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Qype Insider 653
Benutzerfoto: Grobi

Grobi

Kompliment Grobi (22.07.2008) 5

Der Friedhof Hamburg-Ohlsdorf ist mit 391 ha der größte Parkfriedhof und insgesamt – nach dem Calverton National Cemetery auf Long Island, New York/USA – der flächenmäßig zweitgrößte Friedhof der Welt.

Bislang wurden hier knapp 1,7 Millionen Menschen beigesetzt und über das gesamte Areal verteilen sich 280.000 Grabstellen. Noch mehr Tote beherbergt in Europa nur der Wiener Zentralfriedhof mit über drei Millionen.

Die Anlage zeichnet sich durch die Mischung historischer Bauten, Gartendenkmälern mit modernen Themengrabstätten aus: Schmetterlingsgräber, Kolumbarien, Paar-Anlagen und mehr. Zahlreiche Touristen strömen jährlich, besonders zur Rhododendronblüte Ende April bis Mitte Mai, auf den Friedhof.

Insgesamt sind auf dem Gelände 13 Kapellen zu finden, sowie zwei deutsche und britische Soldatenfriedhöfe beider Weltkriege.

Dazu besteht seit 1996 das Museum Friedhof Ohlsdorf, das
eine Präsenzbibliothek mit etwa 700 Titeln von Büchern, Broschüren und Zeitschriften enthält.
Sie sind in einer Datenbank erfasst und nach Themenbereichen und Autoren sortiert.

Außerdem eine Kartei über bildende Künstler, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof wirkten, eine Sammlung von Zeitungsausschnitten und Abbildungen zu Leben und Wirken bekannter Persönlichkeiten, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet wurden.

Die Sammlung datiert z. T. zurück bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und eine Sammlung von Aktenauszügen, Fachaufsätzen, Gesetzestexten, Pressemeldungen, Zeitungsausschnitten und dergleichen mehr.

Literatur zum Ohlsdorfer Friedhof:
Helmut Schoenfeld/Norbert Fischer/Barbara Leisner/Lutz Rehkopf: “Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A-Z”.

Unter’m Strich ist der Ohlsdorfer Friedhof aber auch einfach eine wunderschöne Parkanlage, auf der man, vorausgesetzt man hat nicht zu viele schlechte Horrorfilme gesehen oder aus anderen Gründen eine Friedhofsphobie, einfach schön spazieren und entspannen kann.

Ergänzend dazu sei noch zu sagen, dass der Ohlsdorfer Friedhof meines wissens nach der einzige überhaupt ist, der in einem Lied besungen wurde:

Abschlach - Ode an Ohlsdorf.

In diesem Sinne:
“Das wichtigste ist wenn ich sterbe, begrabt mich in Hamburger Erde!”

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Benutzerfoto: JohnnyR

JohnnyR

Kompliment JohnnyR (04.07.2008) 5

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Zwar ist Hamburg an sich schon eine sehr grüne Stadt, doch irgendwann kriegt jeder Stadtmensch mal zuviel von allem und sucht zumindest ein paar Momente Ruhe.

Wer hierherkommt, fühlt sich wie im Märchenland, so surreal wirkt alles manchmal. Man geht über eine Allee, die links und rechts mit gewaltigen Grabmalen reicher Familien geschmückt ist und kommt irgendwann zu einem Teich, der komplett mit Wasserlinsen (=Entengrütze) bedeckt ist. Alles hat genau die richtige Balance zwischen geordnet und überwuchert.

Nachdem es geregnet hat, ist die Atmosphäre dort übrigens besonders toll - es riecht nach frischer Luft, Wassertropfen fallen von den Bäumen und irgendwie ist es dann sogar noch ein bisschen ruhiger.

Ich kann jedem Gestresstem nur empfehlen, mal ein wenig Zeit dort zu verbringen. Mit einem Mal schafft man es wahrscheinlich nicht über den ganzen Friedhof, aber es gibt bestimmte Routen, die man nehmen kann und dann sogar noch etwas über Berühmte Persönlichkeiten erfährt, die dort begraben sind.

Liebe Friedhofsprofis, eine Frage habe ich dennoch: Wieso liegen in den Wasserkübeln immer Holzkreuze?

Veröffentlicht auf: twitter.com/Johnny_Rainbow

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Qype Advanced Insider 47K
Benutzerfoto: mostro

mostro

Kompliment mostro (07.10.2007) 5

Mit seinen 400 Hektar ist der Friedhof Ohlsdorf Hamburgs größte Grünanlage und nach den meisten Angaben überhaupt der größte Parkfriedhof der Welt - aber das scheint keinen recht zu faszinieren, denn wer beschäftigt sich schon gern mit Tod und letzten Ruhestätten, wenn er nicht der seltenen Spezies der bleichgesichtigen Schwarzgekleideten angehört, die ihre Wohnungen mit Grabkerzen schmücken und dazu einförmige Musik hören.

Mir ist Ohlsdorf immer mehr als lebendiger Park als als Friedhof begegnet, wahrscheinlich, weil es auch geographisch keine Sackgasse darstellt, sondern im Norden Hamburgs eine hervorragende Verkehrsachse von Ost nach West bietet, in der der gemeine Autofahrer zwar schleichen muß, der edle Radfahrer aber ohne Ampel und andere Hindernisse mehrere Kilometer über Hügel durch grüne Baumlandschaften brausen kann - und plötzlich am anderen Ende der Stadt angekommen ist.

Aber auch für Spaziergänger ergeben sich lange Routen durch die verschiedenen Landschaften, bei denen man sich auch prima verirren kann, da viele der unzähligen Wege zwischen den oft pittoresk überwucherten Steinen ähnlich aussehen - und nur selten Wegweiser im Nebel erscheinen (aber auch keine Vampire). Freundlicherweise gibt es alle paar Kilometer auch ein Tor, durch das man das Areal betreten und verlassen kann, so daß der Park von allen Seite zugänglich bleibt.

Vermissen wird man natürlich Gastronomie und Picknickwiesen, so locker sind die Betreiber noch nicht geworden - auch wenn viele Hamburger sicherlich nichts dagegen hätten, das Gelände mehr in die Weltlichkeit einzugliedern - ich jedenfalls würde mich gegebenenfalls über Besucher freuen, die auf meinem Grab herumtanzen oder einen Ochsen grillen...

Zurück zur Gegenwart. Unter den moosig bewachsenen Bäumen wandelt man auch als Lebender sehr lauschig - offiziell listet man hier 450 Laub- und Nadelgehölzarten, die Teiche und Bäche sind von allerlei Wasservögeln belebt - vor allem wenn man den Spaziergang im Osten zum Bramfelder See ausdehnt, hat man eine wunderbare Kombination aus Wald - und Wasserspaziergang. Die Cafés am Friedhofseingang in Ohlsdorf sollte man meiner Meinung nach meiden, da hier viele Begräbnisfeiern ausgerichtet werden, deren gedrückte Stimmung irgendwie in die Farbe von Wänden, Mobiliar und Kellnergesichtern übergegangen zu sein scheint...

Falls es dann doch irgedwann einmal gefragt wird: Auf dem Ohlsdorfer Friedhof kann sich jeder beisetzen lassen, unabhängig von Wohnort und Konfession.

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Kompliment BusterEimsbush (05.10.2007) 5

Gestern war ein trüber, grauer Tag, der geeignet war, sich zu einer herbstlich bedingten Wetterfühligskeitsdepressionsepisode meinerseits auszuwachsen. Wohin mit mir nur ? Auf den Friedhof in Ohlsdorf, wo ich noch nie zuvor war, von dem ich aber schon viel vernommen habe. Gedacht, getan. Ich nahm zwei meiner besten FreundInnen in Einsamkeit mit mir : Meine Kamera in Erwartung stimmungsvoller herbstlich welkender Friedhofsimpressionen und mein Fahrrad, das mir Unterstützung zum Durchforsten des riesigen Areals gewähren sollte. Wie herrlich still und friedlich ist es dort. Hier scheint Weltfrieden zu sein und der Tod ein erstrebenswerter Schlummer abseits der hektischen Stadt, so jedenfalls fühlte ich mich und schöpfte während meiner ausgedehnten Tour wieder Kraft für das Leben. Auch das graue Wetter konnte diesem Paradies des Mitsichalleinseins ohne die Einsamkeit im Menschengewühl nichts anhaben. Dorthin werde ich nun öfters zu gelangen suchen, um die vielseitigen verborgenen Oasen der erhabenen Stille mit Wohlbehagen zu erkunden.

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Kompliment grundrauschen (10.08.2007) 5

Seit ich in Barmbek wohne ist der Ohlsdorfer Friedhof mein Naherholungsgebiet. Wenn ich Ruhe brauche und draussen sein möchte bin ich dort. Es gibt viele wunderschöne Ecken - ob nun im Wald, an einem der Seen oder anderswo. An vielen Stellen vergisst man schnell, auf einem Friedhof zu sein - der Parkcharakter übwerwiegt.
Auch wer Kunst im öffentlichen Raum sucht, ist hier richtig, denn im Waldteil gibt es hinter fast jedem Rhododendron-Busch eine Statue zu entdecken. Von weiblichen Schönheiten über Jünglinge und Engel bis zu abstrakten Skulpturen ist alles zu finden.
Besonders schöne Zeitpunkte für einen Besuch: Anfang Mai bei der Rhododendronblüte oder im Winter wenn es geschneit hat.

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