Wir haben das View in Dortmund am gestrigen Mittwoch besucht. Daher bewerten wir hier ausdrücklich nur das Restaurant und nicht den Club.
Der Reiz dieses Restaurants liegt in seiner Lage. Es befindet sich in der 7. Etage des „Dortmunder U“, einer ehemaligen Brauerei, die in ein Zentrum für Kunst und Kreativität umgebaut wurde. Man sitzt also über den Dächern von Dortmund hinter der weithin sichtbaren Lichtinstallation. Das Lokal erreicht man über einen Aufzug oder - weniger zu empfehlen (!) - über die Rolltreppen. Leider ist das Außengelände des Kunstzentrums noch nicht fertig, daher auch ungepflastert, und gleicht an manchen Stellen einer Müllhalde.
Das Restaurant selbst wirkt kleiner als auf den Bildern der Homepage. Außerdem macht das Ambiente einen eher kargen Eindruck, was u. a. daran liegt, dass es vorwiegend mit leicht beweglichen Möbeln bestückt ist, damit es schnell in einen Club umgewandelt werden kann. Die Tischgestaltung passt nur sehr bedingt zum angestrebten Anspruch des Restaurants: die angebotenen Papierservietten sind z. B. ein No-Go.
Gleich beim Eintritt machte der Service einen ersten schlechten Eindruck: Wir standen einige Minuten an einer Art „Empfangstisch“, ohne dass man Notiz von uns nahm. Erst nachdem wir uns in Richtung eines Tisches bewegten, wurden wir nach der Reservierung gefragt. Zu unserem Unmut war ein Tisch in „zweiter Reihe“ und nicht direkt am Fenster für uns eingedeckt - das View besucht man jedoch genau wegen des Ausblicks. Freundlicherweise durften wir aber den Tisch wechseln, nachdem die Partei am Fenstertisch bezahlt hatte. Die Jacken wurden uns abgenommen und zur Garderobe (ein Kleiderständer auf Rollen) gebracht. Am Ende durften wir - und alle anderen Gäste - aber selbst zur Garderobe dackeln und die Jacken holen.
Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt - Essen und Trinken: Als Vorspeise hatte meine Frau eine „Riesengarnele im Tandooriekleid" (ja, mit „e“ auf der Speisekarte!), zu der als Beilage Linsen, Ananas, Curry und roter Pfeffer gehören. Die Garnele war sehr lecker, der Linsenbrei hat uns nicht geschmeckt (ich durfte probieren). Meine Vorspeise hört auf den Namen „Weiße Tomatensoße“ und kommt mit Basilikum und Parmesanespuma. Und sie schmeckte auch gut. Als Hauptspeise hatten wir beide „Gelbes Thaicurry“ - meine Frau mit Hähnchenbrust, ich mit Gambas. Dieser Gang war ok, aber eben nicht mehr! Bei jedem Asiaten gibt es ein ähnliches Essen, dann aber auf einem Stövchen serviert und nicht wie eine Suppe, so dass man nicht weiß, wie man den dazu gelieferten Reis unter das Gemüse bekommt. Abgesehen davon war dieses Essen sehr auf Quantität ausgerichtet, so dass man von einer pfiffigen Garnierung, wie man sie von einer gehobenen Küche erwartet, nicht sprechen kann. Jedenfalls waren wir so voll, dass wir das Dessert haben ausfallen lassen müssen.
Positiv ist festzuhalten, dass der von uns am Ende bestellte Espresso nicht berechnet wurde. Ob dies ein Versehen, generelle Politik des Lokals oder Folge des schlechten Gewissens der Bedienung war, die sich über unser Nicht-Aufessen und das rasche Bezahlen gewundert hat („Hat es Ihnen nicht geschmeckt?“), werden uns die nächsten Poster hier bei Qype beantworten.
Ebenfalls auf die Positivseite gehört der Umstand, dass neben dem Gruß aus der Küche - Weißbrot mit drei verschiedenen Buttersorten - ein weiteres Mal Brot mit Butter angeboten und gereicht wurde.
Das Publikum war mehr oder weniger gemischt, vornehmlich aus dem Businessbereich. Generell war der Laden abgesehen von der Fensterreihe eher leer als voll. Das Lokal und auch die Toiletten waren sauber.
Die Musik war „hintergründig“.
Alles in allem war der Besuch leider eher enttäuschend. Die hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt. Der Laden ist einfach nur ok, aber das ist keine gehobene (und hochpreisige) Küche.
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