Kompliment
Wolfram (30.09.2007)
Storch war jahrzehntelang Wappen und Programm. Der allseits beliebte Vogel ziert das Münster zu Straßburg und wurde vor Jahrhunderten zum Wappentier und Symbol des Elsaß. Der rührige und strenge Chef des einstigen berühmten Flammekuchen-Bistros hieß passenderweise Hauptvogel. Nun stand der Wappen- Hauptvogel der schönen französisch-deutschen Rheinprovinz Elsaß im Mittelpunkt des eigentlich puristischen Restaurants mit traditionell-schlichter Bistroatmosphäre im Schöneberger Kiez. Die feine elsässische Küche und der legendäre Service (man trug jahrelang Frack und leistete sich den stilvollsten Ober-Kellner Berlins) sind beständig gut und doch erschwinglich fair im Preis. Viele gute Köche haben hier schon gearbeitet so auch aus der heutigen Crew des "Cochon bourgeois" in Kreuzberg. Dieses Lokal ist also ambitioniert, gut geführt und sehr zuverlässig. Wer wenig ausgeben will oder einfach eine Pizzaalternative sucht, war mit den genial einfachen Flammkuchen bestens bedient. Dies jedoch ist nun erstmal vorbei, der Flammekuche wurde ausgesetzt, die homepage schrieb dazu (jetzt alles erstmal gelöscht):
"FLAMMENKUCHEN
Das Ende des Flammenkuchens!!!!!!!!! Wie Sie alle wissen, war der STORCH das erste Elsässer Gasthaus in Berlin, welches Flammenkuchen anbot. Und zwar schon vor 18 Jahren. Nun ist Schluss mit Tarte Flambee! Sie fragen warum? Der war doch so lecker! Klar war der STORCH-Flammenkuchen lecker! Super-Tarte-Flambee! Aber.......in den letzten Jahren gab es kaum eine Restauranteröffnung, in der Flammenkuchen im Angebot fehlte. Grauenhafte, widerliche Tricatel-Convenience-Produkte. Aus denen die Chemie deutlich herausschmeckt! Dies führte dazu, das im STORCH der Flammenkuchen weniger bestellt wurde. Und wir haben eigene Bäcker dafür eingestellt. Alles Handgemacht. Bald wurde kaum noch Flammenkuchen verkauft. Da haben wir uns gesagt, na, dann nicht. Und werden in Kürze eine neue Speisekarte vorstellen, die diesen Verlust wieder wettmacht. IHR STORCH "
Das ist natürlich ein harter Schlag - aber wohl nicht das letzte Wort. In der StäV am Schiffbauerdamm gibt es guten bis sehr guter rtheinischen Flammkuchen, da soll der Hauptvogel also nicht so laut klappern, finde ich....
Nach dem Essen kann man dann in den schaurig schönen "Felsenkeller" in der Akazienstrasse taumeln. Diese Lokale gehören beide in die Kategorie "Institution". Neuerdings unter dem befremdlichen Namen "Renger-Patsch" (ein Meisterfotograf des 20. Jahrhunderts), vielleicht gelingt es ja trotz des Namens alle weiterhin zu überzeugen!
Stichworte
lecker, restaurant, flammkuchen, stil, kiez, tradition, schöneberg, fotograf, institution, elsaß, flammekuchen, vertretung, elsässisch, felsenkeller, stäv, ständige, renger, patsch, renger-patsch
Kommentare (3)
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