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Holiday Inn Berlin Mitte

Hochstrasse 2 -3, Gegenüber des Gesundbrunnen Centers, 13357 Berlin

Das First Class Hotel HOLIDAY INN Berlin-Mitte begrüßt seine Gäste im Zentrum Berlins zentral gelegen am Park Humboldt Hain bei U-, S- und Fernbhf. Gesundbrunnen.

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Qype Advanced Insider 12K
Benutzerfoto: Wolfram

Wolfram

Kompliment Wolfram (09.06.2007) 5

Mitte ist hier am lebhaftesten und einfach "crowded". Die Scheune brennt sozusagen, jeden Abend. Hilmars lyrische Ideen und Assoziationen zeigen uns, welche Gefühle und Impressionen hier erlebbar sind... ?! Mir sind auich profane Gedanken vertraut... !!!!
Jede Strasse erzählt Geschichten. Das ganze Viertel reizt zum Entdecken und Geniessen. Auch nachdenklichere Aspekte der jüngeren Geschichte kommen nicht zu kurz und die Kreativität bebt obendrein. Scheunenviertel ist ein Relikt, Erbe und Verpflichtung. Doch hier liegt auich ein Schlüssel um jenseits - besser lange vor - der DDR die deutsche Vergangenheit in Berlin zu erspüren !

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Kompliment GuideAndCompany (26.04.2007) 5

Ich möchte Euch im Folgenden ein kleines Erlebnis aus dem Scheunenviertel zur Kenntnis geben (ihr wisst, dahin wurden im Mittelalter die brennbaren Scheunen ausgelagert, und hier siedelten sich v.a. die ab 1671 vom Großen Kurfürsten eingeladenen Juden an; heute ist's ein Großteil der über 400 Galerien, die dem Berliner Kunsthandel Weltgeltung verschaffen, der sich dort befindet), genauer von der Oranienburger Straße, Berlins vielleicht bekanntester Amüsiermeile. Danach folgt ein kleines Stimmungsbild mit etwas weiteren Horizont...

Es war nicht lange nach dem Mauerfall. Eine wunderschöne Sommernacht. Ich stehe beim Monbijou-Park an der Oranienburger Straße. Auf der einen Seite wie eine mondgleich leuchtende Traumvision der große Dom, auf der anderen die goldglänzende Synagoge, diesmal eine Fatamorgana aus 1001 Nacht. Die Luft ist herrlich milde. Ich staune einfach und genieße...

Die meisten der vielen Lokale haben sich schon geleert, wenig Menschen sind noch unterwegs, nur ein paar Autos, die von Nutten angehalten werden. Kaum bremsen sie, setzen sich die Damen des liegenden Gewerbes auf die Kühlerhaube. Ziemlich penetrant. Das Geschäft scheint schlecht zu laufen. "Na, Süßer, hast Du bisschen Zeit für mich?", ruft mich eine an, von der anderen Straßenseite. "Ich? Nee, hab' kein Geld..." Sie kommt rüber. "Ich mach Dir einen guten Preis!""Hab wirklich kein Geld, studiere noch...""Na hör ma, sei nicht so uncharmant...""O.k.", sage ich, "bin einverstanden, wenn Du mich einlädst...", und lache. "Hat man sowas schon gesehn, Du bist doch hier der Freier und ich die Nutte!" Sie ist empört und etwas laut geworden. Dann kommt ihr ein Gedanke: "Du kannst hier nich stehn und anschaffen!" Ach, so läuft der Hase, sie hat mich missverstanden. "Nee, nee, ich will hier nicht anschaffen, steh nur so da und schau mir die schöne Umgebung an...""Das geht nicht, geh jetzt weiter hier!" Mittlerweile schon richtig laut."Hör ma, das ist hier 'n freies Land, ICH entscheide, wann ich weitergehe, nicht Du!" Inzwischen haben die Kolleginnen aufgehorcht und kommen zusammen, bilden einen Kreis um mich. Ich solle abhaun jetze. Doch wer bleibt trotzig? Icke. Sie fangen an, nach mir zu treten. Ich weiche aus, denke, Du kannst doch jetzt nicht diesen hübschen Dingern eine reinhaun, und: warum kommt hier kein Zuhälter? (Inzwischen weiß ich: die Frauen verwalten sich zumindest weitgehend selber.) Dann sage ich - was den Tatsachen entsprach -: "Hört ma, ich hab 'n paar Jahre Karate auf'm Buckel, wenn ihr mich jetzt nicht in Ruhe lasst, werde ich euch mal bisschen was davon demonstrieren!" Sie hören auf zu treten, öffnen an einer Stelle zögerlich den Kreis, bilden eine kleine Gasse. Ich rückwärts mit karatemäßig erhobenen Händen langsam raus aus dem Kreis...

Drumrum hatte sich inzwischen eine Handvoll Gaffer angesammelt. Natürlich war keiner von denen irgendwie mir zuhilfe gekommen. Jetzt machen Sie ihren schlechten Gewissen Luft und beschimpfen mich halblaut, von wegen Frauen belästen und so, ganz unerhört...!

Später hab ich die Sache bei der Polizei anzeigen wollen, bei den Grünen, die da immer an der Synagoge Wache schieben. Nach vielem Reden wird die Streife gerufen, die lässt mich eine halbe Stunde warten, fährt zweimal vorbei, ohne anzuhalten. Dann soll ich die Sache anzeigen, mit Preisgabe meiner Adresse (Hochparterre), offen für die Angezeigten. Nee danke, will keine Ziegel in meinem Fenster. Zeige Ihnen aber gerne die "Rädelsführer". Schweigend unwillige Zustimmung, gewürzt mit passivem Widerstand in Form von weiterem Wartenlassen. Dann beim Vorbeifahren totales Desinteresse. Wie oft die wohl kostenlos dürfen pro Monat...?

***

Marienkirche - Tacheles (2007)
(Hommage an Paul Gerhard, Matthias Claudius und einen anonymen Surrealisten...)

Der Mond ist aufgegangen,
die roten Lichtlein prangen
am Himmel hell und klar,
der Fernsehturm steht grau und schweiget
und aus dem Asphalt steiget
der warme Frühling
wunderbar.

Am Koppenplatz wächst weißer Flieder,
und golden glänzt die Synagoge.
Die Nutten zeigen ihre Mieder,
vom Tacheles bis wo die Tulpen blühn im Park
vom plattgebombten
Monbijou.

Dazwischen sitzen Buddhas,
angestrahlt im Lotussee,
und schöpfen Rahm
für Yogitee.
Sie surfen die Touristenwoge,
die durch die Haupt-Stadt wallt
und ständig wacht:
Berlin!

GuideAndCompany
alias Hilmar Hans Werner

Zur Erinnerung:

***

Matthias Claudius
(1740 - 1815; Lyriker)

Abendlied

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

...

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbarn auch!


***

Paul Gerhardt
(1607 - 1676; u.a. Diakon an der Berliner Nikolai-Kirche nicht weit von der Marienkirche)

O Haupt voll Blut und Wunden

O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gekrönet
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber höchst verhöhnet,
gegrüßet seist du mir!

O edles Angesichte,
davor das Reich der Welt
erschrickt und wird zu nichte,
wie bist du so entstellt,
wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
dem sonst kein Licht mehr gleichet,
so schmachvoll zugericht't?

Die Farbe deiner Wangen,
der roten Lippen Pracht
ist hin und ganz vergangen;
des blassen Todes Macht
hat alles hingenommen,
hat alles hingerafft,
und daher bist du kommen
von deines Leibes Pracht.

Nun, was du, Herr, erduldet,
ist alles meine Last,
ich hab es selbst verschuldet,
was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer,
der Zorn verdienet hat;
gib mir, o mein Erbarmer,
den Anblick deiner Gnad.

Erkenne mich, mein Hüter,
mein Hirte, nimm mich an!
Von dir, Quell aller Güter,
ist mir viel Guts getan;
dein Mund hat mich begabet
mit wunderbarem Trost,
dein Geist hat mich gelabet
mit reicher Himmelskost.

Ich will hier bei dir stehen,
verachte mich doch nicht;
von dir will ich nicht gehen,
wenn dir dein Herze bricht;
wenn dein Haupt wird erblassen
im letzten Todesstoß,
alsdann will ich dich fassen
in meinen Arm und Schoß.

Es dient zu meinen Freuden
und kommt mir herzlich wohl,
wenn ich in deinem Leiden,
mein Heil, mich finden soll.
Ach möcht ich, o mein Leben,
an deinem Kreuze hier
mein Leben von mir geben,
wie wohl geschähe mir!

Ich danke dir von Herzen,
o Jesus, liebster Freund,
für deines Todes Schmerzen,
da dus so gut gemeint.
Ach gib, daß ich mich halte
zu dir und deiner Treu,
und wenn ich einst erkalte,
in dir mein Ende sei.

Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir;
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod
und laß mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvollfest an mein Herz dich drücken:
wer so stirbt, der stirbt wohl.

***

Anonymer "Surrealist" (1. Aufzeichnung einer der vielen Varianten Ende 19. Jh.)

Finster war's, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossener Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

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