mein Aussehen. Und weil ich sie so lieb habe und sie ja nun wieder da war, konnte ich auch wieder essen. Ich hab mich bald genauso gut erholt wie Mami.
Mami hat zwar jetzt eine große Narbe auf ihrem Bauch, aber sie ist wieder gesund.

Und leider hat Papi ihr noch eine weitere Narbe zugefügt. Papi schien mit Mamis Krankheit und der damit verbundenen Operation nicht klar zu kommen.
Hunde haben ja ein Gespür dafür und ich merkte, wie Papi und Mami sich im Laufe der nächsten Jahre immer weiter von einander entfernten. Ringo hat es auch gespürt. Wir haben uns oft traurig angesehen und darüber gesprochen.

Irgendwann hat Mami sich dann entschlossen von Papi weg zu gehen – zurück nach Deutschland. Die Entscheidung ist ihr sehr schwer gefallen.
Sie konnte auch nicht uns beide mitnehmen Ringo und mich … sie mußte sich entscheiden.
Arme Mami – sie hatte ja in Deutschland keine Wohnung mehr – keine Arbeit – kein Geld…

Mami entschied sich dann für mich, weil Ringo viel selbständiger war als ich und sich auch besser selber helfen konnte. Außerdem hatte Mami eine Freundin, die versprach sich um Ringo zu kümmern, sollte er mal Probleme haben.
Aber Mami hat nächtelang heimlich geweint, weil sie wußte, daß sie meinen großen Bruder nicht mitnehmen konnte – in eine ungewisse Zukunft. Ringo und ich haben immer versucht sie zu trösten.

Irgendwann war es dann soweit. Mami und ich kamen nach Deutschland. Hier war alles so anders. Viel mehr grün als in Griechenland. Und kein Meer. Die Hitze hier war auch eine andere. In Griechenland die Hitze konnte man viel besser aushalten … hier können wir manchmal kaum atmen…

Mami hat ein neues Zuhause für uns gefunden. Nicht so schön, wie in Griechenland mit großem Grundstück, wo man einfach die Tür aufmacht und man kann draußen im Garten rumtollen …
Aber es gibt genug Wiesen- und Waldstücke hier, wo wir lange Spaziergänge unternehmen können. Ich hab auch schon ein paar Freunde gefunden … Charly, den charmanten Wuschel, Kiara, die temperamentvolle Spanierin, Pino einen feurigen Spanier … und Timmy, einen noch jungen verspielten Deutschen und noch so einige andere, die wir immer wieder mal auf unseren Spaziergängen treffen.

Mami sorgt gut für mich … selbst wenn sie Sorgen hat. Sie denkt wohl ich merke das nicht – aber ich spüre das ganz genau. Und ich merke auch, wenn sie an Ringo denkt und sich Vorwürfe macht, weil sie ihn nicht mitnehmen konnte … sie weiß ja nicht, wie es ihm geht. Sie wird dann oft ganz traurig. Aber ich denke, Ringo geht es gut und wenn ich merke, wie Mami traurig wird, kuschel ich mich ganz dicht an sie ran und zeige ihr so mein Vertrauen und meine Liebe ….

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