05.03.2007
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(Natürlich liegt Sao Lourenco nicht in Loulé, sondern in Almancil im Ortsteil Sao Lourenco, aber die Google Map gönnt uns hier keine Exaktheit. Auf Karten der Algarve ist der Ort leicht zu finden!)
Blau, weiß, weißblau, blauweiß – endlos ziehen sich die feinen Schraffierungen, Striche, Bögen, Punkte, Flächen und Kreise über die feinrissigen cremeweißen Kachelplatten im Kirchengewölbe von Sao Lourenco, der gesamte Innenraum der Kirche ist bedeckt von feinen Azulejos des Künstlers Policarpo de Oliveira Bernardes (bitte den Namen schnell mit geschlossenen Augen memorieren), der hier im 17. Jahrhundert sein persönliches Meisterwerk geschaffen hat. Azulejos – das sind die bunt bemalten witterungsbeständigen Kacheln, die in ganz Portugal Außen- und Innenwände der Häuser zieren, praktisch, widerstandsfähig – ursprünglich auf die Kunst der Mauren zurückgehend, die hier bis zum 13. Jahrhundert herrschten. Die traditionelle Farbgebung in Blau und weiß erinnert an Delfter Design und entstand tatsächlich durch den Einfluss der ebenfalls vermehrt seefahrenden Niederländer.
Aber zurück zu dieser kleinen aber eindrucksvollen Kirche. Ich verdammte sie erst, weil man sie in Almancil nicht findet. Sie liegt nämlich direkt an der Bundesstraße, auf die man vom Ort für 1-2 Km auffahren muss um überhaupt dorthin zu gelangen. Von außen zeigt sich lediglich ein typischer kleiner barocker Klerikalbau – aber im Inneren entfaltet sich dann auf engem Raum die blaue Pracht. Man sollte sich sofort ins hölzernen Gebänk setzen und in Ruhe die einzelnen Darstellungen an Wänden und Decken auf sich wirken lassen. Nicht das einzelne Bild , sondern die Gesamtheit der Fliesenzeichnungen und das entstehende blauweiß reflektierende Licht überwältigen den Betrachter durch den verschwenderischen Überfluss, diese unerschöpfliche Menge an Zeichnungen und Verzierungen, die in jeden Winkel lückenlos eingearbeitet sind. Draußen erscheint einem die Welt danach plötzlich schlicht und schmucklos – die weiß gekalkten Häuserwände, die glatten Blätter der Palmen – vielleicht hat genau das eine antagonistisch orientierte Sehnsucht nach ornamentalem Überschwang heraufbeschworen?
Stichworte
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