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schoussi

Kompliment schoussi (29.04.2007) 4

Als ich aus beruflichen Gründen noch immer werktags "außer Haus" war, habe ich mir einen Laptop angeschafft. Man will und muss ja auch fernab der Heimat noch ein paar Arbeiten am PC erledigen.

Irgendwann war dieser Laptop einfach veraltet, aber ich immer noch einen Großteil des Jahres nicht zu Hause. Also musste ein neuer Laptop her.

Da der Laptop von einer großen Marke war und nicht gerade zu den günstigen gehörte, wähnte ich mich auf der sicheren Seite.

In den folgenden eineinhalb Jahren war der Laptop in höchstem Maße beansprucht: Täglich stundenlang im Einsatz, mehrere Ortswechsel am Tag. Auf- und zuklappen fast im Minutentakt.

Mit der Zeit hielt der Displaydeckel nicht mehr im Verschlußmechanismus auf der unteren Hälte des Laptops, wenn man ihn zuklappte. Der Deckel stand also im "zugeklappten" Zustand immer 1-2cm nach oben. Der Schließmechanismus war das erste Opfer der Zeit und Beanspruchung. Das war aber nichts, was man nicht verschmerzen konnte. Außerdem war die Zeit meiner beruflichen Legionärstätigkeit gezählt und ich durfte in meinem Wohnort arbeiten. Der Laptop fand also nur noch auf der heimischen Couch und auf privaten Reisen ab und an Verwendung.

Ein paar Monate später fiel mir auf, dass sich die Plastikverkleidung an einem Displayscharnier ein wenig an der Nahtstelle des Plastiks gelockert hatte. Noch kein Grund zur Beunruhigung.

Aber eines Tages tat es beim Aufklappen einen leisen Knall und aus der Nahtstelle des Plastiks klaffte ein gebrochenes Displayscharnier heraus. Der Displaydeckel hatte nur in genau einer Position noch soviel Halt als das er von selbst offen stehen blieb. Klappte man ihn zu, knirschte das gebrochene Displayscharnier und zerstörte die Laptopverkleidung z.B. über der Tastatur immer mehr. Ein Albtraum!

Einmal hatte ich den von nun an offenstehenden Laptop etwas unvorsichtig von einem Zimmer ins andere transportiert und das Display war nach hinten umgefallen. Unter der restlichen Laptopverkleidung sah ich im gleichen Moment, dass Mainboard und RAM-Riegel gegen das Verbiegen um ihr (Über-)Leben kämpften. Also schnell wieder das Display aufgerichtet. Von nun an war klar: Der Laptop muss zur Reparatur, wenn ich ihn weiter nutzen will.

Da ich aber schon außerhalb der Garantiezeit war, rief ich mal auf gut Glück beim Hersteller an, um mich nach den Kosten für Reparatur und Abholung - Verschicken wollte und konnte ich das Gerät beim besten willen nicht - zu erkundigen. Überraschung: Reparaturkosten konnten nicht im Voraus genannt werden, auch wenn ich recht detailiert und spezifisch den Schaden erklären konnte (inkl. Bilder per Mail) und ein Transport wäre auch nicht möglich, sagte man mir an der Hotline. Ich könne ja den Laptop persönlich vorbeibringen. Auf meine Frage, wo denn die nächste Reparatureinheit des Herstellers sei, sagte man mir, dass diese in einem für mich fast 700 km entfernten Ort gelegen sei.

Der Laptop hatte sich bei mir wirklich bewährt und ich hing an ihm, aber keinesfalls so sehr, dass ich 2-4 x 700 km Fahrt dafür aufwenden wollte.

Es war klar: Ich musste jemanden auftreiben, der einen Laptop vor Ort reparieren konnte.

Bei einer großen Elektro-Kette fragte ich ebenfalls mal auf gut Glück nach. Nach ein wenig Hin und Her erklärte man sich bereit den Laptop vor Ort zu reparieren. Kosten würde mich das ungefähr 300-400 Euro. Das erschien mir viel für ein Displayscharnier... Die Sache geriet erstmal ein wenig in Vergessenheit bis mir mein Vater eines Tages von einem neuen Laden im Gewerbepark erzählte: "...der repariert auch Laptops!".

Ich war skeptisch und vermutete, dass auch hier nur "eingeschickt" werden würde. Nahm aber mal per Mail Kontakt mit Marco Sick, dem Leiter von Dr. Cheap, auf und schilderte möglichst ausführlich mein Problem und fragte nach ob eine Reparatur möglich wäre und wieviel es ungefähr kosten würde.

Die Antwort folgte einen Tag später und fiel positiv aus. Die Reparatur sollte kein Problem sein (zum ersten Mal seit ich mit dem gebrochenen Scharnier "hausieren" ging, sagte jemand, dass das "kein Problem" sei!) und würde wohl nur einen Bruchteil vom bereits woanders veranschlagten Preis kosten.

Ich gab also meinen Laptop in die Hände von "Dr. Cheap" und harrte der Dinge, die da kommen mögen. Schon nach einer Woche erhielt ich eine Rückfrage, ob mir eine selbstgebaute Lösung oder Original-Scharniere lieber wären mit den dazugehörigen Preisen.

Noch während das Gerät zur Reparatur unterwegs war, fielen mir noch ein paar andere Sachen ein, die ich gerne noch erledigt gehabt hätte, aber die ich mich persönlich - trotz meiner Bastelerfahrungen an Desktop-PCs - noch nicht getraut habe. Die Zeit, in der das Gerät zur Reparatur war, verlängerte sich also. Teils durch mir noch nach und nach eingefallene Sonderwünsche, teils aber auch mal, weil meiner Meinung nach vermutlich eine beauftragte Reparaturwerkstatt einen Kostenvoranschlag an "Dr. Cheap" verbummelt hatte.

Während das Altgerät zur Reparatur war, gab auch mein neuerer Laptop (noch innerhalb der Garantiezeit) den Geist auf. Ich stand also komplett ohne Laptop da und war just in der Folge-Woche aus beruflichen Gründen dringend auf ein mobiles Gerät angewiesen.

Ohne extra Kosten konnte ich mir "ausnahmsweise" ein etwas älteres und zum Verkauf bestimmtes Gerät bei "Dr. Cheap" ausleihen.

Während mein Gerät außer Haus war wurde ich in unregelmässigen Abständen mit Informationen zum jeweiligen Status der Arbeiten versorgt. Nach meinem Gefühl hätte es das ein oder andere Mal eine Mail mehr (mit dem Inhalt: "Sorry, ich warte auch drauf, dass sich die Werkstatt bei mir rührt") sein dürfen, aber ansonsten gab es am Informationsfluß wenig auszusetzen.

Der am Ende bezahlte Preis war mehr als nur fair und das Scharnier für mein Gefühl ausreichend verlässlich wieder instandgesetzt. Zumindest ist das Auf- und Zuklappen nicht mehr ungmöglich und geht auch nicht mehr zu Lasten der verbauten Hardware.

Vor dem Geschäft sind in der Regel genügend Parkplätze vorhanden. Es werden außerdem (gebrauchte und hergerichtete) Toshiba- und Acer-Laptops verkauft. Zu diesen Geräten kann man auch noch bestimmte Zusatz-Garantien erwerben.

Repariert werden neben Notebooks auch Desktop-PCs - unabhängig vom jeweiligen Hersteller. Wobei man fairerweise erwähnen muss, dass auch bei Dr. Cheap nur "weiter"geschickt wird und nichts vor Ort repariert wird.

Allerdings steckt hier aber (offensichtlich) mehr Herzblut und Verstand dahinter als beim Hersteller des Geräts selbst...

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