Hier war ich am 7.7 zum
Classic Open Air, natürlich kaufte ich keine Karte für 80 Euro um auf harten Plastikstühlen zu sitzen und mich anzüglichen Leibesvisitationen zu unterziehen. Solchen Spaß habe ich schon bei der Einreise in die USA. Braucht man nicht.
Sehr viel interessanter ist es, sich draußen auf die Stufen eines der Museen zu setzten oder sich auf einer mitgebrachten Sitzgelegenheit außerhalb des Erlebnisraums in Szene zu setzen. Hier kann man dann auch zu den Klängen der klassischen Meister (am Samstag italienische Oper) genüsslich einen Wein trinken und sich Käsehäppchen zu Gemüte führen.
Das ist natürlich schon lange kein Geheimtipp mehr. Man muss schon zeitig vor Ort sein um einen Platz zu bekommen, zumindest wenn sich stilecht mit Decke zum Picknick ausbreiten möchte. Minimalisten und zufällig in das Geschehen fallende Touristen nehmen auf den Stufen Platz. Platz bekommt man meistens.
Mitten durch den musikalischen Genuss flanieren die Fußgänger, unternehmen kleine Kinder die ersten Tanzversuche, läuft der Brezelmann gefolgt vom Langneseeismann, schlendert das Ordnungsamt und zwischendurch nochmal ein Schlückchen vom Wein und etwas Chiabatta mit Agliolicreme. Hier entspannen sich Highsociety und sozial nicht so gut Gestellte ohne das die Unterschiede auffällig werden.
Bedingt durch das schlechte Wetter waren innerhalb des Klangraumes nur wenig Besucher, das hatte zur Folge das die Gastronomie die Waren nicht los wurde. Während Rossinis Babier seine Arie schmetterte winkte der Bratwurstmann jemanden heran und reichte eine Aluschale mit Bratwürsten rüber und dann noch eine. So zirka 30 Würste gingen so zum Erstaunen aller über den Zaun. Mittlerweile wurde Verdi gespielt, dazu eine leckere Wurst.
Das ist halt Berlin.