Maritim Museum Peenemünde, Peenemünde

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Maritim Museum Peenemünde - Peenemünde
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12.03.2007

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Wie ein grosser toter Wal liegt das schwarze Stahlungetüm fest vertäut am Kai im kleinen Hafen von Peenemünde. Mit dem roten Stern und der weissen Nummer U-461 auf seinem flachen Turm. Es ist ein als Museumsschiff ausgestelltes ehemaliges sowjetisches U-Boot, das zuvor unter der Bezeichnung K-24 im Dienst als Waffe gegen US-Flugzeugträger-Kampfgruppen war. Das Schiff gehörte zur sowjetischen Juliett-Klasse. Fast 86 m lang und verdrängt getaucht über 4.000 t. Das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot war ab 1965 noch bis 1988 auf seinen Übungs- und Patrouillenfahrten im Nordatlantik mit vier Marschflugkörpern und Torpedos unterwegs.

Über eine Gangway hinter dem Kassenhäuschen an Land kommt man in das U-Boot. Zunächst gilt es eine steile Treppe mehrere Meter im Bauch in die Tiefe hinab zu steigen, zwischen Rohrgewirr, Unmenge Ventile und Verschlüsse. Ganz tief unten führt der Weg längs des Schiffs, vorbei an allerlei Abseiten und engen Schotten zum Torpedoraum im Bug. Beängstigend, was hier rund 80 Mann Besatzung ausgestanden haben müssen. Das Boot hätte für die alle ein Stahlsarg sein können. Glück gehabt. Das Ding sieht derart unzuverlässig und Schrott aus ... Die Besichtigungstour ist nichts für Amotoriker, steife Hüftgelenke, Leute mit Höhenangst oder mit Angst vorm Dunkeln.

Peenemünde. Die unrühmliche Nordspitze der Insel Usedom. In unmittelbarer Nachbarschaft des Hafens wurden im Zweiten Weltkrieg die Naziraketen V1 und V2 auf London abgefeuert. Deren Konstrukteur und spätere Weltraumpionier Werner von Braun begann hier seine Karriere. Noch bis zum Mauerfall 1989 war hier militärisches Sperrgebiet mit allerhöchster Sicherheitsstufe. In der DDR-Zeit starteten hier die sowjetischen und ostdeutschen MIGs des NVA-Jagdgeschwaders 9. Heute bummeln Familienväter in kurzen Hosen und Sandalen mit ihren Gören und kaufen ihnen Pommes und Marine-Kitsch im Hafen-Souveniershop. So ändern sich die Zeiten. Gottseidank.

Landschaftlich merkt man Peenemünde seine militärische Vergangenheit an. Schnurgerade lange Landstrassen durch blickdichtgepflanzte Ostsee-Kiefernwälder. Gelegentlich wird die Linealgerade durch Sicherheitskurven unterbrochen. Ich fühlte mich in einigen Momenten um 60-70 Jahre zurückversetzt. Dann wieder verlassene Militärwohnanlagen(?). Es wirkt trostlos und grau. Genau das Gegenteil der übrigen Insel Usedom, die wunderschön ist.

Vom Peenemündener Hafen fährt am Kai daneben die "Mönchgut" ab, ein Passagierschiff der Fahrgast-Reederei „Adler-Schiffe“, welche im Sommer im Liniendienst zwischen den Inseln Rügen und Usedom verkehrt. Sie fährt über den Greifswalder Bodden bis zu den berühmten Kreidefelsen und macht zwischendurch eine Reihe Stopps an den verschiedenen Bädern von Rügen. Eine schöne Tagestour, die sich mit der U-Boot-Besichtigung gut kombinieren lässt.

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