Gedenkstätte Gleis 17 Grunewald, Grunewald, Berlin
- Kategorie:
- Museum und Ausstellung Grunewald | Museum und Ausstellung Berlin
- Adresse:
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Am Bahnhof Grunewald, 14193 Berlin
- Mehr Details:
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5 Beiträge zu Gedenkstätte Gleis 17 Grunewald auf Deutsch
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Bedrückend und wenn man den Ort mit Israelischen Kameraden besucht schämt man sich schon etwas für seine Geschichte :-(
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Viel kann man dort nicht sehen,muss man aber auch nicht weil es ein schrecklicher ort war und man dort in ruhe den opfern gedenken kann!
Die „Gedenkstätte Gleis 17 Grunewald” ist ein Ort, der sprachlos und fassungslos stimmt, wenn Mensch sich vergegenwärtigt, was hier in den Jahren zwischen 1933 und 1945 geschah. Es war der Bahnhof, an dem die Berliner Juden "deportiert" wurde - mit anderen Worten: an dem die Berliner Juden in den Tod geschickt wurden. Eindrücklich das Gleis 17, dass alle Daten der sogenannten Deportation auflistet - an welchem Tag wieviele Juden in welches sogenannte Konzentrationslager per Reichsbahn in den Gaskammern "deportiert" worden sind. Besucht man dieses Gleis und vergegenwärtigt sich die Menschen, die damals darauf warteten "deportiert" zu werden, dann ergreift einem Sprachlosigkeit und man kann nicht gleichgültig bleiben angesichts des heutigen Terrors, der im Namen menschenverachtender Regime und Systeme weltweit geschieht.
Das stillgelegte Gleis 17 am Bahnhof Grunewald ist für mich ein ganz besonderer Ort des Gedenkens an die Massendeportation der Berliner Juden : Hier musste nichts neu gebaut oder errichtet werden, man befindet sich direkt am Orte des Geschehens. Ein ganz anderes Gefühl überkommt einem hier, es steht in keinem Vergleich zum Denkmal der ermordeten Juden. Es ist erschütternder hier, bewegender und authentischer.
Für mich persönlich das schönste Mahnmal, sofern man hier überhaupt von schön sprechen kann. Ich kann schlecht schreiben, daß es ein schöneres oder authentischeres Mahnmal ist, aber hier lebt die Geschichte, hier spürt man die Geschichte.
Von hier aus begann die grausame Deportation von über 56.000 Berliner Juden, von denen alleine hier von dieser Rampe zwischen Oktober 1941 bis Februar 1945 über 17.000 Menschen ihre Todesreise antraten. Anfangs fuhren die Züge der Deutschen Reichsbahn in die Ghettos nach Riga und Warschau, später direkt in die KZ’s Theresienstadt und Auschwitz.
Seit langem fährt hier kein Zug mehr. Als ich neulich mal wieder hier auf dem Gleis war, wehte ein kalter Wind und die ersten Blätter fielen. Außer einem alten Mann mit Hund war weit und breit niemand zu sehen. Bäume und Sträucher wachsen mittlerweile aus den Gleisen heraus und heitern die triste Gleislandschaft ein wenig auf.
Eine Tafel in hebräisch erinnert an die Schreckenstaten von damals und neugestaltete Bahnsteigkanten dokumentieren in chronologischer Reihenfolge alle Fahrten mit Zielort, sowie der Anzahl der Deportierten.
In den letzten Jahren gab es heftige Diskussionen, sollte doch unmittelbar neben dem Mahnmal auf einer Fläche von 100.000 qm ein neues Villenviertel entstehen. Bis jetzt hat sich glücklicherweise nichts hier verändert.
Es ist ein seltsames Gefühl, das einen hier überkommt, in der Erinnerung an die Ereignisse, die sich damals zugetragen haben. Es kommt mir fast vor, im Rauschen der Blätter noch verzweifelte Stimmen zu hören oder das Geräusch alter Dampflokomotiven zu hören. Doch zumindest dieser Ort hat nun für immer seinen Frieden gefunden.
Wer mit der S-Bahn einen Ausflug nach Potsdam oder an den Wannsee plant, sollte sich die Zeit nehmen, mal kurz auszusteigen und das Gleis 17 besuchen. Die Treppen befinden sich gleich am Eingang des Bahnhof Grunewald.
Ich denke mal, viele Menschen haben, ja, nicht Angst, sondern einfach”Überwindungsangst” , hierherzukommen.
Aber es ist kein schrecklicher Ort mehr. Es ist grün, ruhig, ja fast schon harmonisch hier, es macht vielleicht für viele Menschen das Erinnern einfacher, weil hier eine Art Frieden herrscht und eine Stille, die man am Denkmal am Brandenburger Tor nicht findet.
Ich bin gerne Deutsche und liebe Deutschland über alles. Aber ich weiss genau, daß ich auch ein Nachkomme einer menschenvernichtenden Maschinerie bin aber für jeden, der damit Probleme hat, oder sich schämt: Ihr habt keine Schuld, aber bedenkt, vielleicht klingt das ja nazimäßig, ihr seid das gleiche Fleisch und Blut unserer Vorfahren und es bedarf ( es bedurfte) nur einer guten Überzeugungskunst. So was geht schnell, leider.
Ich bin auch alles andere als ein Moralapostel, aber man kann gerne Deutsch sein, so wie ich. Man muß nur versuchen, Türen zu öffnen, wachsam zu sein und versuchen, alles und jeden, der versucht, Nationalsozialismus wieder aufleben zu lassen, zu stoppen.
Mein ganz persönlicher Tipp, etwas gegen das schlechte Gewissen zu tun, ist nicht das ewige Verdrängen oder gar die Verhamlosung der Machenschaften des Dritten Reiches, sondern der Dialog mit Betroffenen und deren Nachkommen. Und wer jetzt sagt: Ich kenne doch keine Juden, der kann das ändern. Jüdische Gemeinden blühen überall auf, und laden vielerorts zum Gespräch ein. Einfach mal informieren.
Das Gleis 17 hat Tag und Nacht geöffnet !
Viel kann man hier eigentlich nicht sehen. Gerade einmal ein stillgelegtes Gleis, rechts und links davon noch nicht einmal richtige Bahnsteige, sondern einfach nur begehbar gemachte Seitenstreifen. Das sonst übliche Dokumentationszentrum fehlt. Nur zwei Tafeln erinnern an das, was hier vor gut sechs Jahrzehnten passiert ist. Und dann gibt es noch am Zugang zu der Anlage ein Kunstwerk. Eine Betonmauer, in der Figuren von Menschen ausgespart sind. Ein starkes Bild, zeigt es doch, dass uns noch heute etwas fehlt, ein Teil von uns selbst. Denn wir haben diesen Teil unserer Gesellschaft im besten Fall vertrieben, im schlimmsten Fall in die Vernichtungslager geschickt.
Außer mir sind hier heute zwei Familien zu Besuch, beide Gruppen sprechen hebräisch. Ob es touristisches Interesse, historische Suche oder sogar das Gedenken an Angehörige ist, die sie hierher treibt, erschließt sich dem Beobachter nicht. Dennoch ist die Präsenz dieser Menschen an diesem Ort irgendwie bewegend. Das einzig Gute an der deutschen Geschichte dieser Jahre zwischen 1933 und 1945 scheint mir zu sein, dass das mit der Vernichtung der Juden eben nicht geklappt hat. Und so freue ich mich über jeden, der heute Berlin besucht.
Es ist ein schöner Herbsttag, an dem ich heute hier bin. Die Tage, an denen die Menschen hier die Züge in den Tod bestiegen, stelle ich mir grau und dunkel vor. Dabei waren sie vielleicht nicht viel anders als der schöne Tag heute. An vielen Tagen fuhren hier Züge ab, wahrscheinlich bei jedem Wetter. Wieder einmal zeigt sich, dass man sich auf den äußeren Schein nicht verlassen sollte, wenn man über Richtig und Falsch ein Urteil treffen muss. Hoffentlich gelingt dies uns allen beim nächsten Mal. Und hoffentlich wird es dann kein nächstes Mal geben.




