Spam, Altstadt, Hamburg

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von Lenz
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1 Beitrag zu Spam auf Deutsch

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Lenz

Schaffhausen

401 Beiträge

 
 
 
 

Beitrag zu Spam vom 26 November 2008 (aktualisiert am 30 November 2008)

Heute erreichte mich zum wohl fünfzigsten Mal eine süße Spam-Mail. Sie wurde nicht blockiert, weil sie irgendwie für mein Programm zu persönlich adressiert erschien. Im Spam-Ordner habe ich jeden Tag unendlich viele. Das liegt an meinen Aktivitäten im Internet, bei denen ich manchmal meine Mailadresse angeben muss. Ich mache mich jetzt nicht über die Schreiberin lustig. Kann ich auch nicht, denn es gibt sie gar nicht. Zitat in Auszügen:

„Hallo! Du bist verwundert, diesen Brief zu bekommen? Du hast den Fragebogen auf der Web-Seite der Bekanntschaften FreundScout24 oder SinglesFreenet? Ich erinnere mich genau nicht. Aber es ist nicht wichtig. Das Wesentliche dass hast du meinen Brief bekommen. Im ersten Brief werde ich dir kurz uber mich erzahlen. Im Folgenden werde ich dir uber mich mehr und ausfuhrlicher schreiben. Ich bitte die Verzeihungen fur meinen deutsch. Ich bemuhe mich nur, deutsch besser zu studieren. Ich denke dass mein deutsch kein Problem fur unseren Verkehr wird.

,(...)‘

Meinen Namen Juliya. Ich die russische Frau. Ich befinde mich in Spanien in diesen Moment. Aber ich bin geboren worden und wohnte in Kasachstan. Es ist eine ehemalige Republik Sovestkaja. Meine Grossmutter war Deutsche. Sie hatte den deutschen Nachnamen “Meinzer”. Es ist sehr viel russische Deutschen lebten und leben in Kasachstan. Ich denke du weisst das. Ich bin zu Spanien aus Kasachstan ein halbes Jahr ruckwarts angekommen. Ich lebe bei alteren Schwester.

,(...)‘

Wir haben die Eltern nicht. Unsere Eltern sind in der Autokatastrophe umgekommen wenn ich Kind war. Es ist eine traurige Geschichte. Mir 28 Jahre. Viele Leute denken dass ich die schone Frau. Ich weiss nicht. Moglich es so. Ich denke du kannst es sehen. Ich werde dir die Fotografien im nachsten Brief schicken. Was du mich noch wissen willst? Ich denke dass du viel Fragen haben wirst. Ich werde mich bemuhen, ausfuhrlich auf alle deinen Fragen zu antworten.“

Etc. etc.

Die erste Spam-Mail wurde angeblich vor dreißig Jahren, am 3. Mai 1978, versendet, als das Internet noch Arpanet hieß und nur wenige tausend Internetuser hatte. In der Aussendung warb der Marketing Manager Gary Thuerk für neue Computer.

Eine Frau Ingrid Brodnig schreibt zu Spams:

„Wer schreibt mir Spams?

Spam ist mittlerweile ein hochprofessionelles Geschäft geworden, hinter dem meist kriminelle Banden stecken – etwa die „HerbalKing“-Gang, die von Indien aus für Penisverlängerung wirbt, oder der Spammer „Alex Blood“, der auch mit Kinderpornografie handeln soll. Diese Gruppen agieren häufig von Ländern wie China, Russland, aber auch der USA aus und sind freilich an ihrer Anonymität interessiert. Wer sich trotzdem ein paar Fotos der meistgesuchten Spammer ansehen möchte, findet diese bei Spamhaus. Laut dieser bedeutendsten Anti-Spam-Organisation, stammen achtzig Prozent der unerwünschten Mails von nur 200 Banden.

Woher haben die meine E-Mail-Adresse?

Spammer hantieren mit zigmillionen Mail-Adressen, die zum Teil gestohlen, von unseriösen Webseiten verkauft oder im Internet aufgeklaubt wurden. Für letzteres werden sogenannte „Crawler“ eingesetzt. Das sind Computerprogramme, die Webseiten nach Mail-Adressen durchsuchen. Deswegen sollte man nicht einfach seine Adresse auf irgendwelchen Foren oder Webseiten veröffentlichen – und wenn doch, dies mittels einer Bilddatei tun. Denn wer seine Mail-Adresse auf einem Bild darstellt, macht diese zwar für einen Menschen, nicht aber für ein Computerprogramm lesbar. Dieses kann schließlich keine Grafiken entziffern.

Wer hat Spam erfunden, woher kommt der Name?

Man könnte behaupten, Monty Python hat Spam erfunden. Aber Spam ist ursprünglich der Name eines Dosenfleischprodukts der Firma Hormel Foods Corporation, das vor allem während des Zweiten Weltkriegs in England gegessen wurde und bei Soldaten, die durchgehend Spam bekamen, unbeliebt war.“

Das wird den aufgeklärten Qypern alles bekannt sein. Aber wer verdient mit Spams eigentlich Geld? Weiter:

„Laut FBI haben Spammer allein in Amerika letztes Jahr rund 170 Millionen Euro eingenommen. Dass sich mit Massenmails viel Geld machen lässt, zeigt das Beispiel des „Colorado Spam King“ Edward Davidon. Der Amerikaner war aufgrund seines Spammens verurteilt worden und kam im Juni erneut in die Schlagzeilen. ,(...)‘ Vor seiner Inhaftierung hatte der Spam King gut verdient: 3,5 Millionen Dollar zwischen 2003 und 2006. Dabei war er nicht einmal einer der wichtigsten Spammer. Selbst kleine Fische verdienen durchaus fünfstellige Beträge pro Monat.“ Weiter:

„Warum enthalten viele Spam-Nachrichten Wörter, die überhaupt keinen Sinn machen?

Manchmal wundert es einen, was für Schrott im Postfach landet. Manche E-Mails sind kaum lesbar, so sehr wurde an den Wörtern gefeilt. Da heißt Viagra plötzlich „Vl@GR@“ oder wird als „Red Bull für Ihr bestes Stück“ bezeichnet.
Der Grund dafür ist, dass jeder Spamfilter sofort auf Wörter wie „Viagra“, „Penis“ oder „Rolex“ anspringt. Mittels kreativer Sprache versuchen Spammer, die Software zu überlisten. Den Gutteil ihrer Zeit verbringen sie damit, auszutesten, ob Mails auch tatsächlich beim Internetuser landen.“

Ich kann mich, und da bin ich wieder, darüber köstlich amüsieren. Aber denken wir an diejenigen, die neu im Internet sind und sich schon oft die Finger beim Öffnen von Spams verbrannt haben.

Was hat das nun mit Qype zu tun? Natürlich nur bedingt. Qype ist sauber. Aber: Qype wird leider auch missbraucht. Von Angeboten, die ich zumindest nicht haben will. Und viele andere auch nicht. Aber Qype ist trotzdem viel angenehmer als mein Spam-Ordner, den ich tagtäglich löschen muss.

P. S. Sorry Qype, ich habe unendlich viel Mühe in die Arbeit gesteckt, einen exotischen Platz für diesen Beitrag zu finden. Es ist mir nicht gelungen. Nicht böse sein.

Lenz @Gletscherkälbchen, Toleranz ist ein wertvolles Gut. Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich versuche immer tolerant zu sein und trotzdem Fehler im Internet aufzudecken. Beziehungsweise zu beschreiben.

Lenz @Verona, das Übliche. Sie landen natürlich zu 99% im Spam-Ordner. Hunderte pro Tag :-).

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