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Kompliment vilmoskörte (08.09.2007) ••••

Seit 1906 erlaubt der Teltowkanal der Schiffahrt, Berlin im Süden zu umfahren und so rund 17 km Strecke weniger zurückzulegen. Er beginnt im Osten – zwischen Köpenick und Grünau – an der Dahme und endet nach fast 38 km an der Havel im Westen bei Potsdam. Er liegt heute größtenteils auf Berliner Stadtgebiet und bildet im Südwesten auch die Berliner Stadtgrenze. Den Höhenunterschied von 2,8 m zwischen Oberspree im Osten und Havel im Westen überbrückt eine einzige Schleuse in Kleinmachnow. Insgesamt 55 Brücken überspannen den Kanal.

Gebaut wurde der Teltowkanal auf Anregung von Ernst von Stubenrauch, dem damaligen Landrat des Kreises Teltow. An die 10.000 Arbeiter waren fünf Jahre mit dem Bau des Kanals beschäftigt. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. weihte den Kanal am 2. Juni 1906 an Bord seiner Yacht Alexandra ein und begoss das Ereignis anschließend im Wirtshaus von Otto Winter an der Kleinmachnower Schleuse.

Das preußische Staatssäckel blieb unangetastet, denn der Kreis Teltow hatte den Kanal komplett aus eigener Tasche bezahlt. Der Kanal lag bei seinem Bau auch komplett auf Teltower Gebiet, denn der ganze Süden des heutigen Berlins – der Grunewald, Wilmersdorf, Schöneberg, Steglitz, Lichterfelde, Tempelhof und Rixdorf – gehörte zum Kreis Teltow.

Neben der Entlastung der Wasserwege durch Berlin war eine der Hauptaufgaben des Kanals die Aufnahme des Regenwassers der Vororte Berlins, die an seinem Lauf lagen. Die Ufergestaltung des Teltowkanal erfolgte vielerorts in Form von Flachwasserzonen, was Naturräume schafft, die einem natürlichen Flussufer sehr nahe kommen. Teile der Ufer sind deshalb auch zu Landschaftsschutzgebieten (Teltower Kanalauen) erklärt worden.

Die Fortbewegung der Schiffe im Kanal erfolgte zum Schutz der Ufer gegen Wellenschlag durch elektrische Treidellokomotiven, für die auf den Ufern Gleise gelegt wurden. Der Treidelbetrieb wurde nach schweren Kriegsschäden 1945 eingestellt, anstelle der Gleise säumen heute an vielen Stellen Wander- und Radwege den Wasserlauf. Eine Treidellokomotive steht heute zur Anschauung noch in Lichterfelde am südlichen Teltowkanalufer östlich der Emil-Schulz-Brücke. Die Treidelanlage des Teltowkanals diente als Vorbild für eine ähnlich Anlage am Panamakanal.

Seine Blütezeit erlebte der Kanal in den 1920er- und 1930er-Jahren. Viele Industriebetriebe, die die Region prägten und wachsen ließen, haben sich wegen der günstigen Verkehrsanbindung, die der Kanal bot, hier angesiedelt.

Von 1948 bis 1981 fiel der Kanal wegen der deutschen Teilung in einen Dornröschenschlaf und war für den Schiffsverkehr gesperrt. Die Planungen, den Kanal auch für große, bis zu 185 m lange Schubverbände schiffbar zu machen, sind derzeit auf Eis gelegt.

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Benutzerfoto: Heureko

Heureko

Kompliment Heureko (03.08.2007) •••••

Meine Lieblings-Radstrecke im Süden Berlins. Vom Ullstein-Haus am Tempelhofer Damm bis nach Klein-Machnow kann man mal rechts mal links am Kanal entlangradeln, nur manchmal durch startende Rettungshubschrauber am Klinikum Steglitz irritiert. Inzwischen gibts in Steglitz sogar ein paar "Querungshilfen" für die kreuzenden Hauptstraßen in Form von Zebrastreifen oder Mittelinseln. Nur an der Siemensstraße werden die Radler noch von forsch losbrausenden Kraftfahrern in Angst und Schrecken versetzt.

Der Teltowkanal nutzt zum Teil den früheren Bachlauf der Bäke, und die Flachwasserzonen sind ehemalige Seen, die der Kanal kreuzt und "auf dem Gewissen" hat. Im Gebiet von Teltow gibt's noch wilde Uferzonen, die bei Regen gern auch unter Wasser stehen. Die alten Seeufer sind noch deutlich auszumachen.

Ein Rest der Bäke hat sich noch westlich der Klein-Machnower Schleuse erhalten, mit der Bäkemühle als empfehlenswertem Ausflugsrestaurant.

Ansonsten wurden die Ufer des Kanals (aus Kostengründen zur Minimierung des Landverbrauchs) eher steil angelegt, was sie empfindlicher machte, und deshalb auch den Treidelbetrieb erforderte (neben der Tatsache, dass dies sicher für die Teltowkanal-AG eine schöne Einnahmequelle war.)

Schiffe sieht man nur ab und zu - und hoffentlich lassen sich Ausbauplanungen nicht durchsetzen - dann ist Schluss mit dem Naturufer ...

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