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berlingazza (13.05.2008) 5

Mich beeindrucken in solchen Museen die ausgestellten Exponate eher weniger.
Picassos, Miros und Kandinskys hängen in Hundert anderen Ausstellungen ebenfalls rum.
Nein, nicht diese. Diese hängen nur hier.
Aber andere.

Was mich beeindruckt sind immer die Gebäude selbst.

Nie wollte ich bisher in einem Museum wohnen. Hier ist es anders.
Ich würde mein Haus, mein Auto und meine Rennpferde ( oder wie heißt es in der Werbung ? ) sofort für dieses Haus, und vor allen Dingen für diesen Garten tauschen.

Er ist nicht übermäßig groß, aber die Lage am glitzernden Canale Grande ist märchenhaft.

Schon beim letzten Besuch konnte ich mich vom Funkeln, und von Geplätscher der vorbeiziehenden Boote besoffen sehen und hören.

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Niclas Grabowski (16.01.2008) 5

Eigentlich ist es ja eine Bauruine. Jemanden ist nämlich das Geld ausgegangen. Der Plan sah einen wunderschönen Palast vor, mit mehreren Stockwerken und Prunkfassade zum Canal Grande. Aber wie so häufig beim Bauen, man hatte sich verschätzt. Und so war nach dem ersten Stockwerk Schluss.

Der Witz ist, dass viel später, im 20. Jahrhundert plötzlich ein paar Designer und Architekten unsere Wahrnehmung von schöner Architektur verändert haben. Bauhaus nannte sich ihre Bewegung. Eine ihrer genialen Ideen war der Bungalow, ein Haus mit flachen Dach und meistens nur einer Etage. Und schon war die Bauruine in prominenter Lage gerettet. Denn sie sah plötzlich unglaublich modern aus. Und vielleicht quartierte sich deshalb Peggy ein, ein Mitglied der Familie Guggenheim, eine privat wohl recht schwierige Frau, die aber immer einen Hang zu modernen Künstlern hatte. Dort, in ihrem Palazzo in Venedig hat sie dann über dreißig Jahre verbracht, mit ihrer Kunst und ihren Künstlern.

Nein, es ist keinesfalls ein typisches Museum, was wir hier besichtigen können. In einem der Räume hängen sogar noch Photos aus der Zeit, in der der Palazzo als Wohnung genutzt wurde. Und mit nur ein bisschen Phantasie kann man das auch heute noch gut nachempfinden.

Als Museum ist das ganze eigentlich recht klein geraten. Eine Stunde dort zu verbringen, setzt schon viel Aufmerksamkeit für die Bilder voraus. Was dort hängt, sind allerdings für ihre Epoche wirklich wichtige Werke. Ein Best-Off, wenn man etwas über die Surrealisten lernen will. Insbesondere über Max Ernst, der mit Peggy Guggenheim auch liiert gewesen ist. Ein Mann, dem Frauen aber wohl generell nicht widerstehen konnten.

Schön ist übrigens auch der Garten hinter dem Museum, auch er ist recht klein, auch er ist mit spannender Kunst gesegnet. Ein wunderbarer Ruheplatz wenn die Füße nicht mehr können. Ein besonderes Erlebnis hat auch, wenn zu einer Gala im Museum eingeladen ist. Dann wird nämlich oft das Dach des Palazzos verwendet, dort werden Tische aufgebaut, so dass man unter freiem Himmel mit Blick auf den Kanal speisen kann. Ein wunderbarer Anblick, gelegentlich auch mit den wunderbaren Farben eines venezianischen Sonnenuntergangs verbunden. Einfach traumhaft.

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Benutzerfoto: mostro

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mostro (13.03.2007) 5

Der Palazzo Venier dei Leoni ist wohl eines der schönsten Museumsgebäude in Europa und in der Welt, zumindest ist die Lage des Prunkgebäudes direkt am türkis leuchtenden Canale Grande nicht zu überbieten - und man kann sich sehr gut vorstellen, wie die reichen Kunstmäzenin Peggy Guggenheim hier die letzten 30 Jahre ihres Lebens (1949-1979) verbrachte und abwechselnd den Blick, das Licht, die Architektur und den lieblichen Garten an der Rückseite genoß. Und das mitten im Labyrinth von Venedig, am Dorsoduro.

Die Dame hatte ein wunderbares Leben, das anscheinend vollständig dem Kunstgenuß gewidmet war. Sie war eine Zeit mit Max Ernst verheiratet und mit Pollock befreundet, den sie erheblich förderte.

Nur ein Teil ihrer beträchtlichen Kollektion wurde mit dem Palast der Stadt Venedig vermacht - dennoch ist es wohl die bedeutendste Sammlung moderner Kunst des beginnenden 20.Jahrhunderts in Italien.

In den vom flirrenden im Kanal reflektierten Licht durchströmten Räumen hängen dann auch strahlende Meisterwerke von Picasso, Kandinsky, De Chirico, Miro, Pollock und vielen anderen Großen - wobei mindere Qualitäten nicht vorkommt, man begnügte sich nur mit der ersten Wahl...

Ein wunderbarer Ort, den man als Kunstliebhaber in keinem Fall versäumen sollte - und eines der wenigen Museen, die man besonders gut bei Sonnenschein besuchen kann - dieses Kanal-Licht ist einfach überirdisch schön!

P.S.: Weil Venedig als Gesamtes zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, wird dieser Beitrag vorerst stellvertretend für die Stadt in die entsprechende QYPE-Liste übernommen.

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Beliebte Stichworte: canale, ernst, guggenheim, palazzo, sammlung

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