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Husemannstr. 15, Ecke Sredzkistr., 10435 Berlin
Das November liegt zentral am Prenzlauer Berg. Kundenzitat: "Das November ist ein Lokal, in das man zu allen Tages- und Nachtzeiten gern geht: sonntag morgen zum Brunch, Nachmittags zum Kaffee und Abends zum Abendessen."
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Labude (19.07.2008)
Vor ein paar Tagen bin ich vor meiner Haustür zwei Jungen begegnet. Sie mögen so elf oder zwölf Jahre alt gewesen sein. Einer beiden holte geräuschvoll respektable Mengen Schleim aus den Tiefen seines Nasen-Rachen-Raums und spuckte auf den Gehsteig. Genauer gesagt, vor meine Füße. Ich ging drumherum, überlegte kurz, drehte mich noch einmal um und fragte, ob er das denn auch zuhause mache. Gut, es war eine rhetorische Frage, aber ich dachte, in dem Alter könnte man vielleicht mal fragen. Man hat das ja schon oft gehört. Überforderte, alleinerziehende Mütter, die ihren Kindern einfach keinen Halt geben können. Fehlende männliche Bezugspersonen und so. Da müssen dann ja auch mal andere Einspringen und gesellschaftliche Regeln vermitteln. So wie früher der Pfadfindergruppenleiter oder der Pfarrer auf dem Dorf.
Der Elfjährige hat mich dann auch sofort als Autorität anerkennt. Wahrscheinlich, weil ich in Anzug und Schlips daherkam. Er meinte jedenfalls: „Ey, isch hab disch auf Rücken gespuckt!“
Ich war erschüttert. Fassungslos. Ehrlich entsetzt.
Mit elf oder zwölf Jahren! Da muss der Junge in der fünften oder sechsten Klasse sein. Wenn er Pech hatte und ihm viel Halt gefehlt hat, immer noch in der vierten. Und da kriegt er es nicht hin, zu korrekt sagen: „Hallo, ich habe Ihnen auf den Rücken gespuckt!“ Er muss ja gar nicht wissen, ob das Dativ oder Genetiv ist. Ich hätte ja auch das vertrauliche “Du” akzeptiert. Immerhin waren wir ja schon irgendwie vertraut. Aber eine so katastrophale Grammatik in so einem einfachen Satz?
Ich habe das Gespräch dann nicht weiter vertieft. Jahrelange Versäumnisse der Lehrer kann ich nicht in einem kurzen Diskurs über das grammatikalische Verhältnis von Spuckendem und Bespucktem ausbügeln. Da müssen sich Profis drum kümmern und mir ist klar, dass ich auf den meisten Gebieten einfach kein Profi bin. Auf manchen Gebieten bin ich sogar ein ausgewiesener Stümper. Zum Beispiel beim Backen.
Ich koche leidenschaftlich gerne. Ich versuche mich an eigenartigen Zutaten und oft gelingt es. Beim Kochen darf man Anarchist sein, man kann chinesisches Fünf-Gewürze-Pulver und wilden Spargel zum Kartoffelgratin probieren und mit ein bisschen Glück funktioniert es. Und wenn mal etwas nicht funktioniert, weiß man beim nächsten Mal, was man hinzufügen oder weglassen sollte. Beim Backen geht das so nicht. Das ist eine unglaublich disziplinierte Kunst. Die Zutaten müssen mit der Akribie eines Metallurgen abgewogen und die Backzeit muss exakt bemessen sein, sonst geht es alles fundamental schief. Ich kriege nicht mal einen Marmorkuchen passabel hin. Backtechnisch war für mich sogar das Yes-Törtchen (Gott sei seiner Seele gnädig) eine Offenbarung. Ich habe das aufgegeben, denn die Perfektion, mit der Kuchen und Torten beispielsweise bei Buchwald im kleinen Hansaviertel feilgeboten werden, werde ich nie erreichen.
Buchwald ist eine Berliner Institution. Der Baumkuchen wird seit etlichen Berliner Generationen als drittes legitimes Wahrzeichen der Stadt neben Brandenburger Tor und Gedächtniskirche gehandelt, was ich für übertrieben halte. Aber die feisten Buttercremetorten oder die Birnen-Schmand-Torte, die Marc-de-Champagne-Torte oder einfach der Rhabarberkuchen … das ist fast so gut wie Sex.
Ich gebe zu, dass ich nicht ein einziges Mal drinnen gegessen habe. Es sieht aus, als habe man es kurz nach dem Krieg vom Sperrmüll eingerichtet, wobei offen bleiben kann, welcher Krieg es war. Und wenn man – jedenfalls am Wochenende – an einem der dicht gestellten Tische essen will, muss man sich vorher trotzdem vorne an der Theke anstellen und den Kuchen aussuchen. Nö. Da nehme ich den in Sahne materialisierten Sex lieber mit nach Hause. Im Sommer allerdings, könnte man da essen. Da gibt es nämlich ein paar Tische im Vorgarten. Die sind zwar meistens besetzt, aber immerhin, man könnte. Und das Beste: draußen gibt’s auch Tassen, nicht nur Kännchen und das, lieber Leser, gibt mir die Gelegenheit, etwas zu tun, was ich die ganze Zeit schon tun will: der lieben Draussennurkaennchen aus Frankfurt mal ganz persönlich und exklusiv einen Bericht zu widmen. Was ich hiermit tue.
Stichworte moabit, sex, hansaviertel, sahne, buttercreme
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Moni23 (25.03.2008)
Stimmt schon, ein biosserl omahaften Charm hat das Café Buchwald - na und? Durchgestyltes gibt’s nun wirklich reichlich, da tut das auch mal gut. Und so leckeren Kuchen habe ich lange nicht mehr gegessen, einfach Klasse. Beim nächsten Berlinbesuch wieder!
Stichworte café, baumkuchen
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zakkaya (02.11.2007)
Stichworte cafe, kuchen, moabit, buchwald
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vilmoskörte (31.10.2007)
Stichworte cafe, kuchen, konditorei, torten, hansaviertel, baumkuchen
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simoncito (24.10.2007)
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indica (30.01.2007)
Stichworte cafe, kuchen, konditorei, torte, tortenschlacht, baumkuchen, oma-cafe, konditern
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Christian Punckt (11.01.2007)
Stichworte cafe, gemütlich, kuchen, rumkugeln
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Attila (03.11.2006)
Stichworte kuchen, torte, tortenschlacht
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