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Kompliment Märchenfan (01.05.2008) 5

Nun ja, wenn man auf stocksteifes konventionelles Theater steht, dann wird man hier sicher fehl am Platz sein. Für alle, die noch Fantasie und Lust auf Neues haben ist die Märchenhütte nur zu empfehlen. Sicher mag der Raum etwas beengt sein, doch wird dies alles durch die Atmosphäre und das gekonnte und geistreiche Schauspiel wettgemacht. Man sieht, wie Altes, auf einmal ganz neu erscheinen kann. Die Preise sind sicher nicht die kleinsten, aber doch moderat im Verhältnis zum Aufwand und der gebotenen Darbietung.
Für jeden ein Muss, der den Kiezcharm von Berlin erleben will!

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Kompliment lokalreporter (23.01.2008) 5

Update vom 23.01.2008

Die Märchenhütte steht mittlerweile im Monbijoupark, am Spielplatz an der neuen Bode-Brücke, ehemals Standort des Hoftheaters.


Wie alles begann:

Es wird erzählt, Schauspieler hätten eine Berghütte in Polen abgebaut und sie in Berlin im Monbijoupark wieder aufgebaut.

In dieser Hütte spielen sie jetzt Theater, sie nennen das Märchenhütte, sie bitten um Spenden [statt Eintritt], verkaufen Apfelsaft und Punsch, und irgendwie geht’s dabei sehr um die Hauptattraktion, um die Hütte [und um den Verkauf].

Eine Hütte in Berlin mit Schauspielern und Hüttenflair, einem Ofen, niedrigen Decken, Holz, und Schnaps -- fertig ist das Mondgeratz.
Ich weiß nicht, aus irgend einem Grunde sind die Mitte Bewohner ganz wild darauf sich hier allabendlich einzufinden um in diesem nachgemachten Hütten Ambiente Hans im Glück, Rotkäppchen, Hase und Igel zu lauschen und sich dabei die Kante zu geben [ahh.., hier haben wir den Grund!].

Ich habe den Eindruck, es geht um eine vermaledeite Idee polnisch-neapolitanischer Pizzabäcker [oder Verssager], die den überzüchteten Westgenossen mittels nachgebauter Folklore und märchenhafter Darbietung zeigen will, wo der BrechtBertl den Most holt.

Der atypisch räumliche Impuls soll das einmalige Verkaufsargument sein. Zugegeben, auf den ersten Blick wirkt es spannend, neu, ungewöhnlich. Verweilst du einige Minuten, lässt das Ganze auf dich wirken [am besten nachmittags, wenn’s leer ist], öffnet sich nach und nach das eigentliche Interesse der Betreiber und schon verliert die schöne Idee an Kraft.

Was bleibt, ist die absichtsreiche Absicht der Hüttenbauer, auf atypischem Boden Identität anzubieten, sich anzupreisen, sich zu verkaufen.
Hütte, Schnaps, Nacktheit, Projektion, Holz, Reinheit, Ofen, Märchen, Theater, Zauber – ich finde das nicht unbillig.

Leute mit Ideen [und Wahnsinn]denken ihre Entwürfe nur in den seltensten Fällen zu Ende. Mitunter bringt genau das Erfolg[mitunter auch nicht].

Wahrscheinlich bin ich neidisch, weil ich heute Abend nicht hin gehen kann.

PS. Das Feuer vor der Hüttentür weht in sämtlich geöffnete Schlafzimmer der Spandauer Vorstadt. All meine tausend Kissen riechen seit Tagen nach Holzkohle, olfaktorisches Marketing, bewußt oder nicht, es riecht nach Hüttenzauber!

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Benutzerfoto: klaus21

klaus21

Kompliment klaus21 (12.01.2008) 1

Ein autentischer Bericht:

Ich komme gerade aus der Märchenhütte und muss auch gleich mal meine Wut rauslassen. Erst fing es ganz gemütlich an, aber spätestens als die Tür zu gemacht wurde, wünschte ich mir, ich hätte diesen Ort nie betreten!

Zum einem gibt es keine Zuluft. Es ist erstaunlich, wie so etwas überhaupt genehmigt werden konnte. Der Raum ist übervoll, damit meiner Meinung nach auch die Einnahmen stimmen. Nach ein paar Minuten in der zugestopften Hütte geht einem fast der Atem aus, so stickig wird es.

Am Eingang sitzt der Macher und ist am Ende auch der, der am lautesten klatscht und jeden der den Ort verlassen möchte, einen bösen Kommentar hinterherruft. Ich saß leider in seiner Nähe und spürte seine Agression auch den Schauspielern gegenüber.

Die Theaterstücke selbst sind das schlechteste, was mir seit langem begegnet sind. Eine Mischung aus grottigem Comedy und flachen Improvisationstheater, was man inzwischen leider in Berlin an fast allen Orten finden kann.

Man wird angeschrieen, angepöbelt und ausgelacht. Von anderen hörte ich, dass insbesondere auch bei Kindervorstellungen so etxrem übertrieben wird, dass selbst Mütter sich während der Vorstellung beschweren. Nachdem was ich gesehen habe, kann ich es mir inzwischen gut vorstellen.

Und was ich mir lieber nicht vorstellen möchte, ist wenn dort wirklich mal eine der vielen Kerzen umfällt oder das Feuer vor der Tür auf die Hütte überspringt...

Ich persönlich ziehe dann doch lieber das echte Theater vor, als noch einmal auf solche Geldschneider hereinzufallen.

Am Ende folgt dann noch eine schier endlose Darstellung von Eigenwerbung, was ich so auch noch nie im Theater erlebt habe.

Dann wird darauf gedrängt, den Ort sofort zu verlassen oder gleich noch einmal Eintritt zu bezahlen...

Draußen warten dann viele hungrige Gesichter, ahnungslos und hoffen, doch noch bettelnd einen der Plätze zu erhaschen.

Ich kann Euch wirklich nur von diesem Ort abraten!

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