23.08.2007
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Jütland sei flach und unspektakulär, das mag so mancher denken. Aber die Gegend um Blåvandshuk bezeichnete bereits der Schriftsteller Thomas Lange im vorletzten Jahrhundert als "das Märchenland". Hier gibt es Geheimnisse. Orte über die ich eigentlich gar nicht schreiben darf. Ich rede hier nicht von den allgegenwärtigen Nissen, die nur in wenigen älteren Ferienhäusern und Gehöften ihren wohlverdienten Ruhestand fristen. Ich spreche von Drachen und den felsigen Gebirgen, in denen sie hausen. So zumindest stellt es sich für unsere Kinder dar. Dies ist die Geschichte vom Raubzug auf den Drachenfelsen, so wie wir es mit unseren Kindern erlebten:
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Wir stellen unser großes Fuhrwerk weitab des Felsens in dem Örtchen Ho ab, dem Ort aus dessen Namen sich bereits der Weihnachtsmann seine Begrüßungsformel entlieh. Hinein in den dunstigen Wald macht sich unsere Truppe edeler Recken samt der Königin auf, den Drachen zu suchen. Mühsam schiebe ich unseren kleinen Karren mit Proviant und dem Junior-Recken über die holperigen Sandwege. Moos und Heidekraut in großen Mengen säumt unseren Weg durch den Urwald. Überall stoßen wir auf Hinweise des Drachens: Hier ein Stück von der letzten Häutung, dort ein umgetretener Baum und vereinzelt hängen Stofffetzen der Kleider diverser entführter Prinzessinnen in den Ästen. Leise müssen wir sein, wir wollen den Drachen schließlich nicht auf uns aufmerksam machen. Der Junior-Recke sorgt durch unbedachte Laute für einige bange Momente.
Schließlich lichtet sich der Wald etwas und der hohe Drachenfelsen kommt in Sicht. Doch diese Seite ist zu steil, der Karren würde den Aufstieg nicht schaffen. Wir machen uns auf den Weg zur Ostflanke, dort ist ein Pfad zu erkennen. Der Pfad ist steil, aber mit vereinzelten Kräften kann ich den Karren hinaufwuchten. Die Recken eilen voraus und die Königin entdeckte neue, grausige Spuren des Drachens. Eine große Fläche wurde durch seine Flammen versengt. Direkt daneben eine seltsam verfärbte Fläche, vermutlich Drachenblut. Ist das Wesen etwa angeschlagen, entzieht es sich deshalb unseren Blicken?
Der Aufstieg wird flacher, wir erreichen den Gipfel. Am Gipfelstein verschnaufen wir und ich wage eine Weile die Hand vom Karren zu nehmen um die Landschaft in zwei Bildern zu verewigen. Doch da! Die Königin hat den Drachen erspäht, soeben hat sie ihn im Tal gesehen, er flüchtete und verschwand in Richtung Westhang.
Die mutigen Drachenjäger eilen voraus und ich schiebe den Karren über den Höhenzug in Richtung Westhang. Der folgende Abstieg ist steil, der Karren entweicht aber nicht meinen Händen. Wir treten erneut in den Wald. Weit und breit kein Drachen. Aber auch keine Königin. Wurde sie entführt? Nein, jetzt kommt sie von Ihrem Erkundungsgang zurück, den Drachen erblickte sie ein Stück weit nordöstlich entlang des Weges. Die Recken folgen ihr, mein Karren hinterher. Dort! Nicht weit entfernt vom Wegesrand blinkt etwas im dunklen Wald versteckt hinter einem gestürzten Baum. Die Recken suchen und finden - welch große Freude - einen Teil des Drachenschatzes. Der Drache blieb hier wohl hängen und verlor zwei Rollen Schokoladenkekse aus seinem Schatz. Die Beute wird aufgeteilt und frohgemut über die erfolgreiche Mission macht sich unsere Truppe auf den Rückweg. Vorbei an verzauberten Lichtern und knorrigen Kiefern gelangen wir unbehelligt zurück zu unserem Fuhrwerk.
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Kleine kostenlose Wanderkarten zur Ho Klitpantage und einigen anderen Orten finden sich z.B. im Leuchturmwärterhäuschen des Blavand Fyr, sicher auch an anderen touristischen Orten. Auch einen Hundewald, in dem Hunde frei laufen dürfen gibt es in der Nähe. Der Weblink zum Platz hilft auch weiter (dort Klick auf "Karte" für eine Detailansicht). Siehe auch:
http://www.skovognatur.dk/Udgivelser/Vandretursfoldere/Ty... />Dann Klick auf "Faltblat".
Markiert in Qype ist der Parkplatz für die "Fuhrwerke". Der "Felsen" ist eigentlich eine Düne, aber das liegt - finde ich - im Auge des Betrachters.
Stichworte
aussicht, ausflug, wald, wandern, drachen, dünen, blavand, drachenfelsen, märchenland, ho, blåvandshuk
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