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Qype Advanced Insider 18K
Benutzerfoto: PJebsen

PJebsen

Kompliment PJebsen (13.01.2008) 3

Hey, S-Bahn!
Du bist als öffentliche Verkehrsgesellschaft in einer Weltmetropole aktiv, die pro Jahr von rund sieben Millionen Gästen besucht wird (Stand 2006).
Verhalte dich auch dementsprechend!
Denk dran: Nicht all diese Gäste (und nicht mal alle Berliner) kennen sich in der Hauptstadt perfekt aus!
„Umgebungsplan“ ist das Stichwort! (Um mal mit Dittsche zu sprechen.) Du solltest wissen, was ich meine! Denn an vielen S- und U-Bahnhöfen hängen diese hilfreichen Stadtplanausschnitte an den Ausgängen. Aber nicht an allen!
Wenn du zum Beispiel jemanden per Online-Fahrplanauskunft zur S-Bahn-Station Stresow schickst (weil die näher am Hotel des Infosuchenden liegt als der Bahnhof Spandau), dann lass deinen zahlenden Kunden dort nicht in der Wüste stehen (ein Begriff, der in Stresow passt)! Sondern weise ihm am Bahnhofsausgang gefälligst per Umgebungsplan den weiteren Weg!
Wenn du nicht weißt, wie das geht, dann fahr mal mit deiner Mutter (der Bahn) nach Hamburg, das in dieser Beziehung sehr viel kundenfreundlicher ist. (Tipp: Versuche auf dem Weg dorthin ja nicht zu telefonieren! Aber das ist ein anderes Thema … ;-) )
In Hamburg wirst du sehen, wie hilfreich es ist, wenn fast jede Öffi-Station mit einem Umgebungsplan versehen ist.
Du wirst zudem hoffentlich erkennen, dass es für die zahlenden Kunden sehr erhellend ist, wenn sie nicht nur mit Old-School-Klappschildern erfahren, wohin der nächste Zug fährt, sondern wenn sie per Digitalanzeige informiert werden, wie lang sie (wie jetzt im Winter) noch in der Kälte bibbern müssen, bis der Zug zu ihrem Wunschziel abfährt.
Also: Mach dich schlau – und mach deinen Job!
Dein PJebsen (der zuerst die BVG für das oben Geschilderte kritisiert hat, obwohl die nicht dafür verantwortlich ist - wofür er sich bei der BVG in aller Form entschuldigt)

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Kompliment lokalreporter (11.11.2007) 5

Am Hackeschen Markt einen Fahrschein kaufen und die elendslange Druckzeit des
Automaten erdulden und deinen Zug wegfahren sehen und dich ärgern und deshalb schwarz fahren und im Zug gleich von wartenden Hyänen kontrolliert, abgegriffen und aufs Kreuz gelegt? Muss nicht sein!
Um den Ticketautomaten hat ein auffällig unauffälliger Indianer seinen Stammplatz und bietet gebrauchte Fahrscheine an. Seit letztem Sommer steht der Mohikaner am Bahnsteig Hackescher Markt Eingang Kaffeerösterei und offeriert frisch erstandene Fahrscheine, die er in sanfter unaufdringlicher Weise von ankommenden Fahrgästen erbittet und sie im Handumdrehen zum Kauf an abfahrende Kunden der S-Bahn vertickt [das ist wahre Second-Hand-Effizienz].
Eine erstklassig erhaltene Tageskarte, gültig im Bereich Großberlin ABC für 2€uro[offizieller Preis 6€uro], ein Normaltariffahrschein mit eineinhalb Stunden Gültigkeit für nen €uro? Her damit!!
Jedem Kunden erklärt er nachvollziehbar und schnell den Stempelcode der S-Bahn. Mo für Montag, hier die 33, die dreiunddreißigste Woche, das heutige Datum, alles korrekt, kein Fake.
Kein Fake? Nehm ich!
Der Mann ist nicht nur überzeugend und nett, er hat eine sehr einnehmende Art ohne mitleidige Verbiegung oder anbiedernder Devotität.
Manchmal denk ich, er ist in seinem Second Life Soziologie Professor und macht die Fahrscheindealerei zu Studienzwecken, bekleidet einen Lehrstuhl an der Humboldt, Fachbereich Urban Dialogues.
Ich fahre nicht regelmäßig S-Bahn, aber wenn, dann mit einem Fahrschein von Frank [er könnte der Bruder von Frank B. sein, dem Chefredakteur von Lettre International. Sein wirklicher Name tut nichts zur Sache, sagt Frank.
Frank hat über die Jahre eine Stammkäuferschaft und eine Stammgeberschaft aufgebaut, davon träumen Versicherungsagenten und Autoverkäufer.
Es würde mich nicht wundern, wenn er neben seiner Tätigkeit am Bahnsteig und seiner Professur an der Uni, noch Seminare für Profiseller gibt.
Nimmst du die S-Bahn vom Hackeschen Markt und brauchst einen Fahrschein, halte Ausschau nach Ticket-Proff Frank!

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Qype Advanced Insider 3286
Benutzerfoto: Bemo

Bemo

Kompliment Bemo (08.11.2007) 4

Es ist früher Morgen. Ich verlasse das Haus, die klirrende Kälte springt mir beißend ins Gesicht. Ich folge meinem allmorgendlichen Ritual. Meiner Fahrt ins Büro.
Mein erster Weg führt mich ins Blutdruck in der Sonntagstaße. Die Barista weiß schon was ich will. Früher musste ich immer 100 nervige Fragen beantworten… Sie duzt mich. Schon seit dem ich das erste Mal hier rein gegangen bin. Wir sind im Friedrichshain. Während sie mir meine Vollmilchlatte mit Illy bereitet, muss ich an die junge Frau denken, die hier vor ein paar Tagen vor mir dran war. Sie bestellte eine heiße Schokolade. Mit fettarmer Milch. Ich frage mich, ab wann das “Fettpunkte sparen” eigentlich lächerlich wird.
Der heiße Becher wärmt meine Hand. Mehr noch, er verbrennt sie. Ich kann ihn nur noch vorsichtig mit zwei Fingern am obersten Rand halten. Da wo der Schaum ist. Heiße Hände, der Rest des Körpers friert. Der Nebel hängt noch in der Luft.
Ich stehe auf den S-Bahnhof Ostkreuz und warte auf meine S-Bahn. Neben mir steht plötzlich ein Mann mit einer Rostbratwurt in der Hand. Eingepackt in ein ekliges Billigbrötchen, mit einer braunen Spur von Senf, die sich der Länge nach über die gesamte Wurst zieht. Bei jedem Bissen zieht er grotesk die Lippen hoch, die Wurst ist heiß. “Was für ein Frühstück”, denke ich und schau auf die Uhr. Es ist 12.15 Uhr.
Ich finde prompt einen Platz. Ich vergrabe mich in meinem Schal und ziehe meinen Hut ins Gesicht. Noch ein paar Minuten Ruhe… Ratternd schiebt sich die S-Bahn mit einem gefühlten Alter von 100 Jahren über die Gleise. Leute steigen ein und aus. Die schönen sehe ich mir an. Es kommt, was kommen musste. “Hätten Sie vielleicht Interesse an einem Straßenfeger oder einer kleinen Spende?” Irgenwann sag ich’s. Ich werde sagen: “Ja, ich hätte Interesse an einer kleinen Spende. An wie viel hätten Sie denn so gedacht?” Doch diesmal nicht. Er tut mir leid. Ich kaufe trotzdem nichts. Und ich spende nichts. In Berlin muss man lernen, sein Mitleid zu dosieren.
Das Wetter ist gut. Schön herbstlich. Also folge ich meinem Schönwetterprogramm. Das heißt: Jannowitzbrücke raus, runter zum Obststand. Dort gibt es frischen Obstsalat. Mein Frühstück. Ich gehe die Wallstraße entlang und versuche so viele Kastanienminiermotten totzutreten, wie ich nur kann. Währenddessen esse ich meinen Obstsalat mit der kleinen Gabel, die automatisch mitgeliefert wird. 7 Minuten später bin ich da. Tag - du hast mich wieder.
PS: Wurde heute mit einer neuen Strategie der Geldbeschaffung konfrontiert. Wurde von einem Mann mit Liquiditätsproblem und urbayerischem Dialekt angesprochen, er würde für eine Zugkarte nach München sammeln, um zurück zu kommen. Sehr schlau. Ich denke jeder Berliner ist bereit zu spenden, wenn er dadurch einen Bayern weniger hier hat. Sehr schlau!

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Qype Advanced Insider 4190
Benutzerfoto: clodyboy

clodyboy

Kompliment clodyboy (08.11.2007) 5

Kommunikation
Die S-Bahn Montag früh, das Abteil ist so gut wie voll. Jeder Reisende hat scheinbar 2000 Euro im Lotto gewonnen.
“Hallo, guten Morgen allerseits, habt ihr gut geschlafen?” sagt Gerhard laut.
“Ja, danke dir”, antwortet Gerda am Ende vom Abteil.
Karl singt beinahe: “Der Tag ist ja so schön, der Regen wird heute die Pflanzen verwöhnen, wunderbar!”
Magda: “Ja, Karl, die Sonne kann ja übermorgen wieder erscheinen!”
Franz: “Schaut mal, da ist unser Freund Max, exklusiver Strassenfeger-Verkäufer. Bin ja gespannt, was es Neues gibt. Vielleicht die nächste Folge von `Wie kommunizieren wir mit Freude?` Das wäre gut!”
In wenigen Minuten sind alle Exemplare verkauft. Max, der pfiffige Verkäufer, nimmt Nachbestellungen für den nächsten Tag auf.
So etwas könnten wir Kommunikation nennen…
Ein magisches Wort. Für manche ein Synonym für `Verbindung`. Andere sehen es als Erklärung für einen Zusammenhang. Aber immer mehr avanciert das Wort Kommunikation zur sehr modernen Definition für den Umgang bzw. die Verständigung zwischen den Menschen.
Im alltäglichen Leben scheint es aber leider nicht so vor sich zu gehen wie oben beschrieben:
Letzten Montag war mal wieder so ein Tag, und die S-Bahn, recht gut besetzt, gab einmal mehr ein Gefühl der Trauer. Ein Wesen, das nicht weiss, dass dies Alltag ist, müsste sich die grössten Gedanken machen, nachdem es erfahren hat, dass Lachen ein Synonym von Glück sei.
In der Tag, kaum ein Mensch findet den Weg zum Lächeln, geschweige denn zum Lachen.
Woran mag das liegen? Sind alle Menschen unglücklich? Sind alle Menschen überfordert? Sind sie wirklich in einer Art Dauertraurigkeit verwoben? Oder haben sie in der überwiegenden Zahl das Kommunizieren verlernt?
Das Wort Kommunikation, das überall so gross geschrieben wird, ist scheinbar im täglichen Leben nicht mehr salonfähig.
Eine Beobachtung bleibt erwähnenswert: Wenn ein armer “Strassenfeger”-Verkäufer sein Lied über die Vorzüge seiner Zeitung zu singen beginnt, entsteht in den meisten Gesichtern ein Ausdruck von Verachtung oder zumindest vom extremer Zurückhaltung.
In so einem Augenblick könnte durchaus der Eindruck entstehen, der Verkäufer habe die Pest.
Nein, dreimal Nein! Diese unermüdlichen Verkäufer sind einfach Menschen wie alle anderen in dieser Bahn - und meistens sind sie sogar gesünder als ihre Mitfahrer, da das schlechte Wetter draussen ihr Immunsystem stark macht.
Gut, Bettler sind nicht jedermanns Sache - nach dem verzweifelten erfolglosen Anbieten ihres Produktes betteln sie um einige Cent. So etwas wird immer wieder falsch verstanden - man fragt: “Warum gehst du nicht arbeiten? Warum gehst du nicht zum Amt?” Diese Verkäufer sind aus der Lebens bahn geworfen worden, das muss man wahrnehmen, und der Kauf einer Zeitung ohne zu murren hilft ihnen wirklich weiter.
Diese Menschen tun etwas Beachtenswertes: statt zu plündern, liebe Fahrgäste, arbeiten sie und verkaufen ganz artig eine Zeitung um zu versuchen, wieder in ordentliche Verhältnisse zurückzukehren.
Um weiter zu kommen, würde eigentlich eine Prise mehr Akzeptanz für alles, was um sich herum passiert, reichen. Ein paar nette Worte, ein herzliches Lächeln würde alles aufmuntern - dieses Wunder könnte jeden Tag neu geschehen.
Ach ja, und wer Lust hat, für die “Straßenfeger”-Verkäufer (Wohnungslose) etwas zu tun, kann sich hier informieren:
www.strassenfeger.org
Meine Idee: Eine große Qype-Aktion am Heiligabend in Hamburg, Köln, München, Frankfurt, Berlin…und oder in allen anderen Städten: Ein Party-Buffet in den S-Bahn-Hallen zugunsten der Obdach- und Wohnungslosen!
Wer macht mit?

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Qype Advanced Insider 12K
Benutzerfoto: Wolfram

Wolfram

Kompliment Wolfram (28.02.2007) 5

Aufwärts gehts und zwar schnell seit die Bahn AG hier das Sagen hat.... S-chnellbahn oder S-tadtbahn, dass ist hier die Frage... Jedenfalls lieben wir wieder unsere S-Bahn...
Immerhin hat dieses einst marode System die Mauerzeit überstanden und sich neben der U-Bahn als Schienensystem wieder fest etabliert. Berlin hat ein herausragendes Nahverkehrssystem mit vielen denkmalswerten Bauten und spannender Technik. Hier muss sich die S-Bahn nicht verstecken. Pünktlich ist sie auch meist und seit der Ring geschlossen wurde, können die alten Funktionen, wie zur Olympiade 1936, der Glanzzeit dieser Bahn, wieder genutzt werden.
Aussedem sieht man/frau viel von Berlin bei Fahren mit der Stadt-Bahn. Gut auch die Anbindung des Brandenburger Speckgürtels sogar Bernau, Strausberg aber auch Mühlenbeck und Schönfliess gehören dazu, wer hätte das gewußt ??.

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