Kompliment
GuideAndCompany (10.04.2007)
Als Gegenstück zum Brandenburger Tor wurde 1905 das Charlottenburger Tor errichtet, seinerzeit noch auf der "Charlottenburger Chaussee", dann auf der Hitler-Speer'schen Ost-West-Achse der "Welthauptstadt Germania", heute auf der "Straße des 17. Juni (1953 - da war der große Volksaufstand in der DDR)", als Eingangstor zur damals noch selbständigen Stadt Charlottenburg (seit 1920 Teil "Groß-Berlins"). Es begrenzt die Fahrbahn einer Brücke über den Landwehrkanal, die im gleichen Atemzuge entstand (Architekt B. Schaede). Ein Stück entfernt ragten zwei wuchtige Kandelaber (Bombenschaden), die z.Z. rekonstruiert werden. Mächtig und in Bronze gegossen stehen da (nach langer Restauration jüngst wieder entschleiert): Friedrich, der erste (selbsternannte) "König in Preußen" (wo der Preuße nicht dem deutschen Kaiser unterstand; davor waren die preußischen Fürsten "nur" Kurfürsten) und seine 2. Ehefrau, Sophie Charlotte von Hannover, auf ein Modell des Schlosses Charlottenburg verweisend (noch ohne die späteren Seitenflügel), das (bei ihrem Tode 1705 von dem trauernden Friedrich) nach ihr benannt wurde (Bildhauer H. Bauke). Gründerzeit-Prunk, der die 'souveräne' Spendabilität der beiden Potentaten gut widerspiegelt: Kunst und Wissenschaften liebten die zwei und 'schenkten' so dem noch recht unbedeutenden Preußen ein imposantes Zeughaus, ein neues Schloss, eine Akademie der Wissenschaften (Präsident Leibniz) und eine der Künste (Präsident Schlüter). Nur dass der Staatshaushalt beim Tode Friedrichs 1713 ein ebenfalls monumentales Defizit aufwies. Es musste erst der drakonisch strenge und sparsame "Soldatenkönig" kommen, um das Loch wieder zu stopfen, und danach sein Sohn, Friedrich "der Große", um durch die gewaltsame Aneignung Schlesiens (und andere nicht minder räuberische Gebietsgewinne) Preußen auch wirtschaftlich und militärisch zu einer europäischen Großmacht werden zu lassen.
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alias Hilmar Hans Werner
Stichworte
charlottenburg, von, hannover, schloss, friedrich, charlotte, sophie, charlottenburger-tor, i.
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