Kompliment
Schnuppidu (16.08.2007)
Seit einigen Monaten arbeite ich in der Innenstadt und habe mit La Tavola Calda meinen liebsten Platz fürs Mittagessen gefunden.
In der Kleinen Johannisstraße, fast an der Ecke Schauenburgerstraße und nur einen kurzen Steinwurf vom Rathaus entfernt, liegt diese kleine italienische Perle.
Giuseppe, lebenslustiger und umsichtiger, aber überhaupt nicht aufdringlicher Chef aus dem herrlichen Sizilien, begrüßt seine regelmäßigen Gäste mit herrlich-fröhlichem Gesichtsausdruck, einem festen Händedruck und der freundlich-besorgten Bitte, sich doch zu setzen, wo man möchte.
Das wiederum ist gar nicht so einfach, weil nicht nur ich und mein Geschäftspartner dieses Lokal ins Herz geschlossen haben, sondern auch alle anderen Leute, die in der Gegend arbeiten und Lust auf eine halbe Stunde Italien in der Mittagspause haben.
Das Lokal hat drinnen Platz für rund 40 Leute, an zwei großen Fenstern sitzt man zusätzlich auf Barhockern und schaut, was auf der Kleinen Johannisstraße so vorbeiläuft oder sitzt, denn man kann hier auch vor der Tür auf dem Bürgersteig sitzen. Eine blaue Linie wie sie in Hamburg aktuell in einigen besonders beliebten Bezirken in Mode kommt, gibt es hier noch nicht. Draussen sitzen dann nochmal rund 30 Leute.
Die kleine Küche ist offen, dort wirbelt der nicht minder freundliche Salvatore, zauert allerlei Pasta für rund 6 Euro, z.B. All`arrabibiata mit dicken Knoblauchstücken (köstlich), Pennete mit reichlich Flußkrebsen (delikat) oder Spaghetti Amatriciana, d.h. mit Speck und Zwiebeln (traditionell). Immer heiß auf den Tisch, wo gibt es dass schon mittags in der Großstadt?
Es gibt täglich mindestens ein leckeres Fisch- und ein schönes Fleischgericht zwischen 8 und 11 Euro und im Anschluß z.B. Tirami Su oder Mascarpone mit frischen Erdbeeren, jeweils zwischen 2 und 3 Euro und nach Lust und Verfügbarkeit.
Natürlich sind auch immer ein paar Antipasti da, z.B. Prosciutto e Melone (Schinken auf Melone) oder das klassische Antipasto Misto.
Der Service ist schnell, Pasta kommen dampfend auf den Tisch, serviert von Yelitza, die die beiden Sizilianer hier bestens ergänzt.
Wir möchten zahlen. Ah, wollt ihr nicht noch einen Macchiato? Gerne, mit Blick auf die Küche stehen wir am Tresen, scherzen und stürzen den kleinen Kaffee hinunter. Herrlich.
Übrigens macht La Tavola Calda schon früh morgens auf und bietet ein typisch italienisches Frühstück, d.h. soviel wie ein starker Kaffee (Macchiato, Cappucino, Espresso) und eine Kleinigkeit zum Futtern, z.B. ein Hörnchen. Mit einer Zeitung ausgestattet, in einer Nebenstraße des Rathauses, ein schöner Start in den Tag. Fast wie in Rom oder Mailand.
Am meisten los ist immer mittags zwischen 12.30 h und 14 h, abends ist dann gegen 20 h Schluß.
Wir wollen, d.h. wir müssen gehen.
Bis morgen, ruft Salvatore aus der Küche, während Giuseppe noch unsere Hände schüttelt. Ja, bestimmt bis morgen.
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