Adresse: Kantstr. 152, 10623 Berlin
Stichworte 60er bar berlin bruno ganz charlottenburg frankreich institution kunst michelwürthle ottosander parisbar restaurant
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Top Empfehlung:
Invalidenstrasse 30, 10115 Berlin
Super-styliger Dinner- & Danceclub in Mitte. Kundenzitat: "Dort herrscht eine Aura, die vielleicht unseren Geist anregt und einfach den Wusch schürrt nach mehr Party – modern und extravagant."
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prosecco1955 (16.06.2008)
OKay: wenn Berlinale ist, lohnt es sich vielleicht, darinnen einen Blick auf die Schein- und Halbwelt zu werfen, wenn man denn reinkommt…?
Die Preise sind unverschämt, nicht alles, was auf der Karte steht, haben wir bekommen, und die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig…
Stichworte naja...
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Wolfram (07.05.2008)
I love this place…! Auch wenn es nun leider schon lange keinen Entre-deux-Mers mehr gibt. Der Pleite ist man umsichtig und nach einem geschäftlichen Relaunch entsprungen, Gratulation!
Die fabelhaften Bilder und Ed Kienholz`unvergängliche Installationen zeigen allen, die es bisher nicht glauben wollten, daß auch West-Berlin vor dreißig Jahren auf seine Weise “Weltniveau” hatte.
Ebenso wie das nahe gelegene Florian gehört die “Paris-Bar” zum ehrwürdigen Inventar der einstigen Mauerstadt. Mein erster Wein vor dreißig Jahren hier war jener weiße Bordeaux, dern nun nicht mehr im Trend liegt. Die Bar dagegen hat sich behauptet trotz aller Wandlungen. Die neue Nachbarschaft, Jo Laggner “Vienna Bar” muß erst noch diese Traditionsbeständigkeit beweisen. Hier konkurriert ein Mitte-Betrieb mit dem Charlottenburger Orginal, man darf zu recht gespannt sein.
Stichworte kunst, bar, schaufenster, jahre, 60er, love, institution, vienna, installation, wewerka, ed, kienholz, westberlincharlottenburg
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Labude (25.04.2008)
Männer lassen sich gerne betrügen. Die Kunst ist einfach, sie nicht merken zu lassen, dass sie betrogen werden. Sie können das als allgemeine Regel notieren, fünfzigmal aufschreiben, auswendig lernen und endlich im Traum aufsagen: „Männer wollen betrogen werden, aber es nicht merken.“ Ein Mann kann eine gefälschte Breitling als sein Lieblingserbstück verehren, solange er nicht weiß, dass sie falsch ist. Er kann einen 20 Jahre Grand Cru als unvergessliches Sinneserlebnis feiern, wenn er nicht weiß, dass die Flasche in Südafrika nachgefüllt wurde. Er kann einen fettleibigen Geländewagen von VW fahren, solange er das Gefühl hat, der Chayenne sei ein Porsche. Er kann diese einmalige Nacht hundertmal glücklich im Traum wiederholen, solange er nicht weiß, dass sie diesen unglaublichen Orgasmus nur gespielt hat. All dies können Männer und viel mehr braucht man im Grunde nicht, um sie zu verstehen. Männer sind ganz einfach. Deshalb freuen wir uns auch auf das nächste Tom-Waits-Album, obwohl wir wissen, dass er seit 5 Jahren nichts wirklich Anständiges mehr produziert hat und wahrscheinlich auch nie wieder etwas Gutes produzieren wird.
Tom Waits hat uns immer betrogen. Nehmen wir das Picture in a Frame auf der CD Mule Variations. Da erzählt ein einfacher Mann, der in seinem Leben außer einer nennenswerten Schulbildung so ziemlich alles erlebt hat von seiner großen, zärtlichen Liebe. Ich liebe dich, Baby, und ich werde es immer tun. Ever since I put your picture in a frame. Da läuft es heiß den Rücken herunter und wir stehen fassungslos davor, wie in so einem schlichten Herz eine so große Liebe stecken kann.
Alles Fake. Berechnender, kalter Gefühlsfake.
Tom Waits ist ein begnadeter Zyniker und er betrügt uns hemmungslos. Weil wir es so wollen. Und weil wir es gar nicht so genau wissen wollen. Was stört es uns, wenn es Fake ist, solange es ein guter Fake ist.
Und so ist das auch mit der Paris Bar in der Berliner Kantstraße. Schon lange treffen wir da keinen Bruno Ganz mehr beim Abstürzen. Auf einen einzigen Schauspieler kommen 27.453 Touristen von hinter den sieben Bergen, die hingehen, um zu sehen, ob vielleicht doch ein Schauspieler oder wenigstens ein Schriftsteller da ist. Sie alle werden nach Hause gehen und sagen, dass sie zwar Bruno Ganz nicht gesehen haben, aber dass es doch irgendwie ganz besonders war. Ja, die alten Besitzer sind längst pleite und eigentlich spricht nicht viel für das Lokal. Aber – es tut gut. Und dass das alles nur Fassade ist, tja, das wollen wir gar nicht so genau wissen.
An einem ganz normalen Donnerstagabend ist der Laden rappelvoll, vor der Tür warten Taxis. Drinnen ist es laut, obwohl die meisten Gäste eigentlich ganz brav aussehen. Ich esse ein Entrecôte mit Pommes und Sauce Béarnaise für 22 € und finde das eigentlich eine Unverschämtheit. Aber dann denke ich, dass das Fleisch eigentlich wirklich großartig und die Pommes wirklich außergewöhnlich sind. Dass sogar das Bier frischer schmeckt als anderswo. Ich finde, dass der Kellner wirklich ein ziemlich cooler Typ ist („Den Aschenbecher muss ich Ihnen aber ganz heimlich bringen“) und das verstohlene Lächeln vom Nachbartisch, das der Begleiter nicht ahnt, eigentlich bezaubernd.
Und so verlasse ich das Lokal. Betrogen und zufrieden.
Stichworte charlottenburg, kantstraße, fake, tom waits, bruno ganz, echte gefühle
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Niclas Grabowski (20.04.2008)
Dass man hier in einem Museum ist und isst, dass merkt man nicht nur an der Kunst an den Wänden. Das ganze Konzept des Ladens entstammt einer fernen Vergangenheit. Hier drinnen ist es dunkel wie sonst nirgends, und selbstverständlich wird geraucht. Auf der Karte praktisch nur altbekannte, französische Klassiker, Neues oder gar Kreatives sucht man hier völlig umsonst. Selbst der Hauswein scheint sich seit zwei Jahrzehnten nicht verändert zu haben. Die Trockenheit der achtziger Jahre habe ich so schon lange nicht mehr im Glas gehabt. Und selbst das Weinglas habe ich in den 80ern zum letzten Mal gesehen. Allerdings gibt es die Kopie des damaligen Designs ja auch schon seit mindestens zehn Jahren bei Ikea.
Auch die Art der Bedienung ist mittlerweile völlig out. Den anderen Berichten kann ich, was den Service angeht, nur in einer Hinsicht widersprechen: Auch die Prominenz wird hier nicht besser behandelt. Arroganz gehört hier einfach zum guten Ton. Was macht es schon aus, wenn jemand Schauspieler, Regisseur, Friseur oder gar Manager ist, hier wird immerhin ein Restaurantbetrieb geführt, das ist etwas Ernstes, und daher stören die Gäste doch eher, oder? Und man muss sagen, dass in den fernen 80ern selbst das geklappt hat und kein Hindernis für den Erfolg eines Restaurants war sondern eine Voraussetzung. Na gut, dann soll es halt so sein.
Warum soll man hier essen gehen? Das, was wir auf unseren Tellern nach langer Wartezeit erhielten, war auch irgendwie veraltet, aber sehr lecker. Ein hervorragendes Filesteak mit Salat. Lammkottelets mit Kartoffeln, perfekt gebraten und wunderbar aromatisch. Eine Kartoffel-Lauch-Suppe, schon tausend mal gegessen und dennoch gut. Die Pate hätte man sich allerdings auch schenken können. Über die Preise des ganzen möchte ich hier allerdings kein Wort verlieren. Wenn man auf diese achtet, wird einem der Spaß an dem Laden eher vergehen.
Und dennoch, trotzdem man heute ein Restaurant wohl kaum noch so einrichten würde, der Laden hat Atmosphäre. Es heißt, hier hätten viele Künstler in der Vergangenheit die Rechnung durch Kunst bezahlt. Und so finden sich tatsächlich viele Highlights an den Wänden, die mit Kunst nur so voll gehangen sind. Sehr witzig ist zum Beispiel die Rakete über der Bar.
So richtig habe ich nicht verstanden, wem die Parisbar nach der Insolvenz des letzten Jahres inzwischen gehört. Aber so oder so, ich habe seit dem letzten Besuch vor einigen Jahren keine Veränderung feststellen können.
Stichworte restaurant, museum, kunst, charlottenburg, 80er, frankreich
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lokalreporter (29.08.2007)
Stichworte restaurant, bar, charlottenburg, kantstrasse, paris, institution, künstlertreff, laggner, parisbar, mary, michelwürthle, reinaldnohal, ottosander, andraschko
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Bemo (25.07.2007)
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GuideAndCompany (04.03.2007)
Stichworte restaurant, bar, edel, berlin, boheme, berlinklassiker, barrestaurant, künstlerlokal
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chef40 (27.10.2006)
Stichworte institution, sehen-und-gesehen-werden
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