Ritter Kahlbutz / Kalebuz, Neustadt
- Kategorie:
- Sehenswürdigkeiten Neustadt
- Adresse:
-
Ortsteil Kampehl , 16845 Neustadt
- Geöffnet:
-
März bis Oktober:
Di-So 10-12 und 13-17 Uhr
November bis Februar:
Mi-So 10-12 und 13-16 Uhr
Im Januar nur Sa und So
- Mehr Details:
-
Anzeigen
Du kannst so viele Bilder hochladen wie Du willst.
Video-Upload ist eine exklusive Funktion für Qype Premium Partner.
8 Beiträge zu Ritter Kahlbutz / Kalebuz auf Deutsch
Für die Mumifizierung gibt es schon eine Erklärung: Sie ist einfach gut belüftet worden und daher vertrocknet statt verwest. Das selbe Phänomen kann man in Bremen bewundern. Nichtsdestotrotz ist es ja in dieser Gegend ziemlich selten, dass ein Leichnam zu Trockenmumie wird, denn wir haben ja einen guten "Rottboden", wie der Fachmann sagt.
Die Führung durch die Gruft war trotzdem ein Erlebnis. Vor allem dank der Führerin, der man es gar nicht anmerkte, dass sie den Text schon an die tausend Mal aufgesagt hat und sich dabei wohl noch nie eine Frage gestellt hat. Ein weiterer Gast hatte vor der Besichtigung angemerkt, dass er vor 45 Jahren das letzte Mal beim Kahlbutz gewesen sei. Daher sein Kommentar: "Der hat sich ja gar nicht verändert!" Die Führerin war über diese Spaßhaftigkeit nicht erfreut: "Warum soll er sich denn verändert habe?" Die kleinlaute Antwort: "War ja nur ein Scherz." Aber so schnell war keine Ruhe: "Ich frage trotzdem: Warum soll er sich verändert haben?" Das ging noch ein Weilchen hin und her, bis die Tür der Gruft geöffnet wurde und eine Reisende fragte, ob sie noch hinein dürfe (es hing draußen ein Schild: Führung, bitte 10 Minuten warten). Resolut griff die Führerin nach der Klinke, riss die Tür zu und meinte an uns "Wer lesen kann ist klar im Vorteil!" Seit der Bundeswehr-Zeit einer meiner liebsten Sprüche.
Fazit:
Der Brandenburger ist nunmal so. Und schließlich hat sie doch Recht! Wo kämen wir denn da hin! Da könnte ja jeder kommen! Und: Das hamwa schon immer so gemacht!
curtchen Na, ich habe die Führerin, oder war es doch nur ein Sprech-Automat?, erlebt. Filmreife Leistung! Das Erlebnis war nachhaltiger als die ganze Rittergeschichte.
Die Geschichte mit dem Recht der ersten Nacht ist in “Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg” von W. Schwartz, 1871 nicht aufgeführt; auch nicht in “Sagen aus der Grafschaft Ruppin un Umgegend” von Karl Eduard Haase, 1887. Hier steht nur der Totschlag des Schäfers wegen des Weideplatzes. Hat man die Geschichte nur publikumswirksam “erweitert”? Mündliche Überlieferungen werden ja gern mit neuen Details ausgeschmückt und durch die ständige Wiederholung zur neuen “Wahrheit”.
Trotzdem viel Spaß mit dem Ritter (oder was von ihm übrig blieb). Schon allein wegen der Führerin!
28 August 2011
Immer einen Ausflug wert ist es zur einzigartigen Mumie des Ritter Kahlbutz zu fahren. Die Gruft befindet sich an der Wehrkirche in Kampehl, welcher ein Ortsteil von Neustadt an der Dosse ist.
Der gute Herr ist fast unversehrt- sogar Zähne, Nägel und Haare sind gut erhalten, obwohl er nie konserviert oder einbalsalsamiert wurde. Dies ist ein Phänomen , für das es keine wissenschaftliche Erklärung gibt.
Der Legende nach soll er einen Schäfer erschlagen haben, weil der ihm das Recht der ersten nacht mit seiner Braut verweigert hat.
Jedoch gab es für den Mord keinen Zeugen, Ritter Kahlbutz kam nach dem Eid frei.
Er soll aber gesagt haben."Bin ich es doch gewesen, dann soll mein Leichnam im Grab keine Ruhe finden und niemals verwesen..."
Die Geschichten rund um den Ritter bereiten immer wieder viel Freude und Spannung, deshalb fährt man gerne wieder zur erneuten Führung durch die Gruft nach Kampehl.
Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Kinder Deine Geschichten nicht mehr gruselig finden und überhaupt übertrieben aufmüpfig werden. Möglicherweise kann sie dann ein Besuch bei der mumifizierten Leiche des Ritters Kahlbutz vorübergehend zur Räson bringen. Dazu begibt man sich in das havelländische Dorf Kampehl, knapp 100 Kilometer von Berlin und gut fünf von Kyritz an der Knatter entfernt.

Man muss sich vor dem Eingang zur Gruft der kleinen rechteckigen, aus Feldsteinen errichteten Wehrkirche von Kampehl gedulden, bis die vorherigen Besucher ihren ca. zwanzigminütigen Besuch beendet haben. Dann darf man selber in die Gruft treten, die gerade mal Raum für ein Dutzend Personen bietet. Ein Dorfbewohner hält dann einen recht launigen Vortrag und beantwortet die wohl immergleichen Fragen der Besucher.
Ein rissiger Sargdeckel, eine mittelalterliche Turnierlanze, ein paar geschmiedete Helme und ein kleiner Verkaufstisch im Broschüren und Postkarten lenken kaum vom dunklen Holzsarg mit gläsernem Deckel ab. Auf weißem Stoff drapiert liegt hier die Mumie, die Hände gefaltet, den Schoß mit einem Tuch bedeckt, eigenartig, gelbledrig eingeschrumpelt aber eben für eine dreihundert Jahre alte Leiche in einem erstaunlich frischen Zustand.

Im 16. Jahrhundert wurde die Familie Kalebuz erstmals als Besitzer des Rittergutes von Kampehl erwähnt. Bis 1783 behielt sie den Besitz, dann starb ihr letzter männlicher Spross. Mit Gottliebe Sophie von Kalebuz, Stiftsfräulein in Heiligengrabe, verstarb auch der letzte weibliche Vertreter im Jahre 1795 – zumindest was die offiziellen Nachkommen angeht. Die Familie Kröcher auf Lohm erwarb das Rittergut. Bereits nach wenigen Jahren wurde der Besitz aber schon an den Königlichen Stallmeister Krell verkauft. Der fühlte sich der Gemeinde verpflichtet und ließ 1794 die Dorfkirche renovieren. Um das ursprüngliche Aussehen der Kirche wieder herzustellen, sollte die nachträglich errichtete Grabkapelle, die Begräbnisstätte derer von Kalebuz, abgetragen und ihre Särge erdbestattet werden. Beim öffnen der Särge stellte man erstaunt fest, dass eine der Leichen unverwest ist. Man erinnerte sich an die Geschichte des Christian Friedrich von Kalebuz.
Der lebte von 1651 bis 1702 und war damit ein Zeitgenosse des Kurfürsten Friedrich Wilhelm. An seiner Seite kämpfte Christian Friedrich in der Schlacht von Hakenberg gegen die Schweden und erlitt eine Verwundung, deren Narbe am linken Knie an der Mumie zu erkennen ist. Der Ritter hatte 11 eheliche Kinder. Es werden ihm aber über 30 weitere außereheliche nachgesagt. Angeblich soll der Ritter gern auf das „Recht der ersten Nacht“ bestanden haben. 1690 fand in Dreetz bei Neustadt/Dosse ein Prozess gegen Christian Friedrich von Kalebuz statt. Er sollte den Schäfter Pickert erschlagen haben. Das behauptete jedenfalls die Braut des Erschlagenen Maria Leppin. Da es keine Zeugen und Beweise für die Tat gab, wurde der Angeklagte nach einem „Reinigungseid“ freigesprochen.
Es gab eine Reihe von Anzeichen, dass es sich bei der mumifizierten Leiche um Christian Friedrich handelte. Bald entstand die Sage, dass der Ritter den Schäfer erschlagen habe, weil seine Verlobte dem Gutsherren die „erste Nacht“ verweigert hätte. Das sein Reinigungseid den Zusatz enthielt, falls er doch der Mörder gewesen wäre, möge seine Leiche niemals verwesen, kam auf. Die Sage fand schließlich 1881 Eingang in die schriftlichen Aufzeichnungen des Küsters und Lehrers Leopold Schaumann aus Wusterhausen an der Dosse.
Im Laufe der Zeit mussten die (un)sterblichen Überreste des Ritters einiges über sich ergehen lassen. So sollen sie einmal uniformiert als Wache in ein Schilderhaus aufgestellt oder auch schon mal einem Brautpaar ins Hochzeitsbett gelegt worden sein. Die Dorfjugend drapierte die Mumie auf der Friedhofsmauer und auf dem Dach des Schulhauses. Einige Jahre soll sie sogar im Wartezimmer einer Arztpraxis in Neustadt aufgestellt gewesen sein. Aus einem entwendeten Stiefel sollen Leipziger Studenten ihren gemeinschaftlichen Trunk genommen haben, ehe er reumütig zurück geschickt wurde. Natürlich verkündet die mündliche Überlieferung, dass solcher Schabernack immer auf schreckliche, übernatürliche Weise bestraft wurde.

Von 1794 bis 1945 wurde die Mumie unter der Obhut der Kirche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bereits anlässlich der nationalsozialistischen Olympiade 1936 besuchten Tausende die Kampehler Dorfkirche und es sollen von japanischen und amerikanischen Geschäftsleuten bedeutende Summen für den Erwerb geboten worden sein. Während der DDR-Zeit eignete sich die Stadt Neustadt die Mumie an, Proteste der Kirche ignorierend. 1989 versuchte eine Gruppe um den damaligen Neusdtädter Bürgermeister Bublitz sich die Mumie endgültig zu Eigen zu machen. Angeblich wollte man vermeiden, dass die Kirche den Ritter erdbestattet und damit eine einträgliche Sehenswürdigkeit beseitigt. Heimlich wurde das ehemalige Spritzenhaus für einen Informationsraum rekonstruiert. Ein Traktor und einige verpflichtete ABM-Kräfte standen bereit um die Mumie umzulagern. Einzelne Stadtverordnete und engagierte Bürger verhinderten die Umbettung und es kam letztendlich zu einem gerichtlichen Vergleich zwischen Stadt und Kirche, der besagte, die Mumie in der Kirche zu lassen, aber zu gewährleisten, dass sie für die Öffentlichkeit zugänglich bliebe.
Die Geschichte des Ritters von Kahlbutz wird in dem 1998 gedrehten Jugendfilm „Spuk aus der Gruft“ mit Matthias Schweighöfer und Kurt Böwe aufgegriffen.
Zahlreiche Ärzte – darunter Rudolf Virchow und Ferdinand Sauerbruch – haben versucht dem Rätsel der Mumifizierung wissenschaftlich auf den Grund zu gehen, eine eindeutige Erklärung konnten sie bis heute nicht liefern. Aber zum Kindererschrecken taugt die Mumie auf alle Fälle.
ThomaLau Nicht zu vergessen, die Geschichte, die Altmeister Fontane in seinem Spreeland-Band der Wanderungen überliefert bzw. nicht überliefert: Übermütige Franzosen schafften die Mumie des
Herrn von Kalbutz aus der Gruft in die Kirche und
begannen, in höllischer Blasphemie, ihn als Gekreu-
zigten auf den Altar zu stellen. Einem der Übeltäter
indes mochte das Herz dabei schlagen. Als er be-
schäftigt war die linke Hand festzunageln, fiel der er-
hobene Mumienarm zurück und gab dem unten ste-
henden Franzosen einen Backenstreich. Dieser fiel
leblos um; Schreck und Gewissen hatten ihn getötet.
(Ich bin seitdem in der Campehler Kirche gewesen
und kann diese Geschichte leider nicht bestätigen.
Herr von Kalbutz liegt mit gefalteten Händen da, die
Finger beider Hände wie in eins zusammengewach-
sen. Im übrigen erzählte mir der Küster von der gro-
ßen Popularität dieser Mumie; Handwerksburschen
aus aller Herren Länder, die durch Campehl zögen,
ermangelten nicht, sich den Herrn von Kalbutz anzu-
sehn, den sie alle als ein Kuriosum der Mark Bran-
denburg kennen.)
25 Februar 2010
Im Gruftanbau der Kampehler Kirche bei Neustadt befindet sich Deutschlands berühmteste Mumie, die des Ritters Christian Friedrich von Kahlbutz (1651-1702).
Laut der Legende soll Kahlbutz, der wegen Mordes angeklagt wurde, folgenden Reinigungseid geschworen haben:
“Wen ich der Mörder bin gewesen, soll mein Leichnam nie verwesen.”
Viele namhafte Wissenschaftler haben sich seither mit dem Phänomen beschäftigt.
Gerade mit Kindern ist es einen Sonntag wert das Phänomen selbst zu besichtigen…............
Heute möchte ich mal über die oben genannte Gruft berichten. Auf dem Wege in unseren Urlaub haben wir in Kampehl einen Zwischenstopp eingelegt, um uns die Kahlbutzgruft anzusehen. Genauer dürfte die Sage um den Ritter Kahlbutz den kleinen Lesern als Friedrich Freiherr von Kuhlbanz aus der Fernsehreihe „Spuk aus der Gruft“ bekannt sein. Der Freiherr ruht in einem Glassarg in einer Gruft.
Ein unfreundlicher Herr übernahm die Führung. Als er die Tür zur Gruft öffnete, war ich enttäuscht. Eine Treppe führte in einen maximal 5 mal 3 Meter großen Raum, in den man besagten Sarg gequetscht hat. In diesen Raum passen gerade einmal 8 Besucher. Eine Frau, die wohl zu dem Herrn gehörte, schnauzte mich an, dass man keine Fotos machen dürfe. Der Herr leierte nun seinen Text wie abgelesen und völlig lustlos herunter und berichtete unter anderem, dass in dieser Gruft drei Särge gefunden worden wären. Ich fragte mich, wie soll das gehen? Der Sarg vom Ritter Kahlbutz füllt ja schon allein den ganzen Raum aus. Der Herr zeigte uns mit ausgestrecktem Finger einige Details zur Mumie. Und als die kleinen Besucher unter uns, die ihn nicht gleich verstanden, etwas fragten, reagierte er genervt.
Nach fünf Minuten war der Spuk schon vorbei. Das Schlimmste an der ganzen Sache war, im Nachhinein, in die enttäuschten Gesichter der Kinder zu blicken, die sich das ganze Drumherum auch anders vorgestellt hatten. Meine persönliche Vermutung war, dass man zwar eine mumifizierte Leiche in der Gruft gefunden hat, jedoch die Sage nur erfunden worden ist, um Besucher anzulocken. Denn den Eintrittspreis hat die kleine Gemeinde sicher. Ich finde, den Umweg nach Kampehl kann man sich sparen.
Und wie gesagt, das schlimmste war das „freundliche“ Verhalten der beiden Mitarbeiter des Museums.
PS: Fotos gibt es von mir leider keine, war ja strengstens verboten !!!
War dort mal vor vielen Jahren mit meinen Eltern, im Alter von 10 oder so, und fand es total spannend! Etwas geschockt vom Anblick der Mumie des Ritters in der Kirchengruft, aber trotzdem auch fasziniert, nahm ich mir vor diesen “armen Ritter” irgendwann nochmal zu besuchen um zu sehen, ob oder wieviel er sich verändert hat! Neulich hatte ich die Zeit, als ich aus Neustadt/Dosse kam, nutzte ich also meine Gunst der Stunde: fast 20 Jahre später stand ich also vor ihm und war verblüfft, dass sich die Mumie echt kaum oder eher garnicht verändert hat! An jeder Sage ist eben auch immer etwas Wahres dran!
Mein Tip: SEHENSWERT!
Ein Besuch des Ritter Kahlbutz’ ist eine Touristenattraktion für die man nicht dünn besaitet sein darf. Wie auf dem Bild schon zu vermuten ist handelt es sich hierbei um einen mumifizierten Leichnam.
Im Kern dieses Leichnams hält sich die Sage, demnach der Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz zum Ende einer Gerichtsverhandlung gesagt haben soll:
„Wenn ich doch der Mörder bin gewesen, dann wolle Gott, soll mein Leichnam nie verwesen.“
Der Ritter wurde mangels Zeugen in diesem Mordprozess freigesprochen. Viele Jahre später wollte man alte Särge beisetzen, wobei der Ritter nicht verwest war, wie andere Mitbestattete.
Die heutige Forschung sieht als Todesursache einen Blutsturz in Folge einer Tuberkulose. Die Art der Bestattung machte damals die Austrocknung möglich, nicht jedoch die Verwesung. Immer noch bleibt daher ein biologisches Rätsel….
Einen ähnlichen Fall gibt auch auch mit dem “Luftg’selchter Pfarrer” in Oberösterreich, der dort ebenfalls ausgestellt wird und begutachtet werden kann.
Eine etwas andere Sehenswürdigkeit, die in jedem Fall zu interessanten Gesprächen führen wird. Gruselig!
nydong1 Das kann ich mir gut vorstellen. Sowas prägt.
Ich bin nur wenige Jahre älter einmal dem Schulschwimmen ferngeblieben, da ich tags zuvor “Der weiße Hai” im Fernsehen gesehen hatte.
Ich hoffe du hast keinen bleibenden Schaden behalten ;)
Viele Grüße!
12 Januar 2009
Rudi K. Sehr makaber ! Ich hoffe die kriegen wir nicht irgendeinmal als Spezialgselchtes auf den Jausenteller ! Wundern tut mich gar nichts mehr !
14 Januar 2009
Einen Ausflug wert ist der kleine Ort Kampehl im Nordwesten Berlins. Hier liegt in seiner kleinen Gruft der Ritter Kahlbutz - eine Mumie, die nicht verwest. Eintritt: Erwachsene 2 € und Kinder 1 €
Wer mehr zur Geschichte des Ritters erfahren möchte, liest einfach bei der wikipedia weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Friedrich_von_Kahl...
Dieser Besichtigung kann eine Einkehr in den verschiedenen Lokalitäten folgen oder aber im DDR-Museum siehe:
http://www.qype.com/place/277580-DDR-Museum-im-Schloss-Ke...


