schoussi (08.06.2007) •••••4
Vorab: Die Landeszentralbank (LZB) heißt seit Neuem Deutsche Bundesbank (DBB). Wer sich also anlässlich der Euro-Umstellung 2001 gemerkt hat, dass man alte DMark-Banknoten nur noch bei der LZB umstauschen kann, der wird sich erstmal schwer-googlen, um 6 Jahre später noch passende Informationen zu bekommen.
Was war passiert? Bei einem lauschigen Umtrunk mit Freunden in der hiesigen Wohnung stolperte ein Gast in einem alten und schon seit Jahren nicht mehr angefassten Buch von mir über einen Schatz: 2 braune 50 DM-Scheine lagen zwischen den Seiten des Buches, das bis dahin sein Dasein im Bücherregal gefristet hatte. Auch beim Umzug nach Nürnberg hatte das Buch seinen Inhalt stets bewahrt. Schnell kam die Erinnerung zurück an den Ausflug zu Jugendzeiten zu weiter entfernt wohnenden Verwandten und einem üppigen Geldgeschenk, dass aus Ermangelung einer mitgeführten Geldbörse meinerseits, in der damaligen Reiselektüre Platz nehmen musste. Das Buch war auf der Fahrt ausgelesen und da verliert sich die Spur...
"100 Mark sind 50 Euro!" denke ich mir pragmatisch, nur wo umtauschen? Die Internetrecherche zum Erinnerungsfetzen LZB/Landeszentralbank fördert wenig fundierte Suchergebnisse zu tage. Erst über die Wikipedia stoße ich darauf, dass es keine LZBs mehr gibt, sondern nur noch Bundesbank und Bundesbanken, die sich umbenannt haben.
Auf den Internetseiten der Bundesbank erfährt man von Filialstandorten. Eine ist auch in Nürnberg. Die Öffnungszeiten arbeitnehmerunfreundlich von 8:15 bis 12:30 Uhr. Ob banken-untypisch sieben Tage die Woche oder wie üblich nur werktags, darüber schweigt sich die Seite der Bundesbank aus. Am Ende weiß ich: Nur werktags.
Also erstmal einen "freien" Werktag abpassen und mit der Straßenbahn (Linie 8 & 9) oder U- und S-Bahn zum Bahnhof gegondelt. Beim Ausstieg: Banken links, Banken rechts. Doch nirgends steht was von "Bundesbank" und auch kein Logo, kein Bundesadler, kein Euro-Zeichen. Nach ein bißchen Suche links und rechts vom Bahnhof, entdecke ich ein absolut neutrales aber sehr modernes Gebäude aus Beton und Glas. Keine Aufschrift, kein Logo. Erst beim Näherkommen entdecke ich ein kleines Schild auf dem Erdboden vor dem Gebäude: "Deutsche Bundesbank".
Es geht durch die linke Glastür hinein. Ein Infoschalter, eine Treppe und rechts zwei unscheinbare weiße Türen. Ich bin nicht sicher, ob ich richtig bin. Ich gehe zum Informationsschalter und bringe mein Anliegen vor.
"Das können Sie an eine der beiden Kassen zu Ihrer Rechten machen." sagt der freundliche Herr am Schalter.
Tatsächlich! Die zwei Türen haben Leuchtschilder auf denen wahlweise "Bitte Eintreten" oder "Bitte Warten" steht. Auf beiden wird zum Einlass aufgefordert. Ich trete ein.
Ein kleiner Schalter mit diesen typischen Austauschfächern erwartet mich. Dahinter ein Angestellter. Ich wiederhole mein Anliegen. Lege die DM-Banknoten in die Vertiefung des Schalters.
Der Angestellte holt sich die D-Mark-Scheine, nennt mir den Gegenwert in Euro. Zahlt mir auf den Cent genau den Euro-Wert aus und gibt mir eine gestempelte Quittung.
Ein Vorgang, der keine zwei Minuten dauert. Ehe ich mich versehe, bin ich wieder draußen mit meinem Euro-Schatz.
Die meiste Zeit hat es mich also gekostet, das Gebäude des Bundesbank ausfindig zu machen. Schade, dass man kein großes Logo oder keinen von weitem sichtbaren Schriftzug angebracht hat! Der Vorgang des Umtauschens von DM-Scheinen in Euro geht aber wirklich blitzschnell.
Nur die Öffnungszeiten sind nicht gerade für die arbeitende Bevölkerung gemacht.
Wer aber ein wenig risikofreudiger ist, kann auf eigenes Risiko seine DM-Schätze zusammen mit einem dazugehörigen Formular an Deutsche Bundesbank, Hegelstrasse 65, 55122 Mainz schicken und erhält - vorausgesetzt das Bargeld kommt an - den Gegenwert in Euro auf sein inländisches Girokonto erstattet.
Mehr Infos hierzu: http://www.bundesbank.de/bargeld/bargeld_faq_banknotendm.... />
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