Kompliment
mostro (29.01.2007)
Auch Henri Matisse beschloß (wie Renoir), sein Alter in der Sonne des Südens zu verbringen. Als maximal erfolgreicher Künstler hatte er alle Freiheiten, insbesondere bei der Wahl für die Schlüsselarbeit seines Spätwerkes, die Planung und die Ausgestaltung der Chapelle du Rosaire, einer kleinen Klosterkapelle, die er selbst entwarf und ausmalte.
Ich mag vieles von Matisse, verehre die Werke seiner fauvistischen Periode und die genialen Jazz-Collagen. Mit dieser Kapelle konnte ich aber nicht so viel anfangen, hatte aber vielleicht auch einen schlechten Tag, da ich als Fußgänger von meinem Wohnhaus an der alten Stadtmauer doch hatte ein ganzes Stück durch die verstreuten Ansiedlungen wandern müssen, bevor Einheimische mir den Weg beschreiben konnten.
Die Kapelle ist eher im Raum und Licht begrenzt gehalten - die Wandmalereien beschränken sich auf monochrome abstrahierte Fighuren, die auf mich irgendwie kritzelig und ungestalt wirkten -ich wunderte mich, daß Matisse für so etwas so lange geplant und gebraucht hatte (immerhin wohl 10 Jahre); ich hatte eher den frevlerischen Eindruck, das Ganze hätte man spontan in ein paar Stunden malen können, da m.E. weder handwerklich anspruchsvoll noch polychrom noch irgendwie lange in Komposition oder Räumlichkeit geplant wirkend.
Dennoch ist es beeindruckend sich vorzustellen, daß Matisse so einen großen Teil seines Alters in diese Kapelle investierte - vielleicht wird mir im Senium auch diese Werk verständlicher!
Stichworte
kunst, malerei, farben, kapelle, frankreich, provence, matisse, abstrakt, vence
Kommentare (1)
Bedenklicher Inhalt?