Regelmäßig im Frühjahr überkommt mich die Unruhe. Ich will wissen, ob die Störche gut aus Afrika zurückgekommen sind und ob sie auch fleißig brüten. Glücklicherweise gibt es hierfür www.storchennest.de, wo ich meine erste Neugier wenigstens ein bißchen befriedigen kann.
Allerdings möchte ich dann immer auch wissen, wie es im Storchendorf Linum aussieht, das in bester Sonntagsausflugsentfernung von Berlin liegt. Bei gutem Wetter wird das Motorrad angeworfen und losgefahren Richtung Linumer Bruch.
Die Gegend ist wie gemacht für Störche und viele andere Vögel. Das Teichland Linum ist ein Vogelschutzgebiet und zieht außer Störchen auch tausende Kraniche und Wildgänse an, die sich dort von langen Flügen erholen.
Ich selbst bin jedoch absoluter Fan von Störchen und hauptsächlich wegen ihnen und vielleicht noch wegen des frischen Fisches hier. Überall sieht man die großen Nester: Auf dem Kirchturm und auf den Dorfdächern. Linum gehört schließlich zu den storchenreichsten Orten Deutschlands.
Den frischen Fisch finde ich in der rustikalen "Fischerhütte" direkt hinter dem Dorf inmitten von Fischteichen. Hier steht eine Holzhütte mit großem Holzkohlegrill und einer in Hochzeiten etwas überforderten Grillmannschaft. Manchmal dauert es dann etwas länger, was mich aber nicht so sehr stört, denn dann trinke ich eben erstmal ein Bier, während ich über die Teiche blicke.
Wenn der Fisch dann kommt, entschädigt er 100mal für das Warten. Außerdem nutze ich die Wartezeit dafür, mir bereits in allen Details zu überlegen, welche der vielen Räucherfischarten ich mir noch einpacken lasse, um sie dann gierig in Berlin zu vertilgen.
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