Adresse: Jenischstrasse 26, Hamburger Polo Club, Klein Flottbek, Hamburg
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Top Empfehlung:
Kieler Str. 147, 22769 Hamburg
Mit neusten Geräte ausgestattetes Sportstudio in Hamburg- Eimsbüttel. Kundenzitat: "Keine gestressten Kursgeber, absolut kompetente Betreuung, denn ALLE Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildete Physiotherapeuten."
Kompliment mostro (31.08.2008) •••••
Ich schätze badbury auch sehr und bekomme erst eben mit, daß die British days als Institution nicht nur als “Event” sondern als Platz existieren -das ist mir ob seiner Unvergänglichkeit lieber als die kurzlebigen Eventkommentare, und so stelle ich meinen (auch eher allgemeingültig ghealtnenen und daher hier besser aufgehobenen) Eventkommentar für 2008 hier noch einmal ein:
Hamburg und die Briten – das ist eine enge Beziehung. Die Inselbewohner erfreuen sich nicht nur wegen der regen Handelsbeziehungen großer Beliebtheit bei den Hanseaten, auch die gemeinsame maritime Vergangenheit und die Ähnlichkeit von englischer und plattdeutscher Sprache sorgen seit Jahrhunderten dafür, dass sich Einwohner Großbritanniens in Hamburg sehr wohl fühlen (und natürlich umgekehrt). Viele Briten leben in Hamburg und haben entsprechend eine Menge ihrer Kultur in Form von Geschäften, Vereinen und Kultureinrichtungen mitgebracht.
Einmal im Jahr werden diese Unternehmungen im Rahmen der „British Days“ öffentlich präsentiert, um die Freundschaft der Kulturen zu feiern. In typischer Kultur findet das Ganze üblicherweise im Polo-Club in Klein-Flottbek statt, einer exklusiven Anlage, die sowieso meist nur von Hanseaten genutzt wird, die man äußerlich kaum von britischen Landhausbesitzern unterscheiden kann.
Hier sieht man dann ein gutes Sammelsurium angelsächsischer und keltischer Kultur. Berockte Repräsentanten zeigen ausschnitte aus Disziplinen der Highland Games, schleudern Baumstämme und ähnliches über den heiligen Rasen, der kurz darauf von den marodierenden Horden der Rugby-Teams final entweiht wird. Kein Problem, das Gras der Insel ist ja robust und hält auch noch die viktorianische Pferdedressur und die Jagdvögeldemonstration aus. Das English Theatre of Hamburg demonstriert im Clubhaus seine Fähigkeiten und draußen drängeln sich die Massen durch das Meer von weißen Spitzzelten, die an Artus und seine Ritter erinnern: Neben Pferden gibt es hier natürlich edle Hunde und erlesene Produkte. Ins Auge stechen englische Oldtimer und ausgefallen Neuwagen aus der Schmiede von Morgan, die schon ab 60000 Euro zu haben sind –Schnäppchen natürlich. Nebenan kann man Wachstuchjacken, Tweedsakkos, Tweedmützen und Windjacken für die Steilküste erstehen, daneben Chesterfield-Ledersessel aus dickem roten Leder für den Kaminsaal im Westflügel, dahinter Gartenutensilien und dann wieder die typischen Hygieneartikel in Cremefarben von Hyazinthe bis Maiglöckchen. Scones mit Clotted Cream werden im Familienpack mitgenommen – und Experimentierfreudige wie ich nehmen am traditionellen Gummistiefelweitwurf teil. Weit fliegt das Ding ja, aber der Wind oder was immer treibt das Biest vom Ziel ab.
Das Catering verwirrt ein wenig: Keine Cornish Pastries oder Scotch Eggs, stattdessen Shalimars Inder, die langsam nerven, weil sie auf jedem Event der Stadt ihr Zelt stehen haben und wirklich unkreativ kochen, dazu die Profis vom Kleinhuis im Baseler Hof, einem tollen Restaurant, das aber meines Wissens keinerlei Bezug zu Great Britain besitzt, dementsprechend ist die Verpflegung ein wenig atypisch, auch wenn es Sandwichs und Toast gibt – und die Bedienungen parlieren deutsch und verwundern sich abrupt, wenn mein adliger Begleiter in seinem Oxford-Akzent nach den unterschiedlichen Tee-Variationen fragt…
Was mehr verwirrend ist, ist die Tatsache, dass die englische Höflichkeit einige Male doch von germanischer Ruppigkeit übertüncht wird. Die Scone-Verkäuferin herrscht mich lauthals ein, was mit einfiel, als ich eine randständige Ecke ihres Standes ablichte, man solle sie doch gefälligst vor dem Foto fragen. An und für sich ein faires Argument, aber erstens würde kein Brite so pöbelig schreien, zweitens, war auf dem Foto gerade mal ein halber Scone und keine Person, und drittens waren gerade hinter mir zwei Fernsehrteams mit zwölf Mitarbeiter dabei, seit Stunden alle Details des Festivals genauestens aufzuzeichnen, mit riesigen Kameras, Moderatoren etc, mal abgesehen davon, dass um mich herum permanent Auslöser diverser Kameras klickten, also recht ungewöhnlich, die Reaktion – und auch anderswo vermisste ich diese liebenswürdige Höflichkeit der Ladenbesitzer, die auch bei Nichtkäufern noch ein warmherziges Gespräch beginnen und keinerlei Groll hegen, wenn man ihren Laden verlässt ohne hundert Pfund auszugeben – da ist Hamburg eben die Stadt der Pfeffersäcke geblieben, die nur den reichen Käufer schätzt… - dafür einen Punktabzug, so angenehm die gesamte Atmosphäre war.
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Kommentare (5) Bedenklicher Inhalt?Kompliment PJebsen (31.08.2008) •••••
Ich habe keinen so intensiven Bezug zu Großbritannien wie der geschätzte „Vorschreiber“ Badbury – abgesehen davon, dass London eine meiner Lieblingsstädte ist und ich seit dem dortigen Great British Beer Festival Mitglied der Campaign for Real Ale bin.
Vom British Day erfuhr ich zuerst in meinem Zeitschriften- und Zigarillo-Stammladen Duske & Duske, der dort an diesem Wochenende mit einem Stand unter anderem mit Whisky und Zigarren vertreten war.
Aus solchen Verkaufs- und Gastro-Ständen bestand der Event dann auch größtenteils. Ich kaufte ein paar Toffees (zu Apothekenpreisen) und einen Jamaica Ginger Orange Cake, aß Fish & Chips (6,50 Euro) und trank Newcastle Brown Ale (0,4 l: 4 Euro).
Zwischendurch fanden auf dem Spielfeld des Hamburger Polo-Clubs kleine Vorführungen statt, unter denen ich die Greifvogel-Präsentation des Wildgeheges Hellenthal am interessantesten fand.
Abends traf dann das Picknick-Publikum des „Open Air Proms Concert“ ein, das im Tageseintrittspreis von 8 Euro nicht enthalten war – wer also nicht den magischen goldenen Proms-Sticker trug, wurde von Ordnern mit vornehmer britischer Zurückhaltung, aber dennoch bestimmt herausgescheucht.
Alles in allem eine nette, entspannte Veranstaltungen mit britischem Preisniveau.
[Dieser Beitrag entstand unter dem Einfluss der empfehlenswerten Compilation „Goodbye Nashville, Hello Camden Town: A Pub Rock Anthology“, die bei We7 kostenlos heruntergeladen werden kann.]
Stichworte hamburg, sport, freizeit, england, entspannt, britisch, schottland, flottbek, open air, fagito2008, klein-flottnek, polo-club, british day, british days
Kommentare (4) Bedenklicher Inhalt?Kompliment Badbury (04.07.2007) •••••
Stichworte sport, freizeit, konzert, england, open, air, wales, schottland
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