Also, der Fozzy hat neulich mal in Oranienburg übernachtet, und da er nicht weit weg von seiner Tätigkeit ein Hotel fand, checkte er im Stadthotel Oranienburg ein.
Es handelt sich um einen relativen Neubau, in den neunziger Jahren errichtet. Das Hotel ist mit vier Sternen eingestuft, allerdings muss dies hier die Erledigung des Mindestanforderungskatalo ges gewesen sein, die der Fozzy vorfand.
Die Zimmergröße war schon o.k. Das wars dann aber auch schon. Eingerichtet mit einem Stuhl, einem Sessel und einem Tisch, alles nicht zueinander passend, einem Teppich, auf dem sich vielerlei Flecken befanden, einer mini Minibar mit den notwendigsten Getränken, einem altertümlichen Fernseher, kahlen Wänden, einem kleinen Bild über dem Fernseher, wirkte das Zimmer nicht wirklich einladend. Man ging halt zum Schlafen rein.
Ausblick auf den Hof, war auch nicht berauschend. Aber man befindet sich ja am Rande eines Industriegebietes.
Das Bad war zwar der übliche Hotelstandard, aber ein schöner Duschvorhang (der sich immer so nett an einen schmiegt), und Flüssigseife nur über der Badewanne - nicht gerade das, was man von einen 4-Sterne-Haus gewöhnt ist. Keine Seife, kein extra Duschgel, kein Shampoo - von solchen Accessoires wie Kamm oder Nagelfeile ganz zu schwiegen.
Also, wie gesagt, zweckmäßiger Bau in einer Industriestraße. In der Lobby kommt auch keine anheimelnde Atmosphäre auf. Steril wie der Schalter in einem Reisezentrum am Bahnhof. Aber ein großes Schild, dass man die ausgestellten Requisiten nicht anfassen darf.
Kostenpflichtiges W-Lan - der Fozzy verzichtete drauf.
Auch die Hotelbar macht einen eigenartigen Eindruck: Eingekeilt zwischen Restaurant und Frühstücksraum bietet sie einigen Gästen Platz - viel mehr aber auch nicht. Eine so dünn bestückte Bar hat der Fozzy noch nie gesehen. Zwei Sorten Bier, keine Longdrings, Personal, welches nicht wußte, welches Getränk in welches Glas kommt, dafür aber ein Bier suuuhuuuper zapft. Zwanzig Minuten dauerte der Zapfvorgang für ein 0,3 Liter Beck's Bier. Klar, dass man dann nicht allzu lange in der Bar verweilt. Aber vielleicht hat das ja auch Methode: Ein und die gleiche Person ist für die Rezeption, die Bedienung im Restaurant und an der Bar zuständig. Dabei muss sie dann auch noch die diversen Video-Überwachungsmonitore im Auge behalten, welche umübersehbar in der Bar, an der Rezeption usw. montiert sind. Big Brother läßt grüssen.
Eine Sauna im Keller ist zwar vorhanden, war aber bei Fozzy's Besuch nicht an.
Die angebotene Speisekarte war nicht allzu umfangreich, dass muss ja nicht negativ sein. Der Fozzy verzichtete aber auf ein Abendessen.
Das Getränkeangebot (vor allem das Weinangebot) war äusserst dürftig. Da bietet jede Eckkneipe eine größerere Vielfalt.
Aufgrund der guten Ausstattung mit Halogenstrahlern war das Restaurant auch gut ausgeleuchtet - und hatte damit den Charme einer Betriebskantine oder eines Bahnhofsrestaurants.
Fozzy ging dann am nächsten Morgen zum Frühstück: Schlimm. Einfach nur schlimm. Drei Sorten Scheibenkäse aus der Packung, drei Sorten Wurst aus der Packung, Rühreier aus der Tüte (sahen genauso aus wie die bei McDoof, schmeckten auch so ...). Kaffe aus der Thermoskanne, so schmeckte er auch, Säfte aus dem großen Saftbehälter, wo oben die Packungen aus dem Supermarkt reinkommen. Ein bischen Räucherlachs - das war's. Ach ja, Joghurt war auch noch da, aber kein frisches Obst. Nichtmal Obstsalat. Für ein Vier-Sterne-Haus wirklich erbärmlich.
Das Hotel befindet sich im ersweiterten Innenstadtbereich. Etwa 800 Meter entfernt befindet sich ein S-Bahnhof. Gegenüber vom Hotel ein großer Supermarkt. Etwa 500 Meter enfernt befindet sich die Erlebniscity T.U.R.M.
Ruhig war es, es war aber auch ein Wochenende.
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