Zwischen
Weihnachten und Neujahr haben meine Frau und ich unsere freien Tage
in Berlin verbracht und uns diese und jene Sehenswürdigkeiten
vorgenommen, die man nicht versäumen sollte, wenn man diese tolle,
aufregende und lebendige Stadt mit ihrem reichhaltigem Angebot, sei
es Kultur, Veranstaltungen, Gastronomie usw. bei besten
Verkehrsverbindungen besucht. Abschließend stand die Zitadelle in
Spandau auf unserem Plan, als sich die Frage stellte, wo wir unser
Mittagessen einnehmen wollen. Um uns die Entscheidung zu erleichtern,
wollten wir uns eine Anregung über das Internet einholen. Dort fiel
uns das Restaurant Satt und Selig besonders auf, dessen Beurteilungen
doch auffälligerweise von „sehr gut“ bis „nicht
empfehlenswert“ reichten. Die Mehrzahl der Kritiken waren jedoch
positiv, doch bei den mitunter besonders negativen Kritiken konnten
wir uns einfach nicht des Eindrucks erwehren, dass schon wegen seiner
besonderen Ausführlichkeit derselben dem Lokal absichtlich Schaden
zugefügt werden solle.
Wir
ließen uns aber nicht abschrecken, unsere Neugier war geweckt und
deshalb wollten wir uns an Ort und Stelle davon überzeugen, ob ein
Restaurant wirklich so schlecht sein kann, wie teilweise geschildert.
Wir waren doch mehr als angenehm überrascht: das Essen war frisch
zubereitet, wovon wir uns durch die offene Küche überzeugen
konnten, keine über das normale Maß hinausgehende Wartezeit trotz
sehr guter Auslastung sowie ein freundliches und aufmerksames
Personal in einem rustikalen Restaurant in bester Lage, der
Fußgängerzone im Zentrum von Spandau, direkt vor der Nikolaikirche.
Wir
haben erkannt, sich nicht von Mundpropaganda oder irgend welchen zu
Papier gebrachten Berichten beeinflussen zu lassen, sondern sich ein
eigenes Urteil zu bilden, das überraschenderweise ganz anders
ausfallen kann, sei es nun positiv, wie in unserem Fall, oder auch
negativ, aber nur dann weiß man genau, was wirklich Sache ist.
Diese
für uns angenehme Erfahrung hat uns veranlasst, am nächsten Morgen
unser Frühstück wieder in dieser Lokalität einzunehmen, was
äußerst reichhaltig und qualitativ sehr gut war, und das zu einem
erstaunlich günstigem Preis für das Gebotene.
Einige
Kräfte des Personals waren nicht die vom Vortag, doch genau so
zuvorkommend und freundlich, aber nicht aufdringlich.
Wieder
zu Hause in Köln wollten wir mit einem Paar aus unserem
Bekanntenkreis, von dem wir wussten, dass sie sich im letzten Sommer
ebenfalls in Berlin aufhielten, unsere Erfahrungen austauschen. Auch
sie hatten im Satt und Selig Einkehr gehalten, was sich wie bei uns
nach Besichtigung der Zitadelle ergab, ohne sich aber vorher im
Internet informiert zu haben. Auch sie hatten nur Positives zu
berichten und auch sie werden, so wie wir auch, sowie es sie und uns
wieder nach Berlin verschlägt, mit Sicherheit im Satt und Selig
einkehren.
Es
ist uns ein Bedürfnis, unsere Erfahrung weiterzugeben mit dem
Hinweis, nicht alles zu glauben, was man hört oder liest, sondern
sich nach Möglichkeit vor Ort seine eigene Meinung bilden sollte.
Im Januar 2013
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