Treffend, eine Couchsurfing-Spelunkentour (mit 120 Leuten von Eckkneipe zu Eckkneipe, gejagt von der Polizei, die meistens erst aufschlägt, wenn wir schon ein Häuschen weiter sind ;o)) als Forschungsreise zu bezeichnen lol.
Zum Magendoktor
Wedding, Berlin
- Adresse:
-
Reinickendorfer Str. 111, 13347 Berlin
- Kontakt:
-
0 30 4 61 96 45
- Geöffnet:
-
Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa, So: 00:00 - 24:00 Uhr
| Nutzer-Infos |
|
Bergstraße 8, 12169 Berlin
Irish-Pub in Berlin - Steglitz. Kundenzitat: "Guter Laden, vor allem wenn Fußball-Übertragungen sind. Da wird alles geboten - je nach Spiel. Aber wenigstens gibt es - ob Sieg oder Niederlage - leckeres Essen und Getränke."
8 Beiträge zum Platz "Zum Magendoktor" auf Deutsch
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ich kenne den magendoktor,da ich weddinger bin,und nur 2 mal dort war..muss aber sagen,das trotz die leute dort,auch eine gute stimmung herrscht,manchmal..man muss eben mit allen auskommen,das klappt,wenn man nicht so blöd die leute ansehen wie minister…der magendoktor ist jedenfalls besser als die schikimicki kneipen…astrohenry
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Schwierig, hier die richtige Anzahl von Sternen zu vergeben. Mein bisher einziger Besuch stand am Ende einer mehrstündigen Forschungsreise, in der wir die Abgründe der Weddinger Spelunkenlandschaft zu ergründen versuchten. Nach Perlen wie dem "Seetank", dem "Schinken" und der "Blauen Mühle" gab es nur noch ein letztes, plausibel erscheinendes Ziel: den "Magendoktor".
Ich habe den Laden ungefähr wie eine Szene aus Fear & Loathing in Las Vegas in Erinnerung: die Grobmotorik durch zahllose 0,3er Schultheiss bereits arg beeinträchtigt, die Musik laut und verzerrt, Gespräche nur in Form zusammenhangsloser Fetzen wahrnehmbar, schreckliche Dinge, die sich mit Sprache nicht beschreiben lassen - und als Wächter der ganzen Szenerie ein Barmann, dessen Äußeres mich wirklich sehr an Hunter Thompson erinnert hat. Als ich den Laden verließ, empfand eine gewisse Dankbarkeit, nicht im flüssigen Boden versunken oder von Reptilien angegriffen worden zu sein. Schultheiss ist glücklicherweise doch kein LSD. Von einem Besuch unter dem Einfluss psychedelischer Drogen würde ich aber auch dringend abraten ;)
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golem1969, 3 April 2012:
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thrill, 3 April 2012:
Faszinierend war auch die Gelassenheit, mit der Herr und Frau Magendoktor unseren “Überfall” hingenommen haben. Während in anderen Kneipen beim Anblick unserer bierdurstigen 120-köpfigen Meute der Ausnahmezustand ausgebrochen ist, haben uns die Magenärzte routiniert abgefertigt. Klar – wer seit den 70ern ununterbrochen geöffnet hat, ist durch nichts mehr zu erschrecken. :)
1 Beitrag
Kannte die Kneipe in den 80ern und 90ern ... lebe seit 13 Jahren in Kalifornien ... und jetzt glaubt's mir oder auch nicht - den Magendoktor aus meiner Studentenzeit (damals gings genauso ab wie heute, das erkenne ich an den Kommentaren) vermisse ich aus Berlin mit am meisten. Warum? weil's so was nur in Berlin gibt ... im Original, damals noch mit der Wirtin Ilona - Mensch was haben wir die Naechte durchgezogen ... lebt die eigentlich noch? Weiss da jemand was?
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VoSt, 27 September 2012:
Ja sie lebt noch hat aber den Laden vor Jahren schon verkauft und seit dem ist es nicht mehr wie in den 80ern,leider!
Mehr Infos hab ich auch nicht.
Also, das die Gläser im Magendoktor siffig sind, stimmt einfach nicht, zumindest bei meinem gestrigen Besuch.
Alles in Allem ist die Kneipe recht nett, vor allem großräumig, so dass man dort spontan auch mit Gruppen über 20 Leuten einkehren kann.
Die Musik ist abwechslungreich, da eine Jukebox bei der Tür steht.
Witzig finde ich, dass das Abwasser des Handwaschbeckens auf dem Herrenklo in eine Tonne fließt, die zusehends voller wird und irgendwann gegen zwei kurz vorm überlaufen steht ;o).
Ob das bei einer Kontrolle der Aufsichtsbehörde durchgehen würde, ist eine andere Frage lol.
Selbstverständlich wird hier geraucht bis die Augen tränen, natürlich sitzen hier Alkoholiker im Endstadium an der Theke, die auch schon mal als Schlafplatz missbraucht wird.
Und das bei einer extremen Lautstärke, bei der man seinen Gegenüber anschreien muss, um noch etwas von seiner eigenen Stimme zu hören.
Magendoktor heißt 24 Stunden am Tag Subkultur im eigentlichen Sinne, aber erleben sollte man diese Art von Atmosphäre, die es im Prenzelberg schon lange nicht mehr gibt, trotzdem einmal. Für ethnografische Sozialstudien ist die Kneipe ein idealer Ort, wie ein Ausflug auf einen anderen Planeten. Noch dazu zu Preisen wie vor 20 Jahren...
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thrill, 14 Februar 2011:
Vielleicht waren mal wieder 30 Jahre rum, und sie haben die Gläser ausgetauscht? :-D
Horrorfilme der 70er lassen grüßen:
Schlechtes Bier, Volkstümliche Hitparadenmusik und besoffene Ex-Knastbrüder (UND-SCHWESTERN).
Ein Albtraum!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Stroheim, 7 Dezember 2010:
Fragt sich, was man Anderes erwartet, wenn man in eine solche Kneipe geht.
Eine Beschreibung, die diesem edlen Etablissement gerecht wird, erscheint schier unmöglich. Man muss es selbst erlebt haben.
Mein Besuch ist nun schon einige Monate her und ich kann mir bis heute nicht so recht erklären, wieso wir im "Magendoktor" gelandet sind. Bereut haben wir es nicht. Es muss gegen 4 Uhr in der früh gewesen sein, als das Übliche geschah, was jedem schon widerfahren sein dürfte: Nachtbus um zwei Minuten verpasst. Hut ab! 28 Minuten warten, Taxi rufen oder die Nacht noch locker flockig ausklingen lassen und auf 'nen Absacker iiiiiirgendwo einkehren. Natürlich entschied sich der gesamte Trupp einstimmig für letzteres. Wieso das schöne Geld für's Taxi verbraten oder halb verdurstend darauf warten, dass die BVG sich dazu herablässt, den nächsten Nachtbus voller schweißgebadeter, betrunkener Individuen und über Handyspeaker Musik hörende und damit den ganzen Bus unterhaltende Nichtmenschen am wilden Wedding vorbeizuschicken?
Aus iiiiirgendwo einkehren wurde dann der "Magendoktor", da sich ein tapferer Trinker erinnerte, iiiiiirgendwas über den Laden gehört zu haben.
Beim Betreten wurde ich sofort in den gleichen Bann gezogen, der mich 1989 umgeben hatte, als ich meinen kleinen Fuß ins Disneyland in Florida setzte. Nur wartete anno 2010 nicht Mickey Maus sondern Puma-Uwe und der berühmt-berüchtigte Weddinger Adel auf mich.
Stilecht besetzten wir den Tresen und bestellten Futschi. Ich ließ meinen Blick durch die Tiefen des Raumes schweifen und stellte mir vor, wie geil es gewesen sein müsste, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, in den 60ern und 70ern all jene Weddinger Eckkneipen zu bevölkern, Unmengen an Schulle und Futschi in mich hineinzukippen, das allwöchentliche Preisskat zu dominieren und im Vollsuff 'ne kleine Pinten-Rauferei anzuzetteln.
Unsanft wurde ich aus meinen Träumen gerissen, als mir Gitti meinen Futschi auf die Theke knallte und ich das Glas erblickte. Es war versifft. Wenn ich versifft meine, dann meine ich richtig versifft und nicht so muschimäßig halbseiden verschmutzt wie der Speisesaal eines 1-Sterne-Hotels an der Türkischen Riviera. Selbst "Carglass repariert, Carglass tauscht aus" - die ja laut eigener Werbeaussage alle Probleme bewältigen: Steinschlag, Front-, Heck-, Seitenscheiben, Taubenschiss, Eiterblasen an Penistumoren, Furunkel - wäre hier umgedreht und hätte erst gar nicht versucht, dieses Gefäß, das dem Namen Trinkglas nicht gerecht wird, zu reinigen. Beschweren war keine Option und wäre absolut lächerlich gewesen. Wer so einen Laden freiwillig betritt, muss mit allem rechnen. Still und leise entschied ich für mich selbst, nur noch Flaschenbier zu bestellen, da ein gekonnter Blick auf die Biergläser vermuten ließ, dass auch sie aus der Zeit stammten, als Opa noch laufen konnte. Und Opa ist leider schon sehr lange tot.
Lässig an meiner 0,33l Kindl Pennerbombe schlürfend und mit den Jungs Dünnes labernd, klinkte sich eine wahre Weddinger Perle in unsere Gesprächsrunde ein: Erika! Die Mitsechzigerin schüttete so viel Molle und Korn in sich hinein, wie es für eine Kompanie durstiger Russen gereicht hätte. Ihr Sprachapparat war stark eingeschränkt, ihre Blicke versuchten uns zu fixieren, Es blieb stets beim Versuch.
Die gute Erika links liegen gelassen, machten wir uns weiter über das Flaschenbier her und setzten unsere Milieustudie nach Geertz'schem Vorbild vorerst weiter als "Teilnehmder Beobachter" fort. Unsere Ausdauer sollte kurz darauf belohnt werden, als wir beobachten durften, wie Erika sich auf ihrem einzigen Bein hüpfend der Jukebox annäherte. Was wird uns erwarten? Roland Kaiser, Roger Witthaker, Howard Carpendale, Die Flippers? Nein. "Blau-weiße Hertha" hallte es aus der Jukebox und der gesamte anwesende Adel sang textsicher mit. Von nun an begann die Stimmung zu kochen, wir waren infiziert, der Weddinger Adel hatte es geschafft, eine Gruppe junger Männer, aus allen Himmelsrichtungen Berlins kommend, an diesem wunderbaren Ort, dieser Quelle der Glückseligkeit in einen unglaublichen Rausch zu versetzen. Ein Rausch, der dem in Thompsons "Fear and Loathing in Las Vegas" beschriebenen Zuständen in nichts nachsteht. Ganz ohne Upper, Downer,Heuler oder Knick-und-Riech. Nur mit Futschi und 0,33l Pennerbomben.
Als die Jukebox "Nur nach Hause geh'n wir nicht" schmetterte, machten wir uns entgegen des Textes im Anschluss des Liedes auf den Weg. Auf den Nachtbus musste niemand mehr warten. Die U-Bahn fuhr bereits wieder.
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Wann immer man nachts (meinetwegen auch tags) noch den einen oder anderen “for the road” nehmen will und dabei für mindestens eine halbe Stunde in eine gute holzvertäfelte Kneipe mit Jukebox und original-Publikum strebt, der sollte sich den Magendoktor bei dieser Gelegenheit nicht entgehen lassen. Verkehrstechnisch gut gelegen am Knotenpunkt S- und U-Bahn Wedding bietet sich hier eine geräumige Berliner “Eck”-Kneipe (auch wenn sie nicht direkt an einer Straßenecke liegt). Zum Inventar gehören definitv: Billardtisch, Dart, eine ordentliche Jukebox, ständig eine Handvoll Stammpublikum, “Puma-Uwe” - gerne im gelben Strickjäckchen - und dem Etablissement entsprechende Getränkeauswahl (Molle, Korn, Futschi, etc.).
Wer sich nicht allzu blöd anstellt, wird nach kurzer Eingewöhnungszeit wohlwollend akzeptiert. Berauschte Gespräche sind durchaus drin.
In der richtigen Stimmung 5/5.
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