Kompliment
mchamp (26.07.2007) •••••5
St. Peter in der Düsseldorfer Friedrichstadt wurde 1898 geweiht und ist eine große helle gotische, dreischiffige Hallenkirche, die im Krieg schwer zerstört, später aber wieder authentisch aufgebaut und restauriert wurde, so dass sie im niederrheinischen Gebiet ihresgleichen sucht. Entworfen und gebaut von Caspar Clemens Pickel, der auch große Teile der Innenausstattung entwarf, befindet sich unter der Kirche eine große Krypta, was für gotische Kirchen eher unüblich ist. Die Kirche birgt neben ihren traditionellen Altären und dem imposanten Bodenmosaik im Hochchor viele interessante Kunstwerke und Ausstattungsmerkmale wie z.B. die Bodenplatten mit den Seligpreisungen oder die Gewölbeschlusssteine mit den Symbolen der verschiedenen Berufsgruppen. Besonders sehenswert: der prächtige Hochaltar mit Baldachin und die modernen Fenster, die sich in ihrer Farbigkeit hervorragend in die Kirche einfügen. Sie stellen den Bund Gottes mit seinem Volk dar und repräsentieren von links gesehen die Vergangenheit (Mose, Noah), die Gegenwart (das Chaos und den auferstandenen, lebendigen Christus) und die Zukunft (die Offenbarung).
Der ganze Kirchbau ist mit seinen vielen Türmen, Einzelgebäuden, Maßwerkgalerien und Gebäudevorsprüngen angelegt wie eine Stadtmauer und symbolisiert so die himmlischen Stadt, die sich auf die Erde herabgesenkt hat. Der Architekt hat der Eingangsfassade drei Portale gegeben. Er übernahm damit das antike Motiv des Triumphbogens: dieser wird hier zum Triumphtor für die Gläubigen, die durch dieses Tor in die Himmlische Stadt einziehen. Oben am Turm stehen vier bedeutende Repräsentanten der Gottesstadt: Mose, David, Johannes der Täufer und Petrus wachen hier am Eingang als Garanten für die durch die ganze Geschichte des Gottesvolkes sich fortzeugende Glaubenstradition. Gleichzeitig betonen die verschiedenen Baukörper die Einheit in der Vielfalt. Mit ihrem 80 Meter hohen Turm überragt St. Peter alle umstehenden Gebäude und ist die Zier des neu gestalteten Kirchplatzes. Superlativ ist auch die neue Göckel-Orgel. Sie verfügt über 57 Register, verteilt auf drei Manuale (61 Tasten) und Pedal (32 Tasten). Die Disposition ist kompromisslos dem französischen Orgelbau des ausgehenden 19. Jahrhunderts verpflichtet.
Die Contrebombarde 32´, deren größte Pfeife 10 m in der Länge misst, sucht ihresgleichen in Deutschland vergeblich. Ein Register von solch fulminanter Wirkung ist hierzulande einzigartig.
Das Instrument kann sich in der hervorragenden Akustik von St. Peter vorzüglich entfalten. Es hat das Format einer Domorgel. Beim Anhören und Umschauen in St. Peter fühlt man sich -ohne Übertreibung- in eine Kathedrale versetzt. Außer in den Gottesdiensten erklingt die Orgel bei den regelmäßigen hochkarätigen Orgelkonzerten, am 3. Montag eines Monats um 19.30 Uhr.
Leider wurde die Kirche vor kurzem durch einen Dachstuhlbrand schwer beschädigt.
Weitere Informationen halten Sie hier:
www.sankt-peter-duesseldorf.de
Stichworte
st., bilk, peter, kirche, messe, orgel, katholisch, gottesdienst, gothik, friedrichstadt, sankt, kirchplatz, orgelkonzert
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