Kompliment
heifisch (08.03.2007) •••••4
Es gibt wohl kaum einen unscheinbareren Laden als die Änderungsquelle in der Bugenhagenstraße. Das Fenster von außen vergittert, der erste Eindruck alles andere als einladend.
Aber wie es manchmal so ist, so sollte man auch hier einfach 2 mal hinschauen. Auf den 12 m², die der winzige Laden hat, wird genäht, geändert und geschneidert, was die per Fuß (!) angetriebene Nähmaschine des türkischen Inhabers so hergibt.
Im Winter bullert ein Ofen in der Ecke, im Sommer steht zwecks Belüftung die Eingangstür grundsätzlich einladend auf. Der Schneider steht dann oft grinsend im Türrahmen und begrüßt alle Vorbeigehenden freundlich - denn hier kennt man sich.
Ich war zwar erst skeptisch, aber nachdem alle meine Aufträge immer perfekt und genau in der angekündigten Zeit erledigt wurden, gehe ich nur noch dort hin.
Hosen verlängern, Bund enger machen, Reißverschluss an schwierigen Stellen erneuern, Gardinen nähen, Löcher in der Lieblingsjeans stopfen und... und... und...
Eigentlich sind dies Dienstleistungen, die sich heutzutage kaum mehr lohnen, weil zu teuer. In der Änderungsquelle ist das kein Thema. Die Nachbarschaft hat wenig Geld bzw. hängt einfach an den ollen Klamotten (ahem).
Ich bin da auch schon auf dem Weg zur Arbeit reingeschneit, weil ich gerade dabei war, einen Knopf zu verlieren: Gegen 0 Euro wurde der mir innerhalb von Sekunden professionell wieder angenäht.
Irgendwie ein gutes Gefühl, dass es sowas noch gibt.
Stichworte
nähen, kiez, moabit, änderungsschneiderei
Kommentare (0)
Bedenklicher Inhalt?