Sprintout in der Schöneberger Grunewaldstraße, das war Rettung in letzter Sekunde…
War es das??? Naja, die Sache ist dann doch etwas komplexer und das kam so:
Ich brauchte von jetzt auf sofort Visitenkarten. Das Design war auf dem Stick im pdf und als jpg.
Auf die Frage, ginge das mit den Visitenkarten sofort kam die befreiende Antwort: “Ja”. Ich hätte sie umarmen können, die Kollegin hinter dem Tresen - wenn sie nicht den Eindruck gemacht hätte, sie würde mir dann umgehend eine kleben.
“Hast Du ne Vorlage?”
Ja, die hatte ich, eine pdf-Datei und ein jpg.
“Gut dann geh an die 127 (oder sowas) und mach mit Corel die Seite voll.”
Sprachs und wandte sich ab. Ich kenne mich nun wirklich mit Computern aus, doch mit Corel hatte ich zuletzt vor 200 Jahren was gemacht. War aber wie früher und nach nur gut zehn Minuten hatte ich die Seite voll mit meinen Karten und hielt Ausschau nach dem Fachpersonal.
Der junge Mann, der zufällig an mir vorüber kam (und der hier arbeitete) wusste von nichts und verwies mich an die Kollegin. Auf meine Frage, ob es denn nicht besser sei, mit einer pdf-Datei mit Schnittmarken zu arbeiten, sagte er, darüber könne er nichts sagen, da müsse ich seine Kollegin fragen, die er auch gleich zu mir schicken wollte.
Nun war es in dem Laden gerüttelt voll und besagte Kollegin - die wohl das Fachwissen in sich vereinigte - kümmerte sich um die Kasse.
Nach einem kessen Blickkontakt versicherte mir sie, sich gleich um mich kümmern zu wollen, was sie auch wiederum zehn Minuten später tat.
Ich hatte Mühe, ihr ein Statement zu entlocken bzgl. der pdf-Datei. Als sie endlich ihren Aufmerksamkeits-Fokus auf mich lenkte und verstand, dass ich eine pdf…. naja. Ihr Blick: “Mann, warum hast Du das denn nicht gleich gesagt.”
Sie hieß mich zu folgen, was ich bereitwillig tat, um sie nur ja nicht wieder an die Kasse zu verlieren - was vergebene Liebesmüh war.
Mein Datenträger wanderte in den Computer und die Daten flugs auf den Rechner und in das zuständige Programm - und weg war sie wieder s.o.
Um es kurz zu machen: Es dauerte weitere Minuten, bis anstehende, aber nicht mehr benötigte Druckaufträge gelöscht wurden (Kaltstart der Druckmaschine) und bis meine Visitenkarten aus dem Drucker kamen. Ich äußerte noch zaghaft den Verdacht, sie könnten vielleicht etwas vom gewünschten Format abweichen, aber mir wurde versichert, das Programm hätte die Teile im von mir vorgegebenen Format ausgedruckt.
Bis hierhin hatte ich rund 70 Minuten bei Sprintout zugebracht.
Das Schneiden ging dann überraschend flott, doch unsicher geworden druckte ich daheim die Vorlage am heimischen Drucker aus und siehe da: Das Format hatte sich auf etwa 95% im Druck verkleinert.
Einen Tag später war ich wieder da und bekam - in etwas kürzerer Zeit - neue und korrekt skalierte Visitenkarten. Freundlicher war aber auch die neue Kollegin nicht.
Mein Fazit: Der Laden bietet wirklich alles, was das Herz in Sachen Printjobs begehrt.
Was er allerdings nicht bietet ist ausreichend Personal und solches, das zu erkennen gibt, der Kunde sei willkommen. Mehr Qualifikation (und hier sei der Schnitt explizit ausgenommen) und Freude an der Arbeit, dann wäre das die erste Adresse hier. So reicht es leider nur zur Rettung in letzter Sekunde, wenn alle anderen Stricke gerissen sind - Schade.
Kommentieren Kommentiere diesen Beitrag zu Sprintout Digitaldruck