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Frauenhaus Frauen helfen Frauen e.V.
Duisburg
- Adresse:
-
47053 Duisburg
- Kontakt:
-
0203 62213
| Nutzer-Infos |
|
1 Beitrag zum Platz "Frauenhaus Frauen helfen Frauen e.V." auf Deutsch
30 JAHRE DUISBURGER FRAUENHAUS
Im Prinzip bin ich kein großer Freund von political correctness. Man darf bei mir grundsätzlich über beinahe alles scherzen. Allerdings gibt es Witze, über die ich nicht lachen kann. (Und manche, über Juden etwa, würde ich ganz gern den Juden selbst überlassen wissen, dann fühlte ich mich weniger unbehaglich.) Kürzlich habe ich bei YouTube Clips eines sogenannten "Comedian" (Leute! ICH kann nichts dafür! Die nennen das jetzt so!) angeschaut, den wahrscheinlich nicht nur ich eigentlich relativ lustig finde. Jedenfalls, immerhin, man darf nicht vergessen, er spricht Rollenprosa einer Kunstfigur ("Schwuler im Düsseldorfer Café"), es ist also eine Art Zitat, jedenfalls bringt er da den WItz>
"Haaach, ihr Frauen! Ihr habt doch alles! Ihr habt sogar Frauenhäuser! Aber selbst da muß man euch noch hinprügeln...."
Ha. Na ja. Tja. Mhm. War mir schon klar, da sollte diese Figur durch einen widerlichen Joke karikiert werden. Trotzdem wurde mir für einen Moment flau und mir zischte der aggressive Impuls durchs heiße Blut, dem Herrn eine Tracht Prügel zu wünschen, die den ins Männerhaus bringt. Vermutlich war das genau so beabsichtigt.
Es wäre eine Spur zu anbiedernd und fishing for compliments, behauptete ich: "Ich hab nichts gegen Frauen! Einige meiner besten Freunde sind Frauen!", – obwohl letzteres praktisch sogar stimmen würde. Aber wegen meines Kinderschutzbund-Jobs hatte ich einige Jahre lang engen Kontakt zu den Frauen, die das DUISBURGER FRAUENHAUS betrieben, das gerade JETZT sein 30-JÄHRIGES BESTEHEN feiert. In diesen drei Jahrzehnten wurden dort mehr als 5.000 Frauen beherbergt, getröstet und beschützt.
Die Frauenhaus-Frauen waren cool; keine ideologisch geschienten Feministinnen-Zicken (sie begegneten Männern wie mir in der Regel eher mit leiser, aber gütiger Ironie und einer Spur Mütterlichkeit: "Na, Kleiner, wieder den Helden der Kinder gespielt?"), sondern zupackende, pragmatische, freilich allem Schmus und Geseier abholde, illusionslose Frauen, die sich für ihre Fälle, Verzeihung! Klientinnen die Nächte um die Ohren schlugen, die Drohungen und obzönen Flüche der Prügelmänner wegstecken mußten und mit dem Frust zu leben hatten, wenn wieder einmal eine gepügelte Frau, kaum war der gebrochene Kiefer ausgeheilt, zu ihrem häuslichen Chef-Alkoholiker zurückkehrte ("der liebt misch doch...!")
5000 Frauen – angesichts des einmillionsten Kunden, der schon nach drei Wochen unser Shopping-Kombinat besuchte, sicher eine unscheinbare Zahl. Aber nur, wenn man nicht nachdenkt. 5000 Frauen-Unterbringungen – das sind 5000 mal Rettung aus der Hölle, aus Angst, Einsamkeit und Not; 5000 mal Schutz vor Schmerz und Erniedrigung, 5000 mal praktische und psychische Hilfe zur Lebensänderung, Sicherheit und Freiheit.
Die Frauenhaus-Frauen haben sich nicht erbittern lassen in der Konfrontation mit Brutalität, Dummheit und Kontrollverlust, mit deutschen Suffköppen und muselmanischen Frauen-Inhabern. Bescheiden, leise, anonym und effektiv tun sie ihre Arbeit. Auch wenn das Frauenhaus aus naheliegenden Gründen seine Adresse nicht angibt – es ist ein begehbarer Platz. Für 5000 Frauen war es noch mehr: die letzte Zuflucht.
Ich wünsche Widersprüchliches zum Geburtstag: Einmal, daß es das Frauenhaus noch lange gibt, zum anderen, daß es irgendwann mal überflüssig wird. Letzteres halte ich freilich für unwahrscheinlich.
Deutsch





Kommentieren 4 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen
Bedanke mich ebenfalls. Ein beinah rührendes Stück. Merkwürdig wie deine Schreibe konsistent durchglänzt wie ein Leuchtturm, egal ob es sich um eine etwas frivolere order ernsthafte Geschichte handelt. Nun habe ich mit dem neuen Brauser 'Kraskas latest hits’ als RSS-Feed. Ich kann kaum warten bis es wieder aufleuchtet. ;-)
Vielen Dank für Deinen Beitrag. Man kann die Mitarbeiterinnen in den Frauenhäusern nur bewundern, auch um den Mut solche geschundenen Frauen und Kinder zu betreuen. In meiner Ausbildung traf ich des Öfteren auf misshandelte Frauen, Mitarbeiterinnen aus dem Frauenhaus Düsseldorf und natrülich auf die “tollen” Männer, die manchmal auch nicht ungefährlich waren. Auch ich schließe mich Deinen frommen Wünschen an.
Kaum zu glauben, wie viele “kaputte Menschen”, komplizierte Beziehungen, Wut, Hass und Frustration es heutzutage allerortens gibt.
Sollte man doch meinen, in der heutigen Zeit, das es möglich ist, mit ein bißchen gesundem Menschenverstand und vor allem mit gegenseitiger Achtung und Respekt gütlich alle Probleme klären zu können. Solche Einrichtungen belehren uns eines Besseren.
Nicht vergessen dabei sollte man allerdings, das Männer fast in gleichen Maße von Gewalt in der Ehe betroffen sind…
Bleibt zu wünschen, das wir alle mit mehr Verständnis aufeinender zugehen können.
Die Hitliste der Gewaltauslöser:
1) Alkohol, mehr Alkohol, zuviel Alkohol
2.) Armut, soziale Unsicherheit, Angst
3) Orientalische Frauengeringschätzung
4.) Ich-Schwäche, Eifersucht etc.,
jedenfalls, was Vati / Macker / Typ angeht…