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Antiquitäten John Wilcockson
Marburg
- Adresse:
-
Neustadt 17, 35037 Marburg
- Kontakt:
-
06421 24466
| Nutzer-Infos |
|
1 Beitrag zum Platz "Antiquitäten John Wilcockson" auf Deutsch
Es ist ein erstaunlich vollgestopftes Geschäft, kurz hinter der Wasserscheide in der Neustadt. Zu den niedrigen Schaufenstern locken schöne Drucke und anatomische Schautafeln von Pflanzen und Tieren. Erst auf den zweiten Blick sieht man die Nadeln, Klingen und Haken: Hier handelt Dr. John Wilcockson mit wissenschaftlichen Antiquitäten; sein Fachgebiet ist das der Medizin.
Das Handwerkszeug von Barbieren und Quacksalbern liegt einträchtig neben dem von medizinischen Kapazitäten, quer durch sämtliche Disziplinen. Schön sehen sie aus in ihren samtausgeschlagenen Köfferchen, die Zangen, Sägen, Skalpelle, Bohrer, mit gedrechselten Griffen aus Bernstein oder Elfenbein. Ihre Anwendung mag man sich nicht allzu genau ausmalen. Hat man Glück und das Geschäft ist offen, kann man sie sich von Dr. Wilcockson persönlich erklären lassen, im Detail, mit englischem Akzent.
Auch allerlei Gläsernes aus Apotheken und medizinischen Kabinetten ist hier zu bestaunen, ausgestopfte und modellierte Tiere, Ladenschilder, schweres und filigranes wissenschaftliches Gerät; das reinste Museum, nur nicht so übersichtlich ...
Anatomische Tafeln, Lehrbücher und Kataloge repräsentieren die theoretische Seite der Naturwissenschaften. Draußen liegen meist Kinderbücher aus Zeiten, in denen man den Kleinen die Zähnchen noch ohne Betäubung zog.
So ein ungewöhnliches Angebot hat natürlich seinen Preis. Für mich als Studentin waren Globen und Atlanten, Apothekergläser und kolorierte Stiche unerschwinglich. Es hat höchstens mal für einen Rechenschieber gereicht oder für ein Glasauge.
(Die blauen sind seltener und teurer, deshalb war's ein braunes. Das hat dann ein paar Wochen lang in der WG gewohnt, in der Butterdose.)
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Plätze in der Nähe von Antiquitäten John Wilcockson
Avantgarde Modeboutique Inh. Carmelia Markeli Neustadt 9, 35037 Marburg
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NandaM: “Vor einiger Zeit war ich zu Besuch bei Freunden in Marburg und wir wollten einkaufen gehen. Als ich die Hoffnung auf eine schöne Einkaufsmöglichke...” mehr…
Deutsch






Kommentieren 27 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen
Wunderbar.
Very british.
Thank you! Sehr Marburg, auch.
So ein Glasauge ist schon praktisch - kann man mal ganz in Ruhe ein Drei-Augen-Gespräch führen…
Genau. Oder man kann mal ein Auge zudrücken und trotzdem noch räumlich sehen.
was das denn auch ein gebrauchtes Glasauge?
Das weiß ich nicht, nehme es aber stark an. Er hatte ein ganzes Körbchen voll. Und es gab keine zwei gleichen, natürlich.
Spooky!
Wo fangen denn bei diesem sonderlichen Antiquitätenhändler die Preise an? Schon mal rechtzeitig Richtung originelle Weihnachtsüberraschung gefragt…..
Hm, wenn man ein regelmäßiges Einkommen hat, sind die Preise wahrscheinlich gar nicht so abschreckend. Ich schaue nächstes Mal, was so draußen hängt.
Du wirst mal ein Auge drauf werfen, Lakritze…?
Ein Rechenschieber, ein Rechenschieber! Hast du den noch?
Barnie, das wäre Sachbeschädigung.
Liesl, nein -- der war ein Geschenk. (Und der Addiator, fällt mir ein, den ich da gekauft habe, auch.)
Apropos Skalpell.
Wie war doch gleich diese schöne Szene aus dem “Chien andalou” mit der Wolke?
Da hab ich auch immer nur mit dem Glasauge zugucken können..
Bäh. Die muß ich komplett verdrängt haben. Ich denke da jetzt nicht vertiefend drüber nach, so kurz vorm Schlafengehen ...
Hab mal ein harmloses rausgesucht.

Och nö ... Jetzt weiß ich’s wieder. (Und die ganzen Geschichten, die mir Schwester Claudia aus der Augenklinik erzählt hat.)
Blaue Glasaugen? Da hatte ich als Kind eine ganze Sammlung von. Ein Freund der Familie brauchte immer mal wieder ein neues (ja, sie nutzen sich tatsächlich im Gebrauch ab!) und schenkte mir die abgelegten. Wenn man sie in einer Reihe nebeneinander legte, sah man, dass das Blau im Lauf der Jahre blasser wurde. So ein Glasauge wird nämlich im Beisein des Trägers hergestellt, damit die Farbe stimmt.
Wie? Und du hast damit Murmelbahn gespielt?
Amselrot, damit wirst Du reich!
Hotz, die rollen aber schlecht, die sind hinten offen ...
Wow… Zu dumm, daß Marburg so weit von hier weg ist. Das hört sich wunderbar an, um zu stöbern und zu suchen… ;-)
Stimme zu, weckt die wirklich die Stöbersucht
Ich glaube, stöbern geht nicht so ohne weiteres. Viele der interessanten Sachen sind so fragil, daß sie sicher hinter Glas stehen; was man genauer sehen will, bekommt man gezeigt. Aber allein das Rumschauen und Rätseln (ist das im Ernst eine Spritze??) macht schon Spaß.
Aber das mit dem Auge in der Butterdose, das erinnert soch an fiese Filmszene, bei denen Augen in der Suppe kullern, war da nicht was in Indiana Jones II? Bevor das geeiste Affenhirn als Dessert kam? Aber in der Gg-Butterdose, das ist wirklich eine neue Dimension - haben da alle dann nur noch Margarine gegessen? Oder war das nur der gag für WG-Gäste, zum EWrschrecken bei Frühstück, so ein gebauttertes Auge auf Toast, mmmmh…. oder möchten Sie lieber Hammelhoden? Auch da gab es so einen Film…
:) Als alle durcherschreckt waren, haben wir das Auge verschenkt. Wer weiß, vielleicht reist es bis heute durch die nordhessischen Butterdosen…?
ganz blauäugig gefragt: zahlt das eigentlich noch immer die krankenkasse oder sind wir mittlerweile zur augenklappe runtergespart worden?
Na, notfalls geht vielleicht auch Second … eyesocket? ...
@zozismus - die Krankenkasse zahlt, zumindest zum Teil - Augenklappe ist (noch) nicht nötig. Und tatsächlich wird jedes Auge passend für den betroffenen Menschen hergestellt - in seinem Beisein - damit´s so echt wie möglich ausschaut.
Der bekannteste (einzige ??) Hersteller ist die Firma Müller Söhne, die regelmäßig durch die Lande tourt, denn länger als maximal 2 Jahre sollte man so ein Auge nicht tragen - es kann dann zu Entzündungen und Reizungen kommen.