Kompliment
AMCCDuisburgeV (28.05.2007) •••••4
Wenn wir Bekannten, Freunden und Verwandten erzählen, dass in Grefrath an Pfingsten gebügelt wird, runzeln alle die Stirn. Die Erklärung ist ganz einfach. Vom 26.-28. Mai 2007 finden hier die 22. internationalen offenen deutschen Bügelmeisterschaften statt.
Das Bügelspiel, ein alter faszinierender Volkssport wurde anno 1331, zum ersten Mal in Lüttich erwähnt.
Das Spielfeld besteht aus einem 9 mal 4 Meter großen Feld aus gestampftem Lehm. Es wird von einer Holzverkleidung begrenzt, die aus Schalbrettern, den sogenannten "Spenk" oder "Schwaade" gefertigt wird. Die hintere Wand des Spielfeldes ist bis zu einem Meter hoch und zur Verstärkung doppelt gesetzt. Etwa 2,50 Meter vor der Rückwand steht der "Bügel", ein geschmiedeter Eisenring von 25 Zentimeter Durchmesser. Er ist in einem Wurzelstock fest verankert und im Boden eingegraben, um einen festen Stand zu gewähleisten. Die Bezeichnung "Bügel" stammt aus Niederfränkischen und bedeutet soviel wie Ring. Er hat dem Spielfeld und dem Spiel den Namen geegben. Die Holzverkleidung der beiden Längsseiten verjüngt sich nach vorne; hier befindet sich das sogenannte "Aahn", das Anspiel, gekennzeichnet durch einen im Spielfeld eingelassenen Balken, der etwa 25 Zentimeter vom vorderen Rand des Spielfeldes entfent ist. Zwischen Rand und Anspiel liegt die "Renn", die Rinne. Zur Ausrüstung des Spiels gehört "et Geschier", das Geschirr, bestehend aus den Kugeln, "de Klotzer", die einen Durchmesser von rund 20 Zentimetern haben, aus Vollholz bestehen und um die 4Kg wiegen. Weiterhin "de Schläejer" den Schlaghölzern in Form eines Lanzenblattes, die mit dem Schaft 66 Zentimeter messen und 15 Zentimeter breit sind. Zu den Spielregeln ist folgendes zu sagen: Gespielt wird mit zwei, drei oder vier Personen. Jeder Spieler hat Schläger und Kugel. Vom Anspiel weg wird die Kugel mit dem Schläger in Richtung Ring getrieben. Der weitere Spielablauf differenziert, je nach Anzahl der Spieler und es gibt noch zahlreiche komplizierte Spielvarianten. Wir kürzen an dieser Stelle etwas ab und behaupten, dass derjenige gewinnt dessen Kugel am häufigsten durch den Bügel getrieben wurde. Wir haben dieses bewegende Ereignis, auf dem Gelände des niederrheinischen Freilichtmuseums, zufällig entdeckt und haben uns von der fröhlichen Runde der fast 100 deutschen und niederländischen Spieler inspirieren lassen. Es war ein lustiges Event bei dem es u.a. auch leckere Stachelbeer-Pfannekuchen mit frischem Kaffee oder auch die eine oder andere "Hopfenkaltschale" gab. Das gesamte Freilichtmuseum ist für sich schon sehenswert und da es sehr versteckt liegt auch nicht überlaufen. Insgesamt ein Besuch wert, besonders für Meschen die z.B. im "Phantasialand", <Plaque> kriegen.
Stichworte
freilichtmuseum, niederrhein, nordrhein-westfalen, 47929, grefrath, dorenburg, pannekookehuus, bügel-club
Kommentare (2)
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