Klasse! Ich hab das Buch von Lenz “Geschichten aus Steckborn” gelesen. Schön, daß Du die Gegend jetzt für mich erkundest…
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Stein am Rhein
Stein am Rhein
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Choligass, Schweizer Imbiss-Buffet, 8260 Stein am Rhein
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3 Beiträge zum Platz "Stein am Rhein" auf Deutsch
Sehr klein und sehr schön, das kleine Örtchen direkt hinter der Granze. Toll erhaltene Altstadt, die Burg Hohenklingen und die Lage direkt am Wasser. Ein toller Tagesausflug.
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Der Bodensee – wie ein launischer Geliebter empfängt er uns. Kaum am Ziel angekommen, öffnet der Himmel seine Schleusen, um sie so schnell auch nicht wieder zu schließen. Erste Erkundung und Blick auf den See in Radolfzell – eine Welt grau in grau. Ob das eine Beziehung auf Dauer werden kann ??
Gut, dass wir eine gemütliche Ferienwohnung in Steißlingen gemietet haben. Der nächste Tag bringt keine Besserung. Was bleibt übrig, als sich mit dem Auto auf den Weg zu machen - immerhin wollen wir den ganzen See nach und nach umrunden. So nah wie möglich am Seeufer der Halbinsel Höri entlang erreichen wir das Ende des Sees, dort wo der Rhein ihn verlässt, um als immer breiter werdender Strom der Nordseeküste entgegen zu fließen. Fast unbemerkt und unbehelligt haben wir die deutsch-schweizerische Grenze passiert und sind in "Stein am Rhein" gelandet. Ein Blick durch eines der Tore, die einen zauberhaften Einblick in das mittelalterliche Städtchen gewähren, lässt uns einen der zahlreich vorhandenen Parkplätze ansteuern. Der erste Weg führt uns zum Hafen des Ortes – Wasser unten, Wasser von oben – Tristesse pur, wäre da nicht der Blick auf die schönen alten Fachwerkgebäude in unmittelbarer Nähe. Auch einige Restaurants präsentieren sich mit durch große Markisen gut geschützten Außenterrassen dem Besucher. Auf der Wasserseite werben Fahrpläne und Schifffahrtsrouten um Gäste – der Anleger ist gleich dahinter.
Nach einer Schiffstour steht uns aber keinesfalls der Sinn, wir wollen mehr sehen von diesem schönen Städtchen. Die engen Gassen mit den unglaublich schönen Fachwerkhäusern laden trotz beständig fallender Regentropfen zu einem kleinen Bummel ein. Ganz anders ist das Fachwerk als in meiner westfälischen Heimat – nicht nur der Funktion folgend sondern ornamental gerundet, oft in schönen Rottönen gefärbt und mit rundkantig sauberer Ausfachung. Die schönsten Häuser aber erwarten uns in der Unterstadt und am Rathausplatz. Über und über liebevoll bemalt, mit Erkern und Türmchen bestückt – so viel Pracht habe ich selten gesehen. Und es gibt noch viel mehr davon – Interessantes zur Geschichte von Menschen und Häusern mit etlichen Fotobeispielen findet Ihr bei Wikipedia - eine Aufzählung und Beschreibung hier würde den Rahmen sprengen.
Ein Blick noch über die enge steinerne Brücke, die mit dem linksrheinischen Stadtteil "Vor der Brugg" verbindet, dann zieht es uns zu anderen Genüssen. Die kühle Nässe fordert Tribut, der Magen verlangt nach wärmender Stärkung. Gerade recht kommt da der "Schweizer Imbiss" an der Ecke Choligass/Unterstadt. Cervelat vom Grill verheißt das werbewirksam aufgestellte Doppelplakat. Jetzt komme ich also tatsächlich in den Genuß dieser hier schon so oft beschriebenen Traditionswurst. Mit 5 Schweizer Franken, bzw. 3,40 Euro pro Wurst sind wir dabei. Frisch gegrillt, säuberlich in rötliches Pergamentpapier eingeschlagen und auf einem Bauerbrot serviert, das in mehrere Scheiben geschnitten locker für ein ganzes Frühstück reichen würde. Tatsächlich, der Geschmack ist gut, ganz anders als gewohnt. Ich esse allerdings, von einem kleinen Nürnberger Bratwürstel gelegentlich oder einem westfälischen Mettendchen alle Jubeljahre mal abgesehen, auch kaum Wurst – meine Beurteilung ist daher sicher nicht maßgebend. Diese/r Cervelat ist kräftig gewürzt, rötlich, leicht säuerlich und geräuchert, die eingekerbte, durch Hitze dekorativ aufgeplatzt Wurstpelle relativ zart – lecker, wärmend und sättigend, womit sie eindeutig ihren Zweck erfüllt hat.
Da ich immer gern weiß, was ich so esse, habe ich nachträglich ein wenig gesucht und gefunden – z.B.: „Das Fleischerzeugnis war nicht nur eine Bereichung für den Speiseplan. Es hat die Schweiz Mitte des 19. Jahrhunderts gesellschaftlich verändert. Denn plötzlich konnten sich auch die Armen Fleisch leisten. «Der Cervelat wurde zum Billig-Doping des Industrieproletariats», schreibt die Berner Zeitung" – Samuel Reber im Beitrag „König Cervelat“ in „Blick" aus dem Jahr 2005.
Zur Namensgebung las ich andernorts, dass man früher zur Wurstmasse oft Hirn mischte, welches auf französisch "cerveau" heisst. Heute werden allerdings keine Innereien mehr verarbeitet, wenn ich einer weiteren Information glauben darf – gut zu wissen.
Eigentlich wollen wir anschließend über die steinerne Brücke auf die andere Rheinseite fahren, die Verkehrsschilder leiten uns aber etliche Kilometer rheinabwärts über eine größere Rheinbrücke, so dass wir linksrheinisch bis nach Kreuzlingen am Bodensee entlang zurückfahren können. In Steckborn würden wir gern einen Abstecher zur von Lenz so liebevoll beschriebenen Besenbeiz der Familie Lampert machen. Trotz intensiver Ausschau findet sich aber kein Hinweisschild. Dafür fällt mir der Schriftzug „Frohsinn“ im letzten Moment ins Auge. Da war doch auch was – richtig – das Hotel Frohsinn mit seinen hellen freundlich-farbigen Zimmern war in meiner Hotelauswahl. Nun - bei dem Wetter ist eine Ferienwohnung wohl doch praktischer – auch ein Umkehren und Einkehren auf der schönen Seeterasse des Hotels würde buchstäblich ins Wasser fallen.
Fazit des ersten Bodenseetages – Stein am Rhein ist auf jeden Fall eine (zweite) Reise wert, und bei der Gelegenheit bekommt dann Steckborn eine erneute Chance, immerhin will auch das Eichhölzli noch erkundet werden.
Kommentieren 8 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen
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Lucie, 15 September 2008:
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Lenz, 15 September 2008:
@meme, mir wird ganz warm ums Herz, und bestimmt nicht nur wegen der Servela. Freut mich, dass du davon nicht enttäuscht bist. Wie du Stein am Rhein beschrieben hast ist schön. Gut beobachtet und absolut liebevoll. Schade, dass das Wetter nicht mitspielte.
Die Besebeiz in Steckborn ist schwer zu finden. Selbst Einheimische kennen sie oft nicht. Meiner Erinnerung nach gibt es auch keine Ausschilderung. Aber die Ortsangabe auf Qype stimmt. Die Alternative dazu, vor allem bei schlechten Wetter, wäre der “Anker” gewesen.
@Lucie, gut dass du die Gegend auch aus neutralem Blickwinkel geschildert bekommst. Meine Erzählungen sind ja auch eher belletristisch. Schwärmerisch.
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burkey, 15 September 2008:
Dort war ich auch schon auf einer Radtour, es war hitzeheiß, habe Stein aber in sehr guter Erinnerung wegen der einmaligen Stadtanlage.
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Höhlenmusiker, 15 September 2008:
Stein, heiß und sonnig - eine herrliche Zeitreise in alte Fachwerkgemütlichkeit. Einfach wiederkommen, wenn die Sonne lächelt!
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Lucie, 15 September 2008:
@Lenz: mir hat Dein Buch gefallen. Und ich finde es schön, daß meme die Gegend für mich besucht.
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Lenz, 15 September 2008:
@Lucie, das finde ich auch. Zumal es für mich diesen Sommer noch nicht gereicht hat
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Lucie, 15 September 2008:
Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann auch mal dahin … und kann dann einen Teil von Deinem Buch nacherleben …
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Lenz, 15 September 2008:
Das würde ich dir wünschen, Lucie. Auch die deutsche Seite des Bodensees ist schön. Alles.
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