Kompliment
Thomas Weiprecht (06.12.2006) •••••3
Das Bauhaus Europa ist ein geplantes Projekt der Stadt Aachen welches laut öffentlicher Seite eine "Investition in die Zukunft" darstellen soll. Das visuell wirklich ausgefallene Gebäude schafft voraussichtlich Platz für Kulturveranstaltungen und lockt eine große Breite an Gästen in die Kaiserstadt. Es soll das derzeitige Verwaltungsgebäude der Stadt Aachen am Katschhof zwischen dem Dom und Rathaus ersetzen und wird sich von seiner Höhe nicht unterscheiden. Und genau hier setzen die verschiedenen Standpunkte der Pro- und Kontraagumente an, hinzu kommt noch das allgemeine Missverständnis von Zahlen, Fakten und mangelnden Informationen. Das Projekt ist eine einmalige Gelegenheit für Aachen im ständigen Konkurenzkampf zu anderen Städten einen deutlichen Vorsprung vorzulegen und auch international an Bedeutung zu gewinnen. Der Bau und vorallem der Betrieb des Gebäudes zieht jedoch kalkulierbare und gleichzeitig auch unvorhersehabaren Folgen mit sich. Die zur Verfügung stehenden 26,5 Millionen Euro, die sich aus 21 Mio. Euro Bundes- und EU-Mittel, sowie weiteren 5,5 Mio. Euro bisher unbekannter Sponsoren zusammensetzen, decken den geplanten Kostenrahmen von max. 31 Millionen Euro nicht sicher ab. Zwar versichert die Stadt Aachen, dass Investitionskosten zu 100% aus Landes- oder Drittmitteln finanziert werden sollen, können aber keine verbindliche Zusage geben. Ich persönlich denke, es wird nicht schwer sein Baukosten durch weitere Sponsorengelder abzudecken, jedoch ist beispielsweise bei der Beteiligung der Aachener Sparkasse, die ja bekanntlich viele Projekte unterstützen, mit Kürzungen bei anderen sozialen Projekten zu rechnen, denn die Sparkasse muss laut Gesetzgebung einen bestimmten Anteil von ihren Gewinn in soziale Projekte investieren und eine solche Beteiligung führt zu eben diesem. Desweiteren sind damit lediglich die reinen Baukosten abgedeckt jedoch nicht der jährliche Unterhalt von ca. 2,89 Mio. Euro, der sich aus Personalkosten, Betriebskosten, Marketing, Bewachungskosten, Technikkosten usw. zusammensetzt. Die wirtschaftlichen Erträge durch Besucherentgelte, Fördergelder, Spenden, Mieten usw. betragen dahingegen schätzungsweise nur 800.000 Euro und decken den erforderlichen Rahmen somit nicht ab. 2,09 Mio. Stehen also jährlich offen und müssen von der Stadt Aachen und somit ihren Bürgern getragen werden. Diese jährliche Summe fehlt also definitiv an anderen Stellen, hierzu ist jedoch zu sagen, dass es keine Einschränkungen an finanziellen Mitteln in den Bereichen Kultur, Jugend und Soziales geben wird. Auch sind die bereitgestellten 21 Mio. Euro nur für diesen Zweck gedacht und würden der Stadt Aachen im Falle der Errichtung im Ramen der Euregionale 2008 geschenkt werden. Sollte das Bauhaus in Aachen nicht gebaut werden können die Gelder nicht anders verwendet werden, sie stehen ausschließlich dem Zweck des Bauhauses zur Verfügung und die dann fällige Sanierung des bisherigen Verwaltungsgebäude müsse die Stadt Aachen komplett selber tragen. Große Pläne für den Inhalt des modernen Gebäudes sind bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Es heißt zwar, dass Platz für Ausstellungen geschaffen wird und ein Treffpunkt für große Ideen und Jugendliche realisiert wird, wie das jedoch genau aussehen wird steht noch zur Debatte. Von öffentlicher Seite heißt es lediglich es exestieren mehr als genügend Vorschläge und vorliegende Pläne. Ich persönlich bin der Meinung, dass die komplizierte Planung nicht ausgereift und eher schwammig ist. Selbstverständlich kann man nur mit geshcätzen Werten arbeiten und finanzielle Einflüsse wie bspw. durch Touristen etc. nur schwer einfließen lassen, jedoch sollten schon deutliche Pläne für den Inhalt des Bauhauses den Bürgern vorliegen, denn warum sollte man den Bau für ein Gebäude beführworten, was später vlt. gar nicht den Interessen entspricht. Im Vergleich zu anderen Projekten wie das TGV-Station in Lüttich, welches rund 300 Mio Euro gekostet hat und die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn für die 65,5 Mio. aufgebracht werden mussten, ist das Bauhaus Europa ein relativ gesehen günstiges Projekt. Auch kulturelle Kosten, die die Stadt Aachen in andere Ausstellungen investiert, unterstützen dann vorraussichtlich die eigenen im Bauhaus, lassen dann aber den jetzt schon zu wenig beachteten Museen in Aachen noch weniger Spielraum und gefährden deren Existenz. Die letztendliche Entscheidung liegt daher bei jedem einzelnen Bürger und in diesem Sinne zählt am 10.12.2006 jede abgegebene Stimme.
Stichworte
kultur, modern, neu, bauhaus, bildung, europa, bürgerentscheid, katschhof, zusammentreffen
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