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Café November

Husemannstr. 15, Ecke Sredzkistr., 10435 Berlin

Das November liegt zentral am Prenzlauer Berg. Kundenzitat: "Das November ist ein Lokal, in das man zu allen Tages- und Nachtzeiten gern geht: sonntag morgen zum Brunch, Nachmittags zum Kaffee und Abends zum Abendessen."

Qype Advanced Insider 1887
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Labude

Kompliment Labude (19.07.2008) 4

Vor ein paar Tagen bin ich vor meiner Haustür zwei Jungen begegnet. Sie mögen so elf oder zwölf Jahre alt gewesen sein. Einer beiden holte geräuschvoll respektable Mengen Schleim aus den Tiefen seines Nasen-Rachen-Raums und spuckte auf den Gehsteig. Genauer gesagt, vor meine Füße. Ich ging drumherum, überlegte kurz, drehte mich noch einmal um und fragte, ob er das denn auch zuhause mache. Gut, es war eine rhetorische Frage, aber ich dachte, in dem Alter könnte man vielleicht mal fragen. Man hat das ja schon oft gehört. Überforderte, alleinerziehende Mütter, die ihren Kindern einfach keinen Halt geben können. Fehlende männliche Bezugspersonen und so. Da müssen dann ja auch mal andere Einspringen und gesellschaftliche Regeln vermitteln. So wie früher der Pfadfindergruppenleiter oder der Pfarrer auf dem Dorf.

Der Elfjährige hat mich dann auch sofort als Autorität anerkennt. Wahrscheinlich, weil ich in Anzug und Schlips daherkam. Er meinte jedenfalls: „Ey, isch hab disch auf Rücken gespuckt!“

Ich war erschüttert. Fassungslos. Ehrlich entsetzt.

Mit elf oder zwölf Jahren! Da muss der Junge in der fünften oder sechsten Klasse sein. Wenn er Pech hatte und ihm viel Halt gefehlt hat, immer noch in der vierten. Und da kriegt er es nicht hin, zu korrekt sagen: „Hallo, ich habe Ihnen auf den Rücken gespuckt!“ Er muss ja gar nicht wissen, ob das Dativ oder Genetiv ist. Ich hätte ja auch das vertrauliche “Du” akzeptiert. Immerhin waren wir ja schon irgendwie vertraut. Aber eine so katastrophale Grammatik in so einem einfachen Satz?

Ich habe das Gespräch dann nicht weiter vertieft. Jahrelange Versäumnisse der Lehrer kann ich nicht in einem kurzen Diskurs über das grammatikalische Verhältnis von Spuckendem und Bespucktem ausbügeln. Da müssen sich Profis drum kümmern und mir ist klar, dass ich auf den meisten Gebieten einfach kein Profi bin. Auf manchen Gebieten bin ich sogar ein ausgewiesener Stümper. Zum Beispiel beim Backen.

Ich koche leidenschaftlich gerne. Ich versuche mich an eigenartigen Zutaten und oft gelingt es. Beim Kochen darf man Anarchist sein, man kann chinesisches Fünf-Gewürze-Pulver und wilden Spargel zum Kartoffelgratin probieren und mit ein bisschen Glück funktioniert es. Und wenn mal etwas nicht funktioniert, weiß man beim nächsten Mal, was man hinzufügen oder weglassen sollte. Beim Backen geht das so nicht. Das ist eine unglaublich disziplinierte Kunst. Die Zutaten müssen mit der Akribie eines Metallurgen abgewogen und die Backzeit muss exakt bemessen sein, sonst geht es alles fundamental schief. Ich kriege nicht mal einen Marmorkuchen passabel hin. Backtechnisch war für mich sogar das Yes-Törtchen (Gott sei seiner Seele gnädig) eine Offenbarung. Ich habe das aufgegeben, denn die Perfektion, mit der Kuchen und Torten beispielsweise bei Buchwald im kleinen Hansaviertel feilgeboten werden, werde ich nie erreichen.

Buchwald ist eine Berliner Institution. Der Baumkuchen wird seit etlichen Berliner Generationen als drittes legitimes Wahrzeichen der Stadt neben Brandenburger Tor und Gedächtniskirche gehandelt, was ich für übertrieben halte. Aber die feisten Buttercremetorten oder die Birnen-Schmand-Torte, die Marc-de-Champagne-Torte oder einfach der Rhabarberkuchen … das ist fast so gut wie Sex.

Ich gebe zu, dass ich nicht ein einziges Mal drinnen gegessen habe. Es sieht aus, als habe man es kurz nach dem Krieg vom Sperrmüll eingerichtet, wobei offen bleiben kann, welcher Krieg es war. Und wenn man – jedenfalls am Wochenende – an einem der dicht gestellten Tische essen will, muss man sich vorher trotzdem vorne an der Theke anstellen und den Kuchen aussuchen. Nö. Da nehme ich den in Sahne materialisierten Sex lieber mit nach Hause. Im Sommer allerdings, könnte man da essen. Da gibt es nämlich ein paar Tische im Vorgarten. Die sind zwar meistens besetzt, aber immerhin, man könnte. Und das Beste: draußen gibt’s auch Tassen, nicht nur Kännchen und das, lieber Leser, gibt mir die Gelegenheit, etwas zu tun, was ich die ganze Zeit schon tun will: der lieben Draussennurkaennchen aus Frankfurt mal ganz persönlich und exklusiv einen Bericht zu widmen. Was ich hiermit tue.

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Qype Advanced Insider 7045
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Moni23

Kompliment Moni23 (25.03.2008) 4

Stimmt schon, ein biosserl omahaften Charm hat das Café Buchwald - na und? Durchgestyltes gibt’s nun wirklich reichlich, da tut das auch mal gut. Und so leckeren Kuchen habe ich lange nicht mehr gegessen, einfach Klasse. Beim nächsten Berlinbesuch wieder!

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Qype Insider 450
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zakkaya

Kompliment zakkaya (02.11.2007) 2

Vielleicht hat sich in den letzten Jahren was geändert, kann ich jedoch nicht wirklich glauben. Als ich mal im Cafe Buchwald war, war ich extrem enttäuscht. Mag sein, dass man dort so ziemlich die besten Torten Berlins bekommt (habe ich hier irgendwo gelesen), aber angesichts der Konditoren- und Bäckermisere in Berlin heißt das nicht wirklich viel.
So schmeckt der Baumkuchen nicht besonders, viel zu trocken - Baumkuchen muß aus Salzwedel kommen, sonst esse ich ihn gar nicht. Und die Kuchen - naja - dann lieber Leysieffer oder dieses eine Cafe Nähe Nollendorfplatz, komme gerade nicht auf den Namen...
Nachtrag: Gemeint ist das Cafe Berio in der Maaßenstr. 7 - sehr empfehlenswert!

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Kompliment vilmoskörte (31.10.2007) 5

Jenseits der Spree und damit gerade eben nicht mehr in meinem geliebten Moabit liegt das Café Buchwald. Bereits 1852 gegründet, ist Buchwald eine Institution des Konditorhandwerks, die vor allem für ihren Baumkuchen berühmt ist. Damit wurde einst auch Prinz Leopold von Preußen beliefert, der dafür der Konditorei den Titel »Hoflieferant« verlieh. Heute nennt man sich stolz den »ältesten Baumkuchenfabrikanten von Berlin« und liefert dieses Gebäck auch in alle Welt.

Da hab ich's einfacher: ich muss nur über die Moabiter Brücke, um mir hier ein Stück der köstlichen Torten fürs sonntägliche Kaffeetrinken zu holen. In der Woche darf's auch schon mal sein, eine Mittagspause bei Sonnenschein in Buchwalds Garten mit Kaffee und Kuchen ist nicht zu verachten. Seitdem die Anzahl der Tische draußen deutlich erhöht wurde, findet man auch öfter einen Platz.

Das Café innen entfaltet mit seiner etwas altertümlichen Einrichtung einen ganz eigenen Charme. Sonntags ist es hier rappelvoll, nicht nur im Café, sondern auch am Tresen, an dem die vielen Kunden Schlange stehen, die hier ihren Sonntagskuchen kaufen. Die vielen Angestellten sind dem Andrang nicht immer gewachsen, was sicher schon mal zur gerühmten Berliner Freundlichkeit führen kann. Zeit und Geduld und etwas Großmut muss man am Sonntag hier deswegen schon mitbringen.

Trotzdem gibt es die volle Punktzahl, denn die Kuchen und Torten gehören ohne Zweifel zu den besten, die man in Berlin finden kann.

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Qype Insider 378
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simoncito

Kompliment simoncito (24.10.2007) 4

Also, wirklich gemütlich finde ich das Café Buchwald nicht - dafür ist es für meinen Geschmack einen Schuss zu omahaft-treudeutsch eingerichtet. Aber die Konditoreiwaren sind über jede Krittelei erhaben, das ist mal sicher. Übrigens möchte ich neben der immerzu erwähnten Baumkuchen-Auswahl auch mal ganz besonders die Birnenrahm-Torte erwähnen, die hat es nämlich verdient.

Die Bedienung war mitunter schonmal treudeutsch-burschikos, ganz im Alt-Berliner Stil, mitunter aber auch schon sehr freundlich und gesprächig. Und was immer man über das Café Buchwald daherschreibt, niemand kann bestreiten, dass das ein Geschäft mit einer richtig eigenen, althergebrachten Atmosphäre ist weitab von allen Wohlfühl-Artefakten von der Designer-Stange. Ja, und die Torten sind - aber das hatte ich schon gesagt.

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Qype Insider 630
Benutzerfoto: indica

indica

Kompliment indica (30.01.2007) 4

Den berühmten Baumkuchen hab ich noch nie im Café Buchwald gegessen, aber die Tortenschlacht-Modelle sind und bleiben einfach pures Hüftgold: Die Pralinencreme in der Champagner-Trüffeltorte wandert ohne Umweg durch den Verdauungstrakt direkt auf die weibliche Problemzone und unmittelbar anschließendes Autofahren ist nach dem Verzehr der sprithaltigen Delikatesse auch nicht angesagt.

Die angeschlossene Kunst- und Architekturhistoriker-Begleitung wusste das Buchwald ikonographisch und stilkritisch einzuordnen: Echt 8oer-Interieur, das generationenübergreifend konsensfähig ist. Eichenbüffet, schwerhölzerne Leuchten und omacafé-rosafarbene Tischmitteldeckchen. Für unsereins, die wir die 8oer in echt erleben mussten, gerade eben wieder vintage-hip genug, um als stylish durchzugehen. Für die Generation unserer Eltern "ein schönes Café".

Dem Kommentar "Der alte Westen hat doch auch was Erhabenes." schließe ich mich voll und ganz an. Am Rande des Tiergartens gelegen, gleich an der S-Bahn-Station Bellevue, platzieren sich sonntags die Konditern-Gehn-Spaziergänger in größerer Anzahl im Café. Seit jeher ist das Buchwald aber auch bei den benachbarten Ministeriums-, Gerichts- und Büroinsassen des südlichen Moabit tagsüber und unter der Woche ein beliebter Anlaufpunkt. Vor allem im Sommer, wenn die Mini-Terrasse an der Bartningallee hinter Hecken zum Outdoorkaffeetrinken schon mittags gut gefüllt ist.

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Kompliment Christian Punckt (11.01.2007) 5

Bei Buchwald gibt es nicht nur die leckersten Rumkugeln Berlins, sondern man kann dort auch gemütlich (fast wie im eigenen Wohnzimmer, wenn man die Couch erwischt...) sitzen und bei einem Kaffee, Baumkuchen oder sonstigen Leckereien lesen, arbeiten oder sich mit Freunden unterhalten. Sehr entspannend finde ich, dass es keine Musikberieselung gibt (sehr praktisch, wenn man Spaß daran hat, auch mal ein Musikstück zu lesen!).

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Qype Advanced Insider 1839
Benutzerfoto: Attila

Attila

Kompliment Attila (03.11.2006) 5

Die Oma-Cafés sterben, oder feiern ihr Revival am Prenzlauer Berg! Dabei bäckt der ehemalige königliche Hoflieferant im Hansaviertel.

Direkt an der Spree liegt das Tortenparadies. Die süße Verführung in Sahne mit Buttercreme. Keine Angst, es gibt auch Obstkuchen!

Im Buchwald weht das Flair von Omas Wohnzimmer, die gute heile Welt. Aber das Publikum ist sehr gemischt. Studenten, junge Mütter, Seniorenkaffeekränzchen, alle holen sie sich den Seelenbalsam aus Sahne!

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