Deportationsweg zum Bahnhof Putlitzstraße, Moabit, Berlin

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von Stroheim
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1 Beitrag zu Deportationsweg zum Bahnhof Putlitzstraße auf Deutsch

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Stroheim

Berlin

38 Beiträge

 
 
 
 

Beitrag zu Deportationsweg zum Bahnhof Putlitzstraße vom 30 November 2008

Eingeklemmt zwischen einem Supermarkt und einem neu errichteten Baumarkt biegt ein schmaler Kopfsteinpflasterweg von der Moabiter Quitzowstraße ab. Heute dient er als Zufahrt zum Parkplatz des Baumarktes. In der Nähe auf dem Gehweg versteckt sich eine zweisprachige Hinweistafel, die etwas über die Vergangenheit dieses Weges verrät. In den Karten der Verwaltung wird er auch heute noch als Deportationsweg bezeichnet.

Der Weg verband die Quitzowstraße mit dem Güterbahnhof Putlitzstraße. Von 1942 bis 1945 wurden Juden von der Sammelstelle in der Synagoge Levetzowstraße zunächst mit Lastwagen später zu Fuß in Marschkolonnen quer durch Moabit hierher gebracht, in Waggons, überwiegend in Viehwaggons getrieben und von der Deutschen Reichsbahn nach Theresienstadt, in die Ghettos der okkupierten, osteuropäischen Städte Lodz, Riga und Lublin oder später direkt nach Auschwitz verschleppt. Überlebt haben nur wenige.

Auf der nahen Putlitzbrücke steht seit Sommer 1987 ein Mahnmal. Reste der Rampen und Gleisanlagen des Güterbahnhofes hat die Bahn im Zusammenhang mit dem Neubau des nahen Hauptbahnhofes unauffällig verschwinden lassen. Die Bahn mag nicht so gerne an ihre Vergangenheit erinnert werden. Spätestens seit der Ausstellung Zug der Erinnerung ist klar, dass sie nicht nur als Rechtsnachfolger der Reichsbahn in die Judendeportation verstrickt ist, sondern dass es auch personelle Kontinuitäten gab. Dass dieselben Logistiker, die in der Nazizeit die Transporte in die Vernichtungslager organisierten, nach dem Krieg dann eben Urlauber verschickten oder später für „Gastarbeitertransporte“ nach Deutschland verantwortlich zeichneten.

Wer ganz genau hinschaut kann am Ende des Deportationsweges noch Fragmente des Gleises 69 finden, eines der Gleise, von dem die Deportationszüge abfuhren.

Stroheim Danke Euch allen für Eure Reaktionen.

@BarBQ: Natürlich habe ich nichts dagegen.

3michelinstars Den Beitrag habe ich durch Zufall hier entdeckt. Ich habe den Weg schon mehrfach genutzt ohne seine Geschichte gekannt zu haben. Beim nächsten Mal tute ich es mit Bedacht, Andacht und Bildern im Kopf.

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