Kompliment
le_gourmet (08.09.2007)
Wer war Karl May?
Jedenfalls ein vielseitiger Typ, heute würden wir sagen
ein echtes Multi-Talent.
Ein sächsischer Baron Münchhausen, Hauptmann von Köpenik.
Als Kind arm, schwach, krank, mit den Widernissen des Lebens kämpfend, sich im bürgerlichen Leben durchboxend zum Lehrer, zum Redakteur, zum Schreiberling.
Da war er einzigartig gut, nicht nur mit Indianergeschickten im Stil Winnetou der edle rote Ritter, auch zum Thema noch heute aktuellen Thema Türkei, Balkan und Orient.
Auch zu Sozialen Fragen nahm er Stellung, siehe Buschgespenst, Geschichtsthemen, Ritter und Rebellen, Zeitthemen wie 1870/71 er Krieg mit Frankreich,
insgeheim war er unter anderem Namen der eifrigste Liebesromanschreiber seiner Zeit in Deutschland,
ein richtiger Herz- Schmerz- Bestsellerautor dieser Zeit.
Klug, clever, großspurig, genial begabt aber immer auch am Rande der Legalität, er war ein Künstler, mit der echten Wahrheit mußte er es nicht so genau nehmen, was man ihm natürlich dann jahrzehntelang übel nahm.
Nach einem fleißigen aber harten Leben kam er erst im Alter zu der wirtschaftlichen Anerkennung und Achtung die ihm eigentlich zugestanden hätte,
er konnte sich ein großes, gehobenes Bürgerhaus in Radebeul kaufen und dort residieren.
Damit sprechen wir von der heutigen Villa Shatterhand, oben am Giebel in Goldlettern stolz zu lesen. Nach seinem Tode das Haupthaus des heutigen Karl-May-Museums wie wir sie kennen.
Hier finden wir alle literarischen Exponate zu seinem vielschichtigen, themenreichen Werk.
Hier begreifen wir auch die Verzweigtheit seiner Popularität, er ist noch heute, trotz der Medienmanipulationen der jetzigen Zeit, der weltweit meist gelesene Autor deutscher Zunge, übersetzt in an die einhundert Sprachen, wer dächte bei Karl May an Tschechisch, Japanisch oder Esperanto?
In seinem Hause finden wir auch seine mit viel Liebe zusammengetragenen Möbel, den Herny-Stutzen und die Silberbüchse, beide gute sächsische Wertarbeit,
Zeit seines Lebens war er ein Mann der es stets verstand sich optimal ins Bild zu setzen, leider war er damit seiner Zeit voraus, heute wäre sein Erfolg noch enormer, denn er war einer der wenigen, die etwas sagen wollten und auch etwas zu sagen hatten:
Die Botschaft von Karl May war die des Guten, hilfsbereiten Menschen,
seine edelsten Figuren waren die helfenden, die Vorbilder,
sein Indianer Winnetou war der edle rote Ritter,
seine Botschaft die Verständigung der Menschen aller Rassen, Religionen und Völker.
So verwundert es den echten Karl May Kenner nicht, dass er sich schon damals auch mit dem Nahen Osten und den Problemen zwischen Islamisten, Christen und Juden befaßte, wobei seine damaligen Beiträge eigentlich selbst heute recht nützlich sein könnten.
Von diesem alten Hund kann, wer will, noch heute eine Menge lernen.
Mit seiner generell positiven christlichen Grundeinstellung war er dem DDR-Regime nicht immer lieb,
sein Name tauchte beim "Deutschen Indianer-Museum" einzig und allein im Impressum der Bücher auf als "herausgegeben von der Karl-May-Stiftung" auf.
Dazu paßte dann auch eher der hintere, reine Indianer-Teil der Exponate im Blockhaus, der sogenannten Villa Bärenfett.
Hier finden wir die umfangreichste und beste Gesamtdarstellung der Geschichte der Indianer anhand einer Vielzahl von originalen Exponaten aus Amerika, teils vom Meister selbst gesammelt, teils später von seinem Verehrer Patty Frank, der zum ersten Direktor des Karl May Museums wurde.
Kurz gesagt, wer Cowboys und Indianer, die Romantik des alten Westens liebt, der ist hier optimal richtig,
bei diesem bescheidenen Eintrittspreis lohnen sich auch weiteste Wege, zur Übernachtung gibt es dann vor Ort auch noch manches angenehme Quartier,
der leckere Wein aus dem Lösnitztal der Elbe sollte ein weiteres dazu beitragen den Aufenthalt unvergessen werden zu lassen.
Stichworte
orient, afrika, karl, westen, wilder, romane, mexiko, geschichten, may, balkan, erzählungen, frederic, reiseschriftsteller
Kommentare (2)
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