Kompliment
Rolf Bernhard Geißmann (02.07.2007)
Während ich in der Bochumer City vor den Junggeselleneichen stand, mich dann mal im Kreis drehte, fiel mir seitlich ein kirchliches Gebäude aus mächtigen Steinen auf: Die Paukuskirche,
mitten in der Fußgängerzone.
Vor 350 Jahren war die Grundsteinlegung, die ersten Lutheraner wollten eine eigene Kirche haben. So geschah es.
Dann aber, in der Neuzeit im Frühjahr 43:
Zerstörung durch die englischen Bomben. Es waren die Tage der
"Battle of the Ruhr", die Engländer unter dem Bomber Command griffen Essen an und in diesem Zuge auch dreimal Bochum.
Die Bewohner Bochums sangen damals voller Sarkasmus:
"Lieber Tommy, fliege weiter, hier wohnen nur die Ruhrarbeiter.
Fliege weiter nach Berlin, da haben Alle "JA" geschrien"
Es half aber nichts, im Zuge der Angriffe wurde die kleine Pauluskirche nicht verschont.
Aber, voller Mut und Kraft, wurde die Kirche wieder aufgebaut
und steht heute als Ruhender Pol in der Fußgängerzone, inmitten der Geschäftigkeit.
Warum erzähle ich das eigentlich?
Es soll keine Geschichte über die Kirche werden, obwohl auch hier hochinteressante Fenster von Künstlerhand zeugen.
Mir ist halt beim Bochumspaziergang die Kirche und ihre offenen Türen aufgefallen. Also ging ich hinein und stellte fest, daß links ein ovaler Tisch mit Stühlen stand und die Menschen einlud, einfach hier zu verweilen.
So als eine Art Kommunikationsort.
Es waren eine handvoll älterer Menschen anwesend, Jüngere kamen hinzu, ich wurde freundlich begrüßt.
Eine gute Idee, Menschen einfach anzunehmen und einen Ort zu bieten, ins Gespräch zu kommen.
Ganz sicher ein Platz, den viele Städte brauchten, denn jede Großstadt hat ihre einsamen Menschen, die so aufgefangen werden könnten.
Mir hat diese Idee gefallen, wobei es dann noch in einem Nebengebäude ein Cafe gab ( z.Z. Urlaub ), wo auch mal der Eine
oder Andere beim Kaffee weiterreden kann.
Stichworte
kommunikation, ruhe, besinnung, zusammensein
Kommentare (7)
Bedenklicher Inhalt?