16.08.2007
(aktualisiert am 02.09.2007)
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Asphaltiertes Niemandsland, Autobahn der Kleinstadt: Umgehungstraße. Sie sorgt für einen innenstadtfernen Verkehrsfluss und für Langeweile. Hier spielt niemals die Musik, niemand wohnt an dieser Straße. Hier sind nur Autos. Es geht immer geradeaus, durch den Wald, vorbei am See, touchiert kleine Orte, durchquert einen brutal, endet an der Bundestraße von Berlin nach Polen, nahe der Auffahrt zum Berliner Ring.
Umgehungsstraße. Praktisch ist sie und häßlich. Hier hätte ein schöner Radweg sein können, ein Wanderweg oder einfach nur ein Waldfiletstück am See. Doch Erich Honecker wollte seinerzeit einen ebenen Dienstweg zur NVA-Kaserne in der Garnisonsstadt am See. Also betonierten die Genossen einen breiten Pfad am Westufer des Straussees.
Die Straße ist fest in der Hand der Autofahrer. Einen Radweg gibt es nicht, manch' ein wagemutiger Radler hat die Nutzung der Landesstraße mit seinem Leben bezahlt. Wer Umgehungsstraße fährt, tritt das Gaspedal durch. Es gibt nichts zu sehen außer ein paar erschrockenen Kreaturen des Waldes im Scheinwerferlicht oder den kleinen Holzkreuzen am Straßenrand: kein Grund zum bremsen. Freie Fahrt für schnelle Bürger. Eine von unzähligen Tributen an die mobile Gesellschaft - mit dem Charme einer Big Mäc-Verpackung.
Stichworte
auto, fahren, strausberg, umgehung
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