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Kompliment blogotronic (17.08.2007) •••••

der «krähen» (oder auch «kraien») stand immer ein wenig im schatten des benachbarten hohentwiels. militärisch nie so bedeutend wie die festung auf dem hohentwiel, diente die burg hohenkrähen seit ihrer errichtung durch die friedinger ende des 12. jahrhunderts meist zu wenig mehr als einem stützpunkt für raubzüge kleinerer adliger in die nähere und weitere umgebung. dabei müssen diese es derartig wüst getrieben haben, dass im jahre 1512 sogar mal der schwäbische bund vorbeischaute, um der raubritterei ein ende zu setzen: die burg wurde belagert und erobert, blieb aber österreichisch.

im dreissigjährigen krieg zerstörte der festungskommandant des hohentwiels, konrad widerholt, den hohenkrähen und die burg auf dem mägdeberg nebenan, die beide als österreicherische und damit katholische besitztümer eine potenzielle bedrohung der württembergischen exklave hohentwiel darstellten. der widerholt war übrigens ein protestantischer eiferer aus dem lehrbuch und ist heute trotzdem eine legende hier in der gegend, aber das gehört in einen anderen beitrag. jedenfalls wurde die burg hohenkrähen seit ihrer schleifung 1632 nie wieder aufgebaut, sie war quasi ruiniert (haha!). nur einmal noch wurde der hohenkrähen danach für militärische zwecke missbraucht, als im zweiten weltkrieg hier eine flakbatterie stationiert war.

seit den fünfziger jahren sind die ruine und zwei darunter liegende häuser von den pfadfindern gepachtet, die dort eine ihrer sogenannten jugendburgen unterhalten. die ruine selbst wurde aber nur noch notdürftigst erhalten, was zwar einerseits dafür sorgte, dass der charme eines romantischen abenteuerplatzes erhalten blieb, andererseits aber dazu führte, dass das wandern und besichtigen nach den regengüssen der letzten wochen wegen fels- und mauerstürzen derzeit nicht mehr möglich ist. in der lokalpresse ist von lebensgefahr die rede, ich würd's jedenfalls nicht drauf anlegen wollen.

interessant ist vielleicht noch die sagenhafte gestalt des «poppele vom krähen». der legende nach handelt es sich hierbei um den geist des burgvogts popolius mayer, der von einem abt dazu verflucht wurde, durch die gegend zu geistern und den menschen streiche zu spielen, wobei ohrfeigen eine prominente rolle spielen. aufgrund dieser albereien ist der poppele namensgeber der gleichnamigen örtlichen narrenzunft und - nebem dem «hoorige bär» - eine der zentralen figuren der fasnet. aber das ist dann auch wieder ein eigener beitrag.

wenn das mit den bröckelnden mauern in ordnung gebracht ist, kann ich den hohenkrähen aber als ausflugsziel jedenfalls nur empfehlen. der aufstieg ist zwar um einiges anstrengender als der auf den hohentwiel (also vielleicht die oma lieber zu hause lassen), dafür ist er kostenlos und entschädigt mit einem grandiosen rundblick über den hegau. fünf sterne.

nachtrag: bilder wären klasse, ich weiss. ich war allerdings in letzter zeit nicht mehr da oben, und aktuell geht's ja nicht. sorry!

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