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Kompliment
RolfSchreiber (16.07.2008)
Als ich ein nächstes interessantes Wochenende für meinen Kurzen plane, lande ich auf der Homepage der Kunsthalle Rostock.
Ich will etwas mehr als bereits Bekanntes erfahren - aber - an der Homepage wird derzeit gearbeitet.
In einer ruhigen Gegend, unmittelbar am Schwanenteich gelegen, birgt die Kunsthalle, als einziger Museumsneubau der DDR einen nicht zu unterschätzenden Bestand an Kunstschätzen, von dem nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung gezeigt wird.
Damals wie heute halten sich die Besucherzahlen in Grenzen und letztendlich kostet die Kunsthalle der Stadt Rostock nach letzten Informationen mit ca. 500000,- Euro jährlich mehr als sie einbringt.
Solche Aktivitäten wie zum Beispiel Sonderausstellungen brachten der Kunsthalle weder früher zu DDR - Zeiten noch heute eine entscheidende Verbesserung ihrer Bedeutung über die Grenzen von Rostock hinaus.
Und sicher nicht nur aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus ließ sich die Stadt leiten, als sie über eine Konzessionsvergabe über eine Zeitspanne von drei Jahren zur Betreibung der Kunsthalle laut nachdachte.
Alles sieht danach aus, dass der Verein “Pro Kunsthalle” hier das Rennen machen wird. Aber ob das was wird?
Ein ehemalige Mediziner, tätig in der Immobilienbranche, Kunstsammler aber kein Kunsthistoriker - engagiert im Verein “Pro Kunsthalle” hat nun ein Konzept vorgelegt.
Hiernach trägt die Stadt nach wie vor die Sachkosten, der Verein steuert Finanzen bei, der ehemalige Mediziner aus eigenen Mittels ebenfalls, Sponsoren sollen noch zusätzliche eingeworben werden.
Was ebenfalls noch fehlt sind - wie man hört - Erfahrungen des Mediziners mit der Leitung eines Museums, es gibt noch keinen Ausstellungsplan, keine Vorstellung darüber was mit der Sammlung des Museums insgesamt passieren soll, arbeitsrechtliche und versicherungstechnische Probleme tun sich auf.
Mehrere überregional beachtete Ausstellungen jährlich sind vorerst eine Absichtserklärung. Von zwei bis drei ist die Rede.
Ich kann Verantwortliche im Senat schon verstehen, wenn sie sagen es sei nicht zu verantworten, jemand die Leitung der Kunsthalle anzuvertrauen, dem das entsprechende Fachwissen fehlt.
An der (ehemaligen / jetzigen) Führung der Kunsthalle wurde in letzter Zeit kaum ein gutes Haar gelassen. Berechtigt oder unberechtigt - ob nun aus Sicht eines Kunsthistorikers oder Wirtschaftlers - wie auch immer hofft man dennoch öffentlich darauf, dass die ehemalige Leiterin der Kunsthalle mit ihrem Sachverstand auch künftig zur Seite steht.
Also kann sie ja so schlecht nicht gewesen sein …
An ihrer Stelle würde ich es nicht tun. Fachkräfte wie sie werden anderweitig sicher mit der Lupe gesucht.
Bei diesem ganzen Hickhack stellt sich mir nun die Frage - gehe ich mit dem Kurzen hin oder doch lieber in den Zoo oder den Botanischen Garten?
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