Dieser Eintrag gehört zu Qype Italien. Sieh Dir diesen Eintrag bei Qype Italien an: Locanda dell´Isola Comacina - Ossuccio
Locanda dell´Isola Comacina, Ossuccio
- Kategorie:
- Pizza & Italienische Restaurants Ossuccio
- Adresse:
-
Isola COmacina, 22010 Ossuccio
+39 0344 56755
- Website:
- Geöffnet:
- März bis Oktober. Mittags und Abends
- Gibt es hier künftig Events? Eintragen
- Mehr Details:
-
Anzeigen
Du kannst so viele Bilder hochladen wie Du willst.
Video-Upload ist eine exklusive Funktion für Qype Premium Partner.
3 Beiträge zu Locanda dell´Isola Comacina auf Deutsch
Ich war vor 3 Jahren auf der Isola, sogar mit persönlichen Interesse, da meine Vorfahren vor Jahrhunderten in Sala lebten und auf der Isola getraut wurden, ein Großonkel war in den 70er Jahren dort und hat auch von der Locanda, dem Wirt und nicht zuletzt vom Essen geschwärmt. leider war an dem Abend, an dem wir das Lokal besucht haben, eine riesige lärmende Touristengruppe anwesend, das Menü bestand in den erwarteten Komponenten, aber war von so schlechter Qualität, das ich in einer anderen Situation alles hätte zurückgehen lassen, der Fisch zerkocht, das Huhn völlig trocken, die Antipasti absolut lieblos, das aus Großhandelspackungen uns direkt auf die Teller gelöffelte Eis war auch nicht der Hit. Eigentlich bin ich nur sitzengeblieben, um vielleicht noch ein, zwei Worte mit dem Wirt, Herrn Puricelli zu reden, aber wir wurden kaum eines Blickes gewürdigt und hatten schon Schwierigkeiten überhaupt die Rechnung zu bekommen.
Schade, das ein so gelungener Ort zu so einer reinen Touristenabzocke verkommen ist!!
Dem "Vorredner" ist eigentlich nur zuzustimmen: Wegen des Essens alleine lohnt der Ausflug leider nicht!
Hier waltet ein wackerer Wirt, der gegen das Unbill eines Jahrhunderte alten Fluchs ankämpfen muss. Die einzige Insel im Lago Como wurde im 12. Jahrhundert mit einem Bann des Bischofs Vidulfo belegt:
“Es werden niemals mehr die Glocken läuten, niemand wird mehr einen Stein auf den anderen setzen, niemand wird hier mehr Wirt sein unter der Strafe eines qualvollen Todes”.
Möchte man da Wirt werden? In der Tat ist der Rest der Insel seit dem Fluch unbewohnt.
Glücklicherweise ist also nur der Wirt verflucht, nicht der Gast. Wir dürfen uns getrost auf die Insel trauen. George Clooney und Brad Pitt haben es auch schon gewagt, nach dem Dreh von Oceans 12, am Comer See. Und? Geht´s denen schlecht? Ich glaube: nein.
Es ist nun klug, sich die Telefonnummer zu notieren! Bei Anruf: Boot. Irgendwie muss man ja auf die Insel kommen.
Das Restaurant befindet sich auf dem süd-östlichen Zipfel der Insel. Ein traumhafter Blick öffnet sich von der Terrasse auf den See. Dei schönem Wetter sollte man unbedingt draußen Platz nehmen. Bei schlechterem Wetter wird im Innenraum der Kamin angeheizt.
Der Bestellvorgang ist sehr zügig erledigt. Weißwein oder Rotwein, dass ist hier die Frage.
Das Menü, welches hier serviert wird, ist seit 1947 das gleiche. Es gibt nur das eine.
Gemischte Vorspeisen mit acht Gemüsen und ein grandioser Schinken, vom Wirt abgesäbelt; Forelle vom Grill mit Zitrone; Hähnchen in Öl gebacken; aus einem gewaltigen Stück Parmesan werden Stücke heraus gebrochen; dann Vanilleis mit Likör und Frucht (in diesem Fall Orange, hier kann es saisonale Abweichungen geben!).
Der Brandy wird abschließend mit der rituellen Zeremonie zur Bekämpfung des Fluchs dargeboten. Eifrige Helfer bauen eine Tonanlage auf, danach wird die Glocke geläutet und das mittlerweile durchaus gesättigte Publikum lauscht und beiwohnt andächtig, nämlich dem Gastgeber, Benvenuto Puricelli, der sich mittlerweile eine gestrickte bunte Zipfelmütze aufstülpte und ans Mikrophon tritt.
In einer Pfanne wird der Brandy angezündet, dabei erzählt er die Geschichte der Insel. Wie ein Mantra wird der Anti-Fluch beschworen. Dazu hatte die englische Schriftstellerin Francis Dale dem alten Wirt 1949 geraten, seither besteht die Tradition.
Dem Brandy werden Kaffee und Zucker beigemengt und dann den Gästen serviert.
Der Aufenthalt auf der Isola ist etwas bezauberndes. Ein Ereignis. Darüber hinaus ist es köstlich. Die frische der Zutaten, die Routine der perfekten Bereitung, der Service, das Ambiente. Der Smalltalk mit einem gebildeten, eloquenten Gastronomen, der mir das Gefühl gibt, dass er auch George Clooney nicht anders behandelt hat…..ja, ähem, bisschen vielleicht…
60 Euro plus Bootstransfer. Wagen Sie es, trotzen Sie der Verdammnis von Bischof Vidulfo.
Den Wirt jedenfalls, werden Sie garantiert nicht verfluchen wollen.
(12.09.2008)


