Kompliment
Angelika Fleckenstein (09.06.2007)
Tja, das habt ihr nun davon! Der Qype-Effekt ist kein Platz, ich weiß es ebensogut wie alle anderen, aber dennoch geb ich meinen Senf dazu. [Psst! das habt ihr miezmutz zu verdanken, der mich dazu angeregt hat, dass ich mich zu meinen Erfahrungen mit dem Qype-Effekt doch auch äußern könnte ;-)]
Samstagmorgen, 10:12 h in einem kleinen Stadtteil von Köln. Seit etwa 7 h bin ich auf den Beinen. Jeden Morgen dasselbe: Decke wegschieben, auf die Füße stellen, recken, strecken, vier kleine Schritte zur Steckdose, Kippschalter betätigen, Laptop auf, Offon-Taste betätigen und ins Bad tapsen...
Zurückkommen, anmelden, Klamotten anziehen... Kaffee aufgießen, Müsli fertigmachen und während beides etwas durchzieht, zurück zum Laptop, Mailprogramm öffnen, vier kleine Schritte zum Bett, Decke geradeziehen, Tagesdecke drüber...
Dann fällt mein kleiner Franzose aus dem Incredimail-Programm auf das Display, malt mit seinem kleinen Pinsel „You have mail“ und zuckt mit einer seiner beiden Schnurrbartspitzen und schaut mit prüfendem Blick, bis ich meine Mails öffne.
Donnerschlag und Doria!!! 23 neue Nachrichten!!! Alle von Qypern!!! [Unter der Woche komme ich gerade dazu, ein paar Dankeschöns zu verschicken, dann muss ich leider in den Berufsalltag!]
Aber es ist ja Samstag *jubel-träller-flöt* tja, und wehe ich hab mich erstmal auf meinen Schemel gesetzt und angefangen, die ersten Nachrichten mit einem Dankeschön zu beantworten, die frischesten Beiträge meiner Kontakte zu studieren, dann ist Samstagvormittag aber echt gelaufen. Und so wie ich, sitzen viele andere Qyper auch an ihren PCs oder Laptops, rufen ihre Nachrichten ab, schreiben, antworten... und - oberwehe!!! - es entsteht eine Unterhaltung. Dann kann ich einen für den frühen Vormittag geplanten Einkauf um Stunden verschieben, ja muss ich quasi! Sich mit netten Menschen [wenn auch nur virtuell] zu unterhalten, ist eben einfach schöner, als in einer Schlange an der blöden Aldi-Kasse rumzuwarten.
Anders als bei einigen Qype-KollegInnen wird das Schreiben von Beiträgen bei mir nicht zur Sucht, schon eher das Lesen. Das Selbstschreiben ergibt sich. Quasi nebenbei. Und auch nur, wenn ich denke, dass es für andere einen Sinn und Zweck erfüllen kann.
Was ich hingegen mit allen anderen gemeinsam habe: neben Qype bleibt für vieles andere kaum noch Zeit. Als höflicher Mensch beantworte ich jede Bewertung meiner Beiträge mit einem Dankeschön, gehe nahezu auf jeden Kommentar ein. Im Laufe der Zeit kommt da einiges zusammen, und das kostet Zeit.
Der stärkste Qype-Effekt besteht für mich darin, dass ich noch bewusster schaue, erlebe und höre, dass ich noch neugieriger bin, dass ich tiefer noch in mich hineinhorche, um zu vermitteln, wie es ist, an dem Platz zu sein, den ich beschreibe. Davon können Leser profitieren und ich ganz besonders. Wenn das gelungen ist, bestätigt der Leser mir dies durch Punkte und Kommentare. Wenn nicht, dann hab halt nur ich eine so positive Meinung vom besuchten Platz, und auch das ist gut. Niemand ist aufgefordert, meine Meinung zu teilen :-)
Die positivste Erfahrung – ja, die überraschendste für mich – ist die Begegnung mit sehr netten Menschen. Zu Qype kam ich eher zufällig und völlig erwartungslos; ich hielt das Forum lediglich für eine gute Sache. Und dann „treffe“ ich dort Menschen aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz, jemanden der in den USA wohnt... Intelligente, humorvolle Menschen, die sich gut auszudrücken vermögen, die kreativ sind, freundlich und aufgeschlossen!
Die Medaille hat selbstverständlich auch eine Kehrseite. Auch hier gibt es wie überall auf der Welt in allen Lebensbereichen Menschen, die wetteifern „müssen“, sich um Rangfolgen „schlagen“ mögen, oberlehrerhaft Beiträge mit Anmerkungen im Kommentar versehen, schlicht in jeder Suppe ein Härchen finden können. Das finde ich weniger schön und völlig unnötig. Überflüssig wie ein dicker Pickel an der Oberlippe, bevor man zu einem ersten Date fährt!
Sei's drum! Kritiker gibt es immer und das ist gut so.
Da habt ihr's! Jetzt rennt und rennt mir die Zeit davon, ich krieg die Finger nicht von der Tastatur, den Hintern nicht vom Schemel, Hausarbeit ist völlige Nebensache und der Einkauf... na, ja! Kaufland hat bis 22 h geöffnet, wenn ich nicht irre. Hat der Laden ja doch etwas Positives ;-)
Trotzdem werde ich mir selbst jetzt mal beweisen, dass ich noch die Macht über mich habe, nicht die Qyperei! Ganz und gar frauhaft werde ich mich erheben, den Einkaufskorb schnappen und einkaufen fahren. So!
Qype hat schließlich sogar nachts geöffnet....... ein wahrlich beruhigender Gedanke :-)
Stichworte
lesen, freunde, schreiben, positiv, bewertungen, antworten, plätze, sinnvoll, kommunizieren, gefühle
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