UNESCO Welterbe Stadtamhof
Regensburg
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Stadtamhof, 93059 Regensburg
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2 Beiträge zum Platz "UNESCO Welterbe Stadtamhof" auf Deutsch
Im Jahre 2006 wurde Regensburg von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, was die Stadt dem Umstand zu verdanken hat, dass der mittelalterliche Stadtkern im 2. Weltkrieg nicht zerstört und somit komplett erhalten ist. Was viele aber nicht wissen, ist, dass auch Stadtamhof zu diesem Kulturerbe-Ensemble gehört.
Aus gutem Grund! Wer einmal von der Steinernen Brücke stadtauswärts Richtung Norden geht, dem wird sehr schnell klar werden, warum. Die meisten Besucher sind eher auf bombastische und bekannte Bauwerke wie den Dom oder die Steinerne Brücke konzentriert, aber Stadtamhof ist eine Sehenwürdigkeit für sich. Es lohnt allemal, hier etwas länger zu verweilen und genauer hinzusehen.
Die ehemalige Stiftskirche St. Mang ist ein Kleinod rokokoscher Baukunst. 1051 stand hier bereits eine Wegkapelle, und 1140 wurde eine Kirche zu Ehren des Heiligen Magnus errichtet, die zum Augustinerchorherrenstift gehörte. In diese Zeit fallen auch die ersten Wallfahrten zur Schönen Maria. Nachdem Stift und Kirche im 30-jährigen Krieg zerstört wurden, wurde die Kirche 1697 von Otto Gerhard im Stil des Rokoko als einschiffige Kirche mit zweijochigem Chor wiederaufgebaut. Der Hochaltar ist sechssäulig und trägt ein Bild des Hl. Andreas (1720). Das Chorgestühl ist aus Eiche und mit reichhaltigen Schnitzereien verziert; es stammt aus demselben Jahr. Das Deckengemälde im Chor zeigt die Berufung der Apostel Petrus und Andreas.
Im ehemaligen Gebäude der Armen Schulschwestern befindet sich seit 1814 die nach der stadtamhofer Ordensfrau Karoline Gerhardinger (selig gesprochen 17. November 1985) benannte Gerhardinger Schule.
Der Andreasstadl ist ein Salzstadl aus dem Jahre 1600. Er ist das älteste erhaltene Profangebäude Stadtamhofs und diente dem bayerischen Salzhandel, der in Konkurrenz zum reichsstädtischen Salzhandel stand. Heute befindet sich ein beliebtes Restaurant in seinem Inneren.
Stadtamhof hatte einst 16 (!) Brauereien. Einzig die Mälzerei Hermann steht noch.
Vor dem Europakanal steht eine Lokomotive des Walhalla-Bockerls, das bis 1960 noch in Betrieb war. Ältere Regensburger hegen liebevolle Erinnerungen an die Bockerl-Fahrten in der Kindheit; es ist außerdem begehrtes Fotomotiv.
Ich habe gerade den Europakanal und somit die Donau erwähnt; machen Sie sich die Mühe und betrachten sie am klassizistischen Stadttor die Hochwasser-Markierungen. In den schlimmsten Jahren stand der leidgeprüfte Stadtteil gut bis zur Hälfte des Erdgeschosses unter Wasser!
Obwohl das Katharinenspital und die Spitalkirche auf der stadtamhofer Seite der Donau liegen, gehörte das Spitalgelände kurioserweise zur Reichsstadt. Ich möchte jedem Gast, der im Sommer kommt, empfehlen, sich ein bisschen in den schattigen Spitalgarten zu setzen, dem Regensburger Treiben zuzuschauen und die Aussicht zum Dom und der Steinernen Brücke genießen!
Geschichtliches gibt es auch zu berichten: erstmals urkundlich erwähnt wurde Stadtamhof im Jahre 981, Herzog Albrecht IV. erhob es 1496 zur Stadt. Während Regensburg Freie Reichsstadt wurde, blieb Stadtamhof auf der nördlichen Donauseite Gebiet von Bayern.
Neuere Funde vom Areal der Hochschule für Kath. Kirchenmusik und Musikpädagogik (bei St. Mang) haben gezeigt, dass der Stadtteil wesentlich älter ist, als urkundlich erwähnt; Fundstücke aus der Jungsteinzeit beweisen uns dies.
Der wohl bekannteste “Gast” Stadtamhofs war Napoleon.
In der Nacht vom 23. auf 24. April 1809 wurden Stadtamhof, das St. Katharinenspital und Teile von Steinweg und Reinhausen in Schutt und Asche gelegt. Österreichische Einheiten hatten versucht, die von Süden über die Steinerne Brücke anrückenden Truppen Napoleons aufzuhalten. An diese Schreckenstage von Stadtamhof wird 2009 erinnert:
es wird Themenführungen durch das Spital geben; eine Gedenkschrift des Jahres 1909 wird neu aufgelegt. Die Ausstellung “Napoleon und Stadtamhof”, eine zugehörige Broschüre und ein Vortrag erweitern unseren Einblick in die Historie. Es gibt einen Erinnerungsgottesdienst, eine neue Gedenktafel und zum Abschluß der Feierlichkeiten eine Marienvesper.
Hier sind die genauen Daten:
14.4.2009, 19 Uhr
DEZ, vor Peek & Cloppenburg
Eröffnung der Ausstellung Napoleon in Stadtamhof und Regensburg
19.4.2009, 10:30 Uhr
Stadtpfarrkirche St. Mang/St. Andreas
Gedenkgottestdienst mit festlicher Musik; Msgr. Dr. Werner Schrüfer und Prälat Dr. Max Hopfner, Domdekan i.R.
20.4.2009, 19 Uhr Führung auf dem Dreifaltigkeitsberg mit Blick auf Stadtamhof
22.4.2009, 19:30 Uhr
Gaststätte Spitalgarten
Gedenkabend mit Grußwort des Schirmherren, Spitalmeister Willibald Koller und Vortrag des Kulturreferenten Klemens Unger, Vorstellung des Büchleins “Schreckenstage 1809”
23.4.2009, 16 Uhr
Spitalbogen, Stadtamhofer Hauptstraße
Führung durch Stadtamhof und Spitalgebäude mit Spitalarchivar Dr. Dirmeier
24.4.2009, 18 Uhr Enthüllung einer Gedenktafel am Stadtamhofer Tor, anschließend im Spitalgarten Napoleontrunk 1809
7.5. 2009, 18 Uhr
Stadtpfarrkirche St. Mang/St. Andreas
Maria, die Schutzfrau Bayerns, eine feierliche Marienvesper zum Abschluß der Gedenkveranstaltung
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