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Museum im Turmhof, Steckborn

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Kategorie:
Museum und Ausstellung Steckborn
Adresse:

Seestraße 84, 8266 Steckborn

+4152-761 3028

Website:

www.thurgau-tourismus.ch/de/na...

Geöffnet:
Mitte Mai - Mitte Oktober
Mi + Do, Sa + So: 15 – 17h
Führungen auf Anfrage
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von Lenz
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Lenz

Schaffhausen

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Beitrag zu Museum im Turmhof vom 6 April 2007

Der Turmhof ist sicherlich eines von Steckborns Wahrzeichen. So viele gibt es nicht, vielleicht noch das alte Rathaus. Nach neuesten Untersuchungen muss er 1282 vom Reichenauer Abt Albrecht v. Ramstein erbaut worden sein. Das Gebiet des Städtchens Steckborn gehörte damals dem Kloster Reichenau. 1313 schenkte Kaiser Heinrich der VII. dem Kloster das Marktrecht für Steckborn. Mit dem Turmhof waren zahlreiche Rechte verbunden: Fischerei- und Jagdrecht; das Recht, zoll- und gebührenfreie Waren vom See auf den Markt zu führen; sowie die Gewährung des Asylrechts für Flüchtlinge von 6 Wochen und 3 Tagen. Wow!

1642 übernahm, nach langen Verhandlungen mit den Eidgenossen und dem Kloster Reichenau, die Stadt Steckborn den Turm mit allen Rechten. Im 19. Jahrhundert war das Gebäude eine Armenarbeitsanstalt, einige Zeit auch eine Schule. Der Turmhof wurde im Laufe der Zeit um- und ausgebaut, 1899 erhielt er das heute noch charakteristische Kupferdach.

Seitdem ich denken kann, beherbergt der Turmhof das Heimatmuseum. Für schwitzende Radfahrer, die den Untersee in Tagestouren umrunden, ist das kühle Gemäuer eine ideale Unterbrechung mit etwas Historie. Die großen Themen der Ausstellungen widmen sich dem traditionell berühmten Steckborner Handwerk: Dem Ofenbau, dem Klöppeln und der Zinngießerei. (Klöppeln ist eine Handarbeitstechnik, bei der mittels Klöppel – das sind spindelförmige, meist aus Holz gefertigte Spulen - und dem daran aufgewickelten Garn verschiedenartige Spitzen gefertigt werden).

Wenden wir uns aber schnell vom Handwerk ab und kommen zum Wesentlichen: Steckborn hat eine 6000-jährige Geschichte. Auch darüber zeigt das Heimatmuseum Interessantes. Funde aus Pfahlbauten, Funde aus der Römerzeit und natürlich Funde der wilden Alemannen. Sie kannten keine Schrift, dafür das Leben und den Tod. Einer hat sich doch glatt zum Sterben hinter meinem Geburtshaus hingelegt. Das heißt, er wurde in Stein bestattet, denn er war ein Fürst. Den zeigt das Heimatmuseum zwar nicht, der ruht in Frauenfeld. Aber seine Begleiterin ist im Heimatmuseum mit mindestens 208 zierlichen Knöchelchen erhalten. Auf sie bin ich besonders stolz, denn ich habe sie mit freigelegt. Sie kennen das, Erdkrümel wegbürsten und nochmals wegbürsten. Da ich erst sieben Jahre alt war, hat man mir eine hübsche, blonde Archäologin zur Seite gestellt. Um ehrlich zu sein, hat sich mich unwesentliche Arbeiten machen lassen. Aber es hat meinen Sinn und Respekt für unsere wilden Vorfahren geschärft.

Apropos: Seit dem 02. Dez. 2002 gibt es die Stiftung Turmhof. Dank einer großherzigen Schenkung des in Steckborn wohnhaften Ehepaars Doris und Alfred Hertner-Diethelm. Gerne verweise ich auf die Website: http://www.turmhof.ch/

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