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Steckborn – Die Onomastik von Lenz
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Steckborn – Die Onomastik

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Lenz
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3 Sterne für Steckborn – Die Onomastik
Beitrag zu Steckborn – Die Onomastik vom 5 April 2007

Wie der geneigte Qype-Leser weiß, beschäftigt sich die Namensforschung, oder auch Onomastik, mit der Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Namen, auch Flur- oder Ortsnamen. Bei „Steckborn“ – oder auch „Steckeboron“ (weiß der Kuckuck, wo ich das her habe) – öffnet sich da ein weites Feld für die Onomastik. Aber es wird kompliziert werden. „Steckborn“ ist ein Zungenbrecher. Doch halt, sind Zungenbrecher der Sprachforschung hinderlich? Im Gegenteil! Gerade bei Zungenbrechern ist ein Ansatz zur Klärung vielleicht eher zu finden.

Wie kommen wir weiter? Mit der Onomastik, meine ich.

Der glückliche Zufall wollte es, dass mir ein Artikel aus dem „Bote vom Untersee“ in die Hände fiel (Fresspakete aus Steckborn sind immer damit ausgelegt und das Blatt ist so interessant, dass ich es über ein Jahr abboniert hatte). In diesem Artikel vom 05. Nov. 2002 stieß ich auf wertvolle Informationen. Ein gewisser Martin Graf arbeitet an einem sprach- und kulturgeschichtlichen Forschungsprojekt, das als Thurgauer Namensbuch und zweibändiges Werk mit über 1.500 Seiten erscheinen soll.

Die Bedeutung und Herkunft des Ortsnamen Steckborn ist noch unklar. Das soll aber nicht entmutigen, werden doch 30.000 rezente (also lebende) Namen, 5.500 Siedlungsnamen, 1.000 Wüstungen, und weit über 25.000 Flurnamen untersucht. „Der Untersee-Raum weist dabei verschiedene Leckerbissen auf“, meint der Historiker Graf. Nun zu Steckborn: „Eine äußerst vorsichtige Spekulation sei momentan der Ursprung ‘Häuser bei den Grenzpfählen’ oder ‘mit Pfählen umgebenes Dorf’ “, verrät er. Auch dieses Rätsel soll in den nächsten Jahren gelöst werden.

Diese Interpretation scheint wahrscheinlich und hat den Vorteil, dass das Ortswappen nicht umgestaltet werden muss, zeigt es doch zwei gekreuzte Pfähle. Eine weitere Spekulation zum Namensursprung, die aber völlig abwegig ist, könnte mit der neolithischen Seeufersiedlung, den Pfahlbauten, zu tun haben. Die Fundstelle liegt östlich der Deltaspitze (Bootshafen Feldbach? Jedenfalls ist da das Qype-Sternchen) und wurde 1858 bei Niedrigwasser entdeckt. In neuerer Zeit wurden Grundlagenuntersuchungen gemacht, um diese durch Erosion stark gefährdete Fundstelle zu sichern. Weiteres von den Arbeiten zeigt die Website http://www.archaeologie.tg.ch, aus der auch die beiden Fotos sind.

Ein drittes, lieber Nick Dutli, habe ich von deiner fabelhaften Website http://www.freilichtspiele-steckborn.ch/ geklaut. Es zeigt einen Grenzstein mit dem Steckborner Wappen. Für Sie, liebe Qype-Leser, ist anzufügen, dass die Steckborner ihre Gemarkungen durch unterirdische Grenzsteine zu sichern pflegten, falls oberirdisch jemand unchristlich wäre.

Kommentieren 8 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen

  • dolly, 5 April 2007: ich würde den namen -Steckborn- mit einer entdeckten quelle in verbindung bringen, gibt es eine heilquelle oder so bei euch?
  • Lenz, 5 April 2007: Meines Wissens gibt es nur den Dorfbach, den man nicht als Quelle sehen kann. Dieser Born ist auch weitestgehend unterirdisch, das heißt kanalisiert und zugemauert.
  • dolly, 5 April 2007: bestimmt ist die Quelle so verborgen und zugeschüttet, dass man sie erst wieder neu entdecken muss ;-)
  • Lenz, 5 April 2007: Na, dann werde ich doch das nächste Mal die Schaufel in die Hand nehmen, oder die Wünschelrute.
  • dolly, 6 April 2007: solltest fündig werden, bin ich aber an den einnahmen beteiligt!
  • CemB, 9 April 2007: Ich glaube auch, der Name kommt sicher von "abgeSTECKtes Gebiet" und "born" (entstanden), also aus "abgestecktem Gebiet entstanden". Frage ist dann nur, WER es abgesteckt hat.
  • Lenz, 9 April 2007: Hört sich gut an, Cem. Wahrscheinlich warens die Alemannen. Die konnten zwar nicht schreiben, aber reden. Werde dem Historiker endlich mal ein eMail schicken.
  • sitec, 21 Juli 2011:

    Andere Schreibweisen sind: -Stechoboron -Steckboren -Steckbüren -Steckbüron
    Also sind jede Menge von Interpretationen möglich, die auch logisch erscheinen

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