Du kannst so viele Bilder hochladen wie Du willst.
Video-Upload ist eine exklusive Funktion für Qype Premium Partner.
Das Horn
Altenahr
- Adresse:
-
Felsiger Vorsprung der Ahrberge, eine anspruchsvolle Kurzwanderung, Altenahr
| Nutzer-Infos |
|
1 Beitrag zum Platz "Das Horn" auf Deutsch
Das Horn, hoch oben in den Ahrbergen, lockte mich bei jeder Wanderung durchs Langfigtal.
An einem Sonnentag mache ich mich auf den Weg. Von Kreuzberg geht es an der Ahr entlang bis Pützfeld. Der beschauliche Ort liegt hügelwärts, abseits der Landstraße. Ich gehe grüßend an Frauen vorbei, die zusammenstehend auf den mobilen Kaufmann warten. Oberhalb des Ortes ist der Blick frei auf die Wallfahrtskapelle Pützfeld und die Burg Kreuzberg.
Ein ansteigender Hohlweg führt zur Silvesterhütte (260m). Welche Überraschung! Die Hütte hat nach Jahren einen gepflasterten Fußboden erhalten. Ein stabiles Vordach schützt die Wanderer vor Regen und Sommersonne. Vor der Hütte lädt eine Bank zur Pause ein.
Etwas weckt mein Interesse: Auf der Wiese steht neuerdings ein großer Stein. Ich gehe hin und lese die Inschrift „Ehemaliger Richtplatz. In Gedenken an die Opfer der Hexenverfolgung im 17. Jh.“ Auf einer Tafel wird am Beispiel der Else Simons aus Pützfeld das gnadenlose Vorgehen beschrieben. Nach qualvollen Verhören wurde sie für schuldig befunden und am 02.08.1649 verbrannt. Das Gelesene lässt mich erschaudern.
Ich hatte mich entschieden, nicht den Hauptweg auf der Schattenseite sondern einen Sonnenweg zu nehmen. Die Belohnung für den Umweg war Sonnenschein, Blicke ins Kesselinger Tal und auf die umliegenden Höhen.
Mein Weg über den Bergrücken schraubt sich langsam auf 460m hoch. Die Laubbäume sind hier oben merklich kleiner. Der ständige Wind fordert seinen Tribut. Die Ginsterbüsche zu beiden Wegseiten werden ca. Ende April in voller Blüte stehen. Große Flächen dehnen sich zur Wacholderheide, ein Naturschutzgebiet um den Steinerberg. Viele Vogelarten lassen ihren Gesang hören, Hummeln brummen geschäftig an mir vorbei. Ehrenpreis, Lerchensporn, Lungenkraut & Co. sorgen für Nahrung.
Mehrfach sehe ich im Wald Schilder, auf denen der Hinweis steht „Anfahrpunkt für Rettungsfahrzeuge“, nähere Erläuterungen fehlen allerdings.
Kurz vor dem felsigen Anstieg zum Horn, mache ich eine Pause. Beobachte entspannt die Vögel ringsherum. Ein Specht fliegt heran. Im Gegenlicht halte ich ihn wegen seiner Größe für einen Grünspecht. Er war so freundlich sich in meiner Nähe niederzulassen. So einen Specht habe ich noch niemals gesehen. Im Buch finde ich ihn unter der Bezeichnung „Weißrückenspecht“. Er kommt bei uns selten vor. Meine Belohnung hätte nicht schöner ausfallen können.
Gemeinerweise führt mein Weg erst durch eine Senke, bevor er auf schmalen, steinigen Pfad hinauf aufs Horn geht. Es war ein recht weiter Weg für mich, aber die Aussichten ins Ahrtal sind grandios. Zuerst kann ich die Hütte auf dem Schrock ausmachen. Die Saffenburgruine und der Krausberg liegen weiter entfernt auf den jeweiligen Gipfeln. Von der Hornhütte blicke ich ins Langfigtal – weit unten. Selbst Burg Are liegt klein unter mir.
Was ich vergessen oder früher nicht empfunden habe: über 200 m Steilabstieg auf einem Zickzackweg erwarten mich!! Dank meiner Wanderstöcke habe ich die Kraft und den Willen aufgebracht ohne Stolpern nach unten zu kommen.
Ich nahm es als Belohnung, dass im Laubwald an der Ahr alle Frühblüher ihre Blüten zur Sonne streckten. In Altenahr angekommen, hätte ich gleich einen Zug bekommen. Nee, wollte ich nicht! Ein angenehm kühler Weißherbst von der Ahr auf dem Wind geschützten Balkon des Restaurants Ruland musste sein. Das war ein wunderbares Gefühl: eine für mich schwierige Tour bewältigt, Sonne und ein wohlschmeckender Wein.
Diese Tour in Länge und Schwierigkeit werde ich sicher nicht nochmals gehen, umso stärker bleibt sie mir in respektvoller Erinnerung.
Schreibe einen Beitrag zu Das Horn
Plätze in der Nähe von Das Horn
von Mayschoß nach Rech Wanderung oberhalb des Rotweinwanderweges, Mayschoß
![]()
Karde: “03.08.2010 Heute bin ich diese Strecke wieder gegangen. Der Weg durch die Weinberge lockt mich. Ich hoffte auf viele Schmetterlinge. Darüber hinaus...” mehr…
Teufelsloch hoch oben im bizarren Felsen, Nähe Bahnhof Altenahr, Altenahr
![]()
Bellacoola: “Das Teufelsloch hatte ich bisher nur von unten gesehen und fand es völlig unvorstellbar, dort hoch zu steigen! Gestern nachmittag "überkam" es dan...” mehr…
Deutsch


Kommentieren 8 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen
Hier war ich noch nie.
Aber wenn es so mühsam ist, werde ich dort wohl nicht mehr herumkraxeln.
;-)
karde ist immer fleissig am kraxeln, doch immer mit offenen augen, so kann sie die natur beobachten und uns hinterher hier immer so tolle berichte schreiben. so toll, dass man fast meint, selbst dabei gewesen zu sein.
..ja vorallem beim Betrachten der wunderschönen, mit Text versehenen Fotos, kann man so schön mit wandern :-))
@Gourmet, Recht hast Du. Ich habe mir überlegt: zur Ginsterblüte lasse ich mich mit ner Taxe auf den Steinerberg fahren und laufe dann die 8 km über Silvesterhütte relativ gemütlich zurück
@Roma und Dorit, dadurch ist mir niemals langweilig. Ich schaue nach Tieren, Pflanzen und Fotomotiven . . .
Sehr, sehr schön … Karde … Dein Bericht und erst Recht die Bilder ! :)
Danke !
Ich sage gerbne Danke schön für liebevolles Lesen.
Wie weit war es denn insgesamt, Karde? Klingt wirklich gut, die Tour. (In dieser Jahreszeit -- im Sommer kann’s sicher mörderisch werden.)
Ich denke es sind ca. 10 km (meine magische Grenze sind 7 km), 300 Höhenmeter. Der Weg kann auch auf der Nord(Schatten)seite begangen werden. Wenn es nicht die Mittagshitze ist, kann der Sonnenweg gut begangen werden - es geht ja oft ein Wind.