Der Kaiserdom in Speyer
ist die größte erhaltene romanische Kirche in Europa und eine der bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten in Deutschland. Fast 100 Jahre lang diente die Kathedrale den salischen Kaisern als Mausoleum. Kein anderes Bauwerk im frühen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation symbolisierte mehr die Macht deutschen Kaisertums als der Dom zu Speyer.
Etwa um das Jahr 1030 legte der salische Kaiser Konrad II. den Grundstein für die romanische Kirche. Doch konnte der Kaiser die Fertigstellung seines Grabmals nicht mehr erleben. Nachdem er 1039 in Utrecht gestorben war, überführte man seinen Leichnam nach Speyer, wo er unter einer riesigen Baustelle beigesetzt werden musste. Sein Sohn Konrad III., designierter Nachfolger in der salischen Kaiserwürde, trieb den Dombau schnell voran, sodass bereits im Jahr 1041 die Krypta eingeweiht werden konnte.
Als die verwitwete Kaisermutter Gisela schließlich 1043 verstarb, konnte sie neben ihrem verstorbenen Ehemann Konrad II. in allen Ehren beerdigt werden. Mit der Weihe des Hochaltares im Jahre 1046 kam der Dombau zu seinem ersten historischen Höhepunkt. Im Jahr 1056 starb auch Konrad III., der nun neben seinen Eltern beigesetzt wurde. Unter der Obhut seiner hinterbliebenen Frau Agnes führte der erst sechsjährige Sohn Konrads III., der kleine Prinz Heinrich IV., die Baumaßnahmen zu Ende. Unter Heinrich IV. als salischer Kaiser konnte der fertige Dom nach 30 Jahren Bauzeit 1061 von Bischof Gundekar von Eichstätt geweiht werden.

Dieser erste Dombau zu Speyer bestand aus einer kreuzförmigen Basilika mit zwei Kirchtürmen. Nur 20 Jahre hatte die erste Kirche in dieser Form Bestand. Schon 1081 ließ Heinrich IV. den Dom teilweise einreißen und um ein Vielfaches erweitern. Als Heinrich IV. 1106 nach fast 50-jähriger Regierungszeit verstarb, wurde er zunächst nicht neben seinen Eltern beigesetzt, da er sich zur Zeit seines Todes im Kirchenbann befand. Erst 1111, nach der Aufhebung des Bannes, durfte seine Leiche in die Familiengruft überführt werden.
Der Dom war während der Regierungszeit Heinrichs IV. um einen großen Westbau mit Seitenschiffen vergrößert worden. Erstmalig ist am Dom zu Speyer der Baugedanke des Laufganges (Zwerggalerie), der sich um das ganze Bauwerk zieht, realisiert. Auch das Blendbogensystem wurde bei diesem Umbau zum ersten Mal in der Baugeschichte eingesetzt. Kaiser Heinrich V., Sohn und Nachfolger Heinrichs IV., war der letzte salische Kaiser, der 1125 in der Kaisergruft beigesetzt wurde. Zu dieser Zeit war der Kaiserdom von Speyer das größte und monumentalste Bauwerk des gesamten Abendlandes. Historisch in besonderer Erinnerung blieb der Besuch des berühmten Zisterzienserabtes Bernhard von Clairvaux an Weihnachten 1146 im Speyerer Dom, der hier mit einer wortgewaltigen Predigt den deutschen König Konrad III. und mehrere Tausend Ritter zur Teilnahme am Kreuzzug bewegte. Im Schatten des Domes fanden auch über 50 Reichstage statt. Die größte Tragweite hatte der “Reichstag der Protestation” im Jahr 1529, auf dem die evangelischen Fürsten und Städte für die ungehinderte Ausbreitung der reformatorischen Lehre eintraten. Immer wieder wurde in den folgenden Jahrhunderten das Familienwerk der Salier von Bränden heimgesucht. Doch der verheerendste Schlag traf den Dom im Schicksalsjahr 1689, als im pfälzischen Erbfolgekrieg die Truppen Ludwigs XIV. die Kurpfalz systematisch verwüsteten. In der Gruft wurden die Kaisergräber aufgebrochen und geplündert,
bevor das Bauwerk selbst in Brand gesteckt wurde. Schließlich fiel die ganze westliche Hälfte der Kirche den Sprengversuchen der Soldaten zum Opfer. Kaum waren große Teile des Langhauses 1758 bis 1778 in der ursprünglichen Form wieder aufgebaut worden, brach die französische Revolution aus und der aufgeputschte Pöbel wütete im Dom und zerstörte alle Altäre.
1980 erklärte die UNESCO den Dom zum “Kulturerbe der Welt”.
- Einige Teile des Berichtes stammen aus dem Buch “Pfalz - Sehneswürdigkeiten”
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